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8 spannende Lektüren

Foto: Getty Images

Es gibt wöchentlich mehr gute Artikel im Internet, als man in einem Monat lesen könnte. Hier sind acht faszinierende Texte, die mir in der letzten Woche untergekommen sind.

Die Autoindustrie hat ihren Zenit erreicht (jedenfalls beim Verbrennungsmotor)

Die Financial Times meldete, dass die Analysten glauben, die Nachfrage nach dem Verbrennungsmotor habe im Jahr 2018 ihren Höchststand erreicht — einige Jahre früher als geplant. „Wenn man sich das Jahr 2018 seit dem Sommer ansieht, gehen die Neuwagenverkäufe in allen wichtigen Märkten zurück“, sagte Axel Schmidt von Accenture. „Der Verkauf von Verbrennungsmotoren an Kunden wird in Zukunft nicht mehr steigen.“

Selbst wenn der Gesamtumsatz von Autos 2019 oder 2020 wieder zunimmt, wird prognostiziert, dass Elektroautos schnell genug zulegen werden, um den Anteil der verkauften Verbrennungsmotoren zu verringern.

Im November kündigte General Motors (WKN:A1C9CM) den Abbau von 14.000 Arbeitsplätzen und die Schließung von fünf nordamerikanischen Werken an, um die Entwicklung von Elektro- und selbstfahrenden Autos zu priorisieren.

Der langsamste Tag in der Geschichte der Aktienmärkte

In einer E-Mail an die Leser hat The Wall Street Journal ein kurioses Jubiläum gefeiert:

An diesem Tag im Jahr 1915 hatte die Wall Street ihren langsamsten Handelstag des 20. Jahrhunderts, als sich die europäischen Armeen im Kampf gegenüberstanden. Nur 23.505 Aktien wurden an der New York Stock Exchange gehandelt. Das war auch einer der besten Zeitpunkte im gesamten 20. Jahrhundert, um einzukaufen: Ende 1915 stieg der Dow um 82 %, was sein größter jährlicher Anstieg aller Zeiten war.

Die Lethargie und die daraus resultierenden spektakulären Gewinne sind weniger überraschend, wenn man weiß, dass die Kaufkraft unterdrückt war. Der Aktienmarkt war nach seiner längsten Schließung aller Zeiten am 15. Dezember 1914 gerade wieder geöffnet worden, und die Aktien durften nicht unter ihrem Schlusskurs vom 30. Juli 1914 (dem letzten Tag vor dem Stopp) gehandelt werden. Im April 1915 führten die Behörden den beschränkungsfreien Handel wieder ein.

Aktuell schlossen der S&P 500 (WKN:A0AET0) und der Dow Jones Industrial Average (WKN:969420) das Jahr 2018 mit den schlechtesten Jahreswerten seit 2008 sowie mit den schlechtesten Dezemberwerten seit 1931 ab: der S&P ging um 6,2 %, der Dow um 5,6 % zurück.

Umweltverschmutzung: Air India

Hier einige faszinierende — aber relevante — Fakten aus den Charts des Jahres der Financial Times, mit freundlicher Genehmigung des Datenvisualisierungseditors Alan Smith:

In den letzten zehn Jahren hat China die meisten Schlagzeilen wegen schlechter Luftqualität gemacht. Die 10 am stärksten verschmutzten Städte der Welt liegen jedoch nun alle in Nordindien … Etwa 140 Mio. Menschen in Indien atmen Luft, deren Verschmutzungsgrad um das 10fache oder mehr über dem sicheren Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation liegt … Eine Studie von Lancet schätzt, dass 2017 1,24 Mio. Inder durch Umweltverschmutzung ums Leben kamen, was die durchschnittliche Lebenserwartung des Landes um 1,7 Jahre senkte.

Stromverbrauch

Bloomberg-Opinion-Kolumnist Justin Fox hebt einen interessanten — und förderlichen — Trend hervor, der im Zuge der globalen Finanzkrise entstanden ist:

Vor einem Jahrzehnt hörte der Stromverbrauch in den USA auf zu steigen. Er war während der vergangenen Rezessionen kurzzeitig gesunken, so dass der erste Rückgang in den Jahren 2008 und 2009 keine Überraschung war. Nach der Erholung im Jahr 2010 blieb der Verbrauch jedoch unverändert, auch wenn sich die Wirtschaft weiter erholte. Dieses noch nie da gewesene Plateau sowie eine Verlagerung weg von Kohle bei der Stromerzeugung ermöglichten einen Rückgang der Kohlendioxidemissionen in den USA um fast 15 Prozent.

Diese Entwicklung ist in der folgenden Grafik sehr deutlich zu erkennen, die das Wachstum der US-Stromerzeugung (grüne Linie) mit dem des realen Bruttoinlandsprodukts (blaue Linie) vergleicht:

AUS DER DATENBANK DER FEDERAL RESERVE

Breitband

Ein weiterer Leckerbissen aus den Charts des Jahres der Financial Times: Vergiss Ballons, Satelliten oder Drohnen in luftiger Höhe — die Landbewohner in Nordengland krempeln für schnelleres Internet die Ärmel hoch:

Nach gängiger Meinung ist die Internetgeschwindigkeit in ländlichen Gebieten viel geringer als in Städten. Obwohl das insgesamt zutreffen mag, ergab die FT-Analyse der detaillierten Breitbandgeschwindigkeitsdaten der britischen Regulierungsbehörde Ofcom, dass es in den britischen Stadtzentren langsamer läuft als in den Vororten, wobei die höchsten Breitbandgeschwindigkeiten des Landes im ländlichen Norden mit freundlicher Genehmigung von B4RN zu finden sind — einer freiwilligen Initiative, bei der die Gemeinde mithalf die Gräben für die Kabel auszuheben.

Kryptowährungen: Notwendige Illusionen

In „Das Krypto-Ziel für 2019: Technologie, die Menschen nutzen können“ schließt das Wall Street Journal die Lücke zwischen der Wahrheit über Kryptowährungen und den Irreführungen, die erforderlich sind, um eine Blase zu schaffen: „Krypto hat es schwer, zu erkennen, wie klein und dass es noch im Entstehen ist“, sagte Mr. Burniske [Autor von Cryptoassets und Partner beim Venture-Capital-Unternehmen Placeholder]. „Wir wurden in der Annahme, wie schnell wir dachten, dass es passieren würde, getäuscht.“

Und diese Täuschungen sind schwer aus der Welt zu schaffen (Hervorhebungen des Autors):

Jalak Jobanputra, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin des Venture-Capital-Unternehmens Future\Perfect Ventures, sagte, 2019 werde man einen neuen Fokus auf die Unternehmen und Start-ups legen, die mit der Technologie experimentieren. Sie interessiert sich sowohl für Produkte und Dienstleistungen, die Nutzer ansprechen, als auch für Plattformen wie Ethereum, die die Betriebssysteme iOS und Android von Google herausfordern wollen.

US-Unternehmen und ihre Preissetzungsmacht

Im Rahmen einer Wirtschaft, die eine zunehmende Verdichtung in einer Reihe von Branchen erlebt hat, hebt die Washington Post ein aktuelles Dossier hervor, das die Auswirkungen der zunehmenden Marktmacht von US-Unternehmen auf die Ungleichheit misst.

„In einer Welt, in der Einzelpersonen oder Haushalte sowohl Verbraucher als auch Aktionäre sein können, hängen die Auswirkungen der Marktmacht auf die Ungleichheit zum Teil von der relativen Verteilung des Konsums und der Kapitalbeteiligung der Unternehmen auf Einzelpersonen oder Haushalte ab“, so das Forscherteam hinter der neuen Studie, zu der auch ein Mitglied des australischen Parlaments mit einem PhD in Wirtschaftswissenschaften gehört.

[…] Sie stellen fest, dass die monopolistische Preisgestaltung den Anteil jeder Einkommensgruppe am Volkseinkommen schmälert, mit Ausnahme der Top-20-Prozent, deren Einnahmen steigen. Unternehmen nutzen ihre Marktmacht, um Vermögen aus armen und mittelständisch Haushalten zu gewinnen und in die Taschen der Reichen zu stecken, und zwar in Höhe von etwa 3 Prozent des nationalen Haushaltseinkommens im Jahr 2016.

US-Unternehmen und ihre Kaufkraft

In der Kolumne des Wall Street Journal ‚Heard on the Street‘ (auf der Straße gehört) steht geschrieben, dass die Regulierungsbehörden zunehmend an der Macht großer Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern und Lieferanten interessiert sind:

Bisher wurde kein Kartellverfahren im Namen der Arbeiterschaft eingeleitet, und in der heutigen Zeit wurden nur sehr wenige Verfahren in Bezug auf die Macht eines Unternehmens über Arbeit, Güter oder Dienstleistungen eingeleitet. Aber das scheint sich zu ändern. Der Einwand des Justizministeriums gegen die Fusion der Krankenversicherer Anthem und Cigna im vergangenen Jahr enthielt als eigenständiges Argument erstmals die Erwähnung der gestiegenen Macht gegenüber Ärzten und Krankenhäusern. Dieser Deal wurde jedoch letztendlich aufgrund klassischer Bedenken gegenüber den Kunden verhindert.

Die Sorge über dominante Käufer so genannte Monopsone — im Gegensatz zu dominanten Verkäufern oder Monopolen — ist aus der akademischen Welt aufgeflammt und hat sich zu einem Leitthema der aktuellen Anhörungen der Federal Trade Commission darüber entwickelt, ob die aktuelle Praxis im Umgang mit Kartellen noch funktioniert. Solche Anhörungen sind selten: Die letzte war Mitte der 90er Jahre.

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Dieser Artikel wurde von Alex Dumortier, CFA auf Englisch verfasst und am 06.01.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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