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Aphria vs. Liberty Health Sciences: Welche ist die bessere Cannabisaktie

Foto: Getty Images.

Es dürfte eine Weile dauern, bis man alles aufgezählt hat, was die Cannabisproduzenten Aphria (WKN:A12HM0) und Liberty Health Sciences (WKN:A2DVCL) alles miteinander verbindet. Aphria hatte einst eine beträchtliche Beteiligung an Liberty. Der CEO, Vic Neufeld, ist Vorsitzender des Liberty-Vorstands. Aphria-Mitgründer und Geschäftsführer John Cervini ist ebenfalls im Vorstand von Liberty vertreten.

Aber trotz der engen Beziehungen sind Aphria und Liberty Health Sciences getrennte Einheiten. Und sie bieten Anlegern sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Welche dieser beiden Marihuanaaktien ist aber derzeit der bessere Kauf?

Was für Aphria spricht

Sprechen wir zunächst einmal über die negativen Aspekte von Aphria. Leerverkäufer behaupteten, dass das Unternehmen exorbitante Preise für internationale Deals bezahlt habe, wobei Aphria-Insider von den Geschäften profitierten. Aphria hat die Vorwürfe zurückgewiesen und einen Sonderausschuss ernannt, der sich aus unabhängigen Vorstandsmitgliedern zusammensetzt, um die Angelegenheit zu prüfen.

Dieser Skandal führte zu einem Kursverfall der Aphria-Aktien. Es ist möglich, dass es weitere Rückgänge geben könnte, wenn festgestellt wird, dass das Unternehmen oder sein Management illegal oder nicht vertretbar gehandelt haben. Doch Aphria wird das früher oder später überstehen. Für Anleger, die diesen Tag eher früher als später erwarten, gibt es mehrere gute Gründe, die Aktie durchaus zu schätzen.

Aphria ist in Kanada sowohl im medizinischen als auch im Freizeitmarihuanamarkt sehr gut aufgestellt. Es bestehen Lieferverträge für den Freizeitmarkt mit allen kanadischen Provinzen sowie dem Territorium Yukon. Aphria hat Southern Glazer’s, den größten Wein- und Spirituosenvertrieb in Nordamerika, als exklusiven Partner für den Vertrieb seiner Freizeitcannabisprodukte gewonnen.

Die internationalen Möglichkeiten sind für Aphria noch größer. Und man ist wohl in einer guten Verfassung, um weltweit mitzuhalten. Im November gab Aphria die Übernahme von CC Pharma bekannt, einem führenden Pharmavertrieb in Deutschland. Mit dieser Transaktion wird die Präsenz des Unternehmens auf dem wichtigen deutschen Markt für medizinisches Cannabis gestärkt. Aphria ist bereits mit einer Tochtergesellschaft im Land vertreten.

Darüber hinaus verfügt Aphria über Tochtergesellschaften oder strategische Partnerschaften in Australien, Dänemark, Malta, Italien und Lesotho. Das Unternehmen ist auch in Lateinamerika tätig und hat kürzlich eine Absichtserklärung mit dem Pharmadistributor Insumos Medicos für eine exklusive Liefer- und Vertriebsvereinbarung zur Lieferung von medizinischem Cannabis in Paraguay unterzeichnet.

Auch die Kapazität sollte für Aphria kein Thema sein. Das Unternehmen geht davon aus, dass man bis Anfang 2019 255.000 Kilogramm Cannabis pro Jahr produzieren kann.

Was für Liberty Health Sciences spricht

Liberty Health Sciences konnte sich den Folgen des Aphria-Skandals nicht entziehen. Einer der Leerverkäufer hinter den Anschuldigungen bezüglich Aphria veröffentlichte auch einen Bericht, in dem er Liberty als „lediglich eine weitere Erweiterung des Aphria-Netzes von höchst fragwürdigen Geschäften“ nannte. Liberty ließ das so nicht stehen und gab eine öffentliche Erklärung ab, die besagt, dass der Bericht „eine Reihe von sachlichen Fehlern und veralteten Informationen enthält.“

Wie bei Aphria wirkte sich das alles auf den Kurs der Aktie aus. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sich Liberty schneller erholt als Aphria, da die Vorwürfe bezüglich Liberty weniger schwerwiegend zu sein schienen als die gegen Aphria.

Abgesehen von der jüngsten Kontroverse scheint Libertys Geschäft recht gut zu laufen. Das Unternehmen besitzt eine von lediglich 14 Cannabislizenzen im US-Bundesstaat Florida. Arcview Market Research und BDS Analytics prognostizieren, dass Floridas medizinischer Marihuanamarkt bis 2022 mehr als 1,7 Milliarden USD wert sein wird.

Liberty geht davon aus, dass man derzeit einen Marktanteil von rund 15 % in Florida beansprucht. Mit neuen Apotheken und weiteren, die dazu kommen, will das Unternehmen seinen Marktanteil in Florida auf rund 25 % steigern. Mit der Erweiterung der Produktionsstätte Liberty 360 Anfang 2019 wird Liberty voraussichtlich sein Ziel erreichen können.

Und Liberty expandiert in einen weiteren US-Bundesstaat. Gemeinsam mit dem Immobilienentwickler Schottenstein Group hat das Unternehmen ein Joint Venture gegründet, das die Eröffnung einer medizinischen Cannabisapotheke in Dayton, Ohio, bis Ende März 2019 plant. Zusätzlich zur Apotheke wird das Gemeinschaftsunternehmen eine 10.000 Quadratfuß große Verarbeitungsanlage betreiben, die für die Extraktion, Veredelung und Verpackung der Produkte genutzt wird.

Welche Aktie ist der bessere Kauf?

Die Marktkapitalisierung von Aphria liegt bei rund 1,5 Milliarden USD. Trotz der Anschuldigungen, die die Aktie belastet haben, denke ich, dass Aphria in Zukunft solide Renditen liefern kann. Und die Aktie könnte rasant steigen, wenn Aphria von einem großen Unternehmen von außerhalb der Branche als Partner auserkoren werden sollte.

Trotzdem denke ich, dass Liberty Health Sciences den besseren Deal darstellt. Unter der Voraussetzung, dass das Unternehmen sein Ziel, 25 % des Marktes in Florida zu erobern, erreichen kann, ist Liberty auf dem besten Weg, in wenigen Jahren einen Jahresumsatz von mehr als 400 Millionen USD zu erzielen. Und da sind noch nicht einmal die Tätigkeiten in Ohio oder andere zukünftige Expansionen mit einberechnet.

Selbst wenn Liberty seinen Marktanteil in Florida nicht ganz so stark wie geplant steigert, sollte das Unternehmen seinen Umsatz in den nächsten Jahren dennoch drastisch steigern. Bei Libertys Marktkapitalisierung von derzeit unter 300 Millionen USD wirkt diese gebeutelte Cannabisaktie im Moment wie ein Schnäppchen auf mich.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 16.12.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschsprachigen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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