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NVIDIAs größte Hürde für 2019

Der Chiphersteller NVIDIA (WKN:918422) kam im letzten Quartal 2018 ziemlich unter die Räder. Die jüngsten Ergebnisse und der dazugehörige Ausblick entsprachen nicht den Erwartungen und beendeten eine goldene Periode, in welcher der Grafikchip-Spezialist ein schnelles Wachstum erzielte und den breiteren Markt leicht übertraf.

Die schlechte Nachricht ist, dass NVIDIA dank der Kryptowährungskrise, die zu einem übermäßigen Inventar  an GPUs (Grafikprozessoren) geführt hat, angeschlagen in das Jahr 2019 geht. Daher hat das Unternehmen Schwierigkeiten, seine Karten zu verkaufen und muss auch mit einer schwächeren Preisgestaltung rechnen, da die Krypto-Miner ihnen nicht mehr die Karten aus den Händen reißen.

NVIDIA schätzt, dass die Korrektur noch einige Quartale andauern wird. Aber das garantiert keine Rückkehr zu den glorreichen Tagen, denn NVIDIA steht vor einer großen Hürde in Form der neuen GPU-Architektur von Advanced Micro Devices (WKN:863186).

AMDs neue Waffe

PC-Spiele werden mit jeder Generation komplexer und grafikintensiver, weshalb die Nachfrage nach leistungsfähigeren und stromsparenden GPUs steigen wird. Die Verkleinerung der Größe des Prozessorkerns ist eine Möglichkeit, die GPU-Leistung zu steigern und gleichzeitig den Stromverbrauch im Griff zu behalten.

Ein kleinerer Prozessorkern bedeutet, dass mehr Transistoren auf kleinstem Bereich eng beieinander liegen. Infolgedessen legen die Elektronen in einem Chip, der mit einem 7-Nanometer-(nm)-Prozess hergestellt wird, eine kürzere Strecke zurück als bei 14 nm. Deshalb liefert der auf dem kleineren Kern aufgebaute Chip mehr Rechenleistung pro Watt verbrauchter Energie.

Der Vorteil von AMD ist, dass es so aussieht, als würde es NVIDIA beim Wettlauf um die kleineren Prozessorkerne überholen. Das Unternehmen hat kürzlich einige Radeon-Instinct-GPUs vorgestellt — die MI60 und die MI50 –, welche die weltweit ersten Grafikkarten auf Basis eines 7nm-Prozesses sind. Diese Karten sind für Rechenzentren und nicht für Mainstream-Gaming gedacht, doch es sollte nicht lange dauern, bis AMD diese Technologie auch für Consumer-GPUs einsetzt.

AMD-CEO Lisa Su wird voraussichtlich am 9. Januar auf der CES 2019 eine Keynote halten, wo sie „die vielfältigen Anwendungen für neue Computertechnologien vorstellen wird, die von der Lösung einiger der härtesten Herausforderungen der Welt bis hin zur Zukunft von Gaming, Unterhaltung und Virtual Reality mit dem Potenzial zur Neudefinition des modernen Lebens reichen“.

Gary Shapiro, der als CEO der Consumer Technology Association die CES 2019 organisiert, sagte in einer Pressemitteilung, dass Su „ein Bild der nächsten Generation von Computern vermitteln wird, die dazu beitragen werden, die Zukunft von Gaming und virtueller Unterhaltung neu zu definieren“. Es besteht also eine große Wahrscheinlichkeit, dass AMD bald Consumer-Grafikprozessoren auf Basis des 7nm-Fertigungsprozesses vorstellen könnte.

NVIDIA plant Berichten zufolge, seine eigenen 7-nm-GPUs im Lauf des Jahres 2020 auf den Markt zu bringen. Damit könnte AMD der erste Anbieter mit einer 7-nm-Consumer-Grafikkarte auf dem Markt sein und NVIDIA schlagen, das kürzlich erst neue Karten auf Basis des 12-nm-Prozesses auf den Markt brachte.

Wo steht NVIDIA?

AMD ist es in letzter Zeit gut gelungen, im Bereich GPUs Fuß zu fassen, aber NVIDIA hat sich im dritten Quartal beeindruckend gewehrt. Ein Bericht von Jon Peddie Research über den GPU-Markt im dritten Quartal 2018 bezifferte den Marktanteil von NVIDIA auf 74,3 %, was einem deutlichen Anstieg gegenüber 63,9 % im zweiten Quartal entspricht.

Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die neuesten GPUs der 20er-Serie verhalten. NVIDIA hat seine neuen Grafikkarten im September auf den Markt gebracht, und die ersten Berichte waren durchwachsen. Hohe Preise, begrenzte Leistungssteigerungen und Qualitätsprobleme könnten NVIDIA im letzten Quartal heimsuchen und zu den Problemen beitragen, die von den Kryptowährungen herrühren.

Es gibt Berichte, dass einige der RTX 2080 Ti von NVIDIA Qualitätsprobleme aufweisen. Analysen und Anwenderberichte von Drittanbietern deuten auf eine Überhitzung der Grafikkarten hin.

Die schlechte PR könnte AMD kurzfristig einen Vorsprung vor NVIDIA verschaffen und eine Trendwende erschweren. NVIDIA erwartet für dieses Quartal einen Rückgang der Umsätze und eine Verlangsamung des Umsatzwachstums im kommenden Geschäftsjahr. Daher könnte sich die Dynamik im GPU-Bereich im nächsten Jahr verschieben, wenn AMD seine 7-nm-Karten auf den Markt bringt, während NVIDIA mit den Problemen einer verpatzten Produkteinführung und dem überschüssigen Inventarbestand  kämpft.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt NVIDIA.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und am 3.1.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.