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Mein Smartphone-Jahr hat den Apple-Crash vorausgesagt

Der legendäre Investor Peter Lynch war der Ansicht, dass man beim Aktienkauf Unternehmen in Betracht ziehen sollte, deren Produkte man kennt und liebt. Daran musste ich denken, als Apple in den letzten zwei Wochen mit iPhone-Absatzproblemen in die Schlagzeilen kam und die Aktie unter die Räder geriet.

Ich habe mich im letzten Jahr ziemlich viel mit Smartphones beschäftigt und dabei indirekt auch einiges über Apples Wettbewerbsposition gelernt. Ich bin zwar Mac-Nutzer, habe aber noch nie ein iPhone besessen und hatte auch nie Interesse daran. Nachdem mein geliebtes Google Pixel dieses Jahr kaputtging, brauchte ich schnell eine Alternative. Fündig wurde ich beim chinesischen Smartphonehersteller Huawei.

Ich habe mir ein Einsteigermodell von Huawei zugelegt, das es in den letzten Monaten für 200 bis 300 Euro zu kaufen gab. In der Mitte dieser Preisspanne ist das deutlich weniger als ein Viertel des Preises für ein iPhone XS. Dabei verzichtet man bei den günstigen chinesischen Smartphones eigentlich auf so gut wie nichts. Mein neues Handy war schlank, hatte eine lange Akkulaufzeit, ein randloses Display, eine gute Kamera, blitzschnelle Gesichtserkennung sowie Fingerabdrucksensor.

Trotzdem wollte ich jemandem, der an die iPhone-Welt gewöhnt ist, zu Weihnachten eine Freude mit einem neuen iPhone machen. Als ich mir das günstigere neue iPhone, das XR-Modell, genauer angeschaut habe, war ich gar nicht begeistert. Das Handy kam mir dick und klobig vor, die Displayränder waren überraschend breit. Die Zeiten, in denen das neueste iPhone immer das schickste Smartphone ist, scheinen vorbei zu sein. Am Ende habe ich über eBay das iPhone X aus dem letzten Jahr gekauft. Dieses Modell wurde von Apple sehr rasch wieder aus dem Sortiment genommen, wahrscheinlich damit Käufer weniger Alternativen zu der neuesten und teuersten iPhone-Generation haben.

Mein Smartphone-Jahr war allerdings noch nicht vorbei. Um die Weihnachtszeit gab es so attraktive Angebote, dass ich mich dazu verlocken ließ, wieder ein Pixel-Besitzer zu werden. Das Pixel 3 habe ich mir vor allem wegen der Kamera zugelegt. Die meisten Smartphone-Kenner sind sich einig, dass es die beste Kamera überhaupt hat. In der Vergangenheit ging diese Krone oft an das iPhone.

Google scheint aber vor allem dank seiner künstlichen Intelligenz und starken Bilderkennungssoftware die Führung übernommen zu haben. Die Kamera-Hardware des Pixel ist nicht beeindruckend. Das macht die Situation für Apple aber eigentlich noch schlimmer, denn das Unternehmen dürfte sich schwertun, gegen Googles führende und sich stetig verbessernde Algorithmen anzukommen.

Der Rückblick auf mein Smartphone-Jahr 2018 fasst die ungemütliche Wettbewerbssituation, in der sich Apple aktuell befindet, eigentlich ganz gut zusammen. Die ambitionierten chinesischen Hersteller haben bei der Hardware aufgeholt, wenn nicht sogar überholt, und bieten ihre Produkte trotzdem zu deutlich niedrigeren Preisen an, was Apples Absatzschwäche im chinesischen Markt erklärt. Google ist extrem stark bei Software und künstlicher Intelligenz. Somit bleibt Apple eigentlich nur noch der Wettbewerbsvorteil, dass viele Kunden an sein Betriebssystem gewöhnt und darin eingebunden sind. Die große Frage ist, ob das genug sein wird.

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Offenlegung: Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt eBay.

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