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Diese Pot-Akties haben das meiste Geld

Foto: Getty Images.

Die Marihuanaindustrie hat gerade das wohl beste Jahr ihrer Geschichte hinter sich gebracht. Im vergangenen Jahr erlebten wir, wie Kanada als erstes Industrieland der Welt Cannabis zum Freizeitgebrauch legalisierte, und sahen einige bedeutende Fortschritte in den USA, darunter die Legalisierung von Hanf und Hanf-basiertem Cannabidiol, die Zulassung des allerersten aus Cannabis gewonnenen Medikaments und die weitere Legalisierung von medizinischem oder Freizeit-Gras auf staatlicher Ebene.

Und doch sage ich das „wohl“ beste Jahr, denn die Anleger der Marihuana-Aktien hatten zumeist ein Jahr, das sie wohl lieber vergessen möchten. Nach zwei Jahren unglaublicher Gewinne beendete der größte Teil der Aktien 2018 deutlich niedriger, als sie es begonnen hatten.

Im Jahr 2019 könnten die Anleger der Marihuana-Aktien auf neue Hürden stoßen. Die regulatorische Bürokratie in Kanada hat zu einer kurzfristigen Marihuana-Knappheit geführt, was die Verbraucher zurück auf den Schwarzmarkt treiben und die Verkaufs- und Gewinnprognosen der Aktien negativ beeinflussen könnte.

Diese Marihuana-Aktien schwimmen im Geld

Darüber hinaus war trotz der Legalisierung der Zugang zu nichtverwässernden Finanzierungsformen eingeschränkt. Das hat dazu geführt, dass sich die meisten Marihuana-Aktien über die Ausgabe neuer Aktien finanzieren mussten, wie z. B. Kapitalerhöhungen, Wandelschuldverschreibungen oder Ausgaben von Aktienoptionen und/oder Optionsscheinen.

Letztendlich ist Bargeld ein sehr wertvolles Gut im Cannabis-Bereich, und diejenigen Aktien, die es haben, können ihre Unternehmensstrategien in die Tat umsetzen. Nach der Durchsicht von mehr als vier Dutzend Potaktien mit einer Marktkapitalisierung von über 200 Millionen US-Dollar zeichnen sich drei durch eine besonders gute Kapitalisierung aus, wenn man die liquiden Mittel und Wertpapiere berücksichtigt.

Canopy Growth: Mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar

Absolut keine Cannabis-Aktie steht besser da als Canopy Growth (WKN:A140QA), wenn es um Geld geht. Obwohl das Unternehmen am Ende seiner letzten Quartalsabrechnung fast 330 Millionen US-Dollar in bar zur Verfügung hatte, waren die 4 Milliarden US-Dollar an Kapitalinvestitionen von dem Corona und Modelo-Bierhersteller Constellation Brands (WKN:871918),hierin noch nicht enthalten die nach dem Ende seines Berichtsquartals flossen.

Der größte Deal in der Geschichte des Cannabis war, dass Canopy Growth 104,5 Millionen Stammaktien an Constellation mit einer Prämie von 51 % auf den Schlusskurs vom 14. August verkaufte, wobei auch 139,7 Millionen Optionen ausgegeben wurden. Constellation Brands hält nach heutigem Stand 37 % an Canopy, könnte diesen Anteil aber in den kommenden Jahren auf bis zu 56 % erhöhen, wenn alle erhaltenen Optionen gezogen werden. Im Gegensatz zu den meisten Marihuana-Partnerschaften deutet die Größe dieses Deals darauf hin, dass Constellation mehr tun will, als nur Getränke auf Cannabis-Basis zu entwickeln. Es zeigt, dass Constellation an die Legitimität und das Wachstum der Cannabisindustrie glaubt.

Was Canopy betrifft, so verfügt es heute über eine ganze Kriegskasse an Kapital. Mit diesen Mitteln wird es seine Kapazitäten erweitern, seine Freizeitmarken vermarkten und aufbauen sowie in internationale Märkte vordringen. Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn das Unternehmen Übernahmen tätigte, die das bestehende Geschäft ergänzen würden.

Cronos Group: Mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar*.

Eine weitere Pot-Aktie, die bald auf einem Geldberg stehen wird, ist die Cronos Group (WKN:A2DMQY).

Zum Ende des letzten Quartals verfügte das Unternehmen nur über einen Kassenstand von rund 30 Millionen US-Dollar. Am 7. Dezember wurde aber verkündet, dass Altria (WKN:200417), der Tabakriese hinter der Marke Marlboro, eine 1,8-Milliarden-Dollar-Beteiligung an der Cronos Group mit einem Aufschlag von 41,5 % auf den 10-tägigen volumengewichteten Durchschnittspreis an der TSX in Kanada erwarb. Nach Abschluss wird Altria einen Anteil von 45 % an Cronos halten und diesen auf 55 % erhöhen können, vorausgesetzt, die erhaltenen Optionen werden ebenfalls ausgeführt.

Warum das Sternchen neben dem Kassenstand? Die einfache Antwort ist, dass dieser Deal noch nicht abgeschlossen ist. Dies wird erst in der ersten Hälfte des Jahres 2019 geschehen. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass die Aktionäre von Cronos dagegen wären, was einen Rückzieher höchst unwahrscheinlich macht.

Nach Fertigstellung erhält Altria Zugang zur schnell wachsenden Cannabis-Industrie, womit die rückläufigen Absatzzahlen in den USA ausgeglichen werden können. In der Zwischenzeit wird Cronos sich auf Altrias Marketingkenntnisse und finanzielle Mittel stützen, um seine Cannabisprodukte in neue Märkte zu bringen.

Daher sollte man darauf achten, wie Cronos die Mittel einsetzen wird, um seine Marken zu entwickeln, sein Portfolio zu erweitern und Übernahmen zu tätigen.

Curaleaf Holdings: Fast 450 Millionen US-Dollar.

Die in den USA ansässige vertikal integrierte Apotheke Curaleaf Holdings (WKN:A2N8GY) ist das dritte und letzte Unternehmen mit einem Berg an Bargeld.

Am Ende des kürzlich gemeldeten Quartals von Curaleaf verfügte es „nur“ über rund 48 Millionen US-Dollar. Nach Ende des Quartals sammelte das Unternehmen rund 400 Millionen US-Dollar ein. Das deutet darauf hin, dass Curaleaf etwa 448 Millionen US-Dollar zur Verfügung hat, um seine Wachstumsstrategie zu unterstützen.

Mitte Dezember besaß Curaleaf 35 Niederlassungen in den USA, 19 davon in Florida, mit einem Dutzend Anbaustätten und 10 Verarbeitungsanlagen. Da der zwischenstaatliche Transport von Cannabis in den USA nach Bundesrecht nicht erlaubt ist, muss das Unternehmen Anbau- und Verarbeitungsstandorte in denselben Staaten wie seine Apotheken betreiben, um die vertikale Kontrolle über seine Lieferkette zu behalten. Da Curaleaf bis Ende 2019 auf 67 Apotheken expandieren will, wird das Geldvermögen in Höhe von fast 450 Millionen US-Dollar einen großen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten.

Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn Curaleaf nach der Verabschiedung des Farm Bill im Dezember in die Offensive gehen und kleinere Übernahmen tätigen würde. Mit einem verbesserten Zugang zu Cannabidiol auf Hanfbasis könnte Curaleaf von einem zunehmenden Interesse an CBD-basierten Produkten profitieren.

Obwohl Geld allein keinen Erfolg garantiert, bestehen bei diesen drei Aktien sicherlich keine Bedenken hinsichtlich der Liquidität.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 03.01.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt Constellation Brands.

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