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4 Ursachen für den Absturz der ProSiebenSat.1-Aktie und 3 Gründe, warum es auch Hoffnung gibt

Seit Ende 2015 ist die ProSiebenSat.1 (WKN: PSM777)-Aktie um über 70 % gefallen (07.01.2019). Ein so starker Einbruch wäre nur dann gerechtfertigt, wenn die Ergebnisse auch entsprechend fallen würden und das Geschäft stark gefährdet wäre. Aber ist dies wirklich der Fall oder gibt es doch Lichtblicke für den Wert? Was die Aktie derzeit belastet und was dennoch weiter für das Unternehmen spricht, erfährst du hier.

1. Das Fernsehen verändert sich

Keine Frage, besonders junge Menschen finden immer mehr Gefallen an kostenpflichtigen Streamingdiensten wie Netflix (WKN: 552484), Amazon (WKN: 906866) oder Sky. Daneben nutzen sie aber auch immer mehr Kanäle wie YouTube oder auch die freien Videoangebote der TV-Sender im Internet.

Von Ende 2017 bis 2023 soll der Umsatz über Pay-Video-on-Demand-Angebote von 1,1 auf 2,3 Mrd. Euro ansteigen. Dies verdeutlicht das enorme Wachstum und führt zu weniger Zuschauern im freien Fernsehen.

2. Konzernumbau

ProSiebenSat1 baut derzeit sein Unternehmen in Richtung Digitalisierung um und dies verursacht zunächst Kosten. Der Umbau hat erfahrungsgemäß zunächst einen negativen Effekt und es braucht Zeit, bis die Umstellung erfolgt ist. Investoren schauen jedoch nur auf die kurzfristige Entwicklung und wenn sie negativ ausfällt, wird verkauft.

3. Konjunktureinfluss

Dass der Kurseinbruch nicht nur strukturelle, sondern auch konjunkturbedingte Gründe hat, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. So ist die Aktie beispielsweise auch von 2000 bis 2002 und von 2007 bis 2009 stark eingebrochen.

Für 2019 haben viele Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose gesenkt. Im Umfeld einer schwachen Wirtschaft fließen weniger Werbeeinnahmen. Dies ist meiner Meinung nach auch der Hauptgrund für den Kurseinbruch. Die Aktie war schon immer ein starker Zykliker und der Kurs nimmt einen konjunkturbedingten Abschwung vorweg. Zudem war die Aktie bereits überbewertet.  

4. Folgeeffekte

Aufgrund des Kurseinbruches musste ProSiebenSat1 den Dax verlassen, was den Kurs weiter nach unten drückte, denn viel Fonds steigen in Folge automatisch aus.

Da ProSiebenSat1 mehr investieren möchte, um die Ergebnisse weiter zu steigern, werden zukünftig nur noch 50 % des Gewinns als Dividende ausgeschüttet. Auch dies führte zu Verkäufen.

Dem Aktionär kommt diese Aktion langfristig aber sogar zugute. Zudem werden über die nächsten ein bis zwei Jahre Aktienrückkäufe in Höhe von 250 Mio. Euro erwägt, die zu einer besseren Bewertung führen würden.

Eine Dividendenkürzung aufgrund schlechter Ergebnisse wäre schlecht, liegt hier aber nicht vor. Und aufgrund der Konjunkturabhängigkeit war die Aktie noch nie ein Dividendenaristokrat.

Und warum nicht alles schlecht ist

1. Wachsendes Geschäft

Die Konzentration auf die tatsächlichen Ergebnisse eines Unternehmens ist langfristig immer noch die beste Strategie. Und wenn du dir die Ergebnisse von ProSiebenSat1 über den Zeitraum 2008 bis 2017 ansiehst, wirst du feststellen, dass der Umsatz von 3.054 auf 4.079 Mio. Euro und der operative Gewinn von 266 auf 532 Mio. Euro gestiegen sind. Ein schlechtes Geschäft sieht anders aus.

ProSiebenSat1 erzielte fast durchgängig eine Nettomarge im zweistelligen Bereich und die Gesamtkapitalrendite lag fast immer über 5 %. Auch dies spricht für das Unternehmen. Einzig die Eigenkapitalquote von nur 14,41 % und die relativ hohe Verschuldung steigern die Konjunkturabhängigkeit und damit die Anfälligkeit der Aktie.

2. Werbefinanziertes Fernsehen wird wahrscheinlich nicht verschwinden

Zwar ist besonders unter den jungen Menschen ein starker Trend zum Video-on-demand und zu Streamingdiensten zu beobachten, aber auch ProSiebenSat1 strukturiert sich um und reagiert auf den Trend.

So verzeichnet der Konzern bei seinen Onlineangeboten monatlich über eine Milliarde Zuschauer und die digitalen Angebote werden ausgebaut. Solange die Inhalte beliebt bleiben, gibt es keinen Grund für einen Kollaps des Geschäftsmodells. Und die meisten Zuschauer bleiben wahrscheinlich bei den freien TV-Sendern.

3. Plan für die Zukunft

ProSiebenSat.1 hat einen klaren Plan für die Zukunft. So wird der Konzern die schnell wachsenden Bereiche ausbauen. In den nächsten fünf Jahren soll ein Umsatz von 6 Mrd. Euro erreicht werden (2018 etwa 4 Mrd. Euro), wobei  mindestens 50 % aus digitalen Angeboten stammen sollen. Und sogar der viel gescholtene Umsatz aus der TV-Werbung soll weiter anziehen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Netflix.