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Ist die Dividendenrendite von Honda von 3,5 % eine sichere Sache?

Autoaktien werden derzeit zu eher niedrigen Bewertungen gehandelt, was hier und da zu starken Dividendenrenditen geführt hat. Aber Autoaktien sind ja in der Regel zyklische Aktien, was bedeutet, dass die Gewinne in einer brummenden Wirtschaft steigen und dann in schlechteren wirtschaftlichen Zeiten sinken.

Darum muss man sich ganz besonders gut informieren, bevor man auf den Zug mit den hohen Dividenden aufspringt. Honda Motor (WKN:853226) ist auf der ganzen Welt ein bekannter Name, aber in den USA ist die Aktie nicht ganz so stark gefragt. Ich denke, dass man sie sich ruhig mal anschauen sollte, und das nicht nur wegen der Dividendenrendite von 3,5 %.

Zuallererst muss man überprüfen, ob diese Dividende denn auch nachhaltig ist. Werfen wir mal einen gründlichen Blick auf Honda, um zu erfahren, ob man sich auf die Dividende langfristig verlassen kann.

Hondas Dividende: die nackten Zahlen

Kennzahl Honda
Derzeitige vierteljährliche Dividende pro Aktie 28 Yen (0,25 USD)
Derzeitige Rendite 3,46 %
Auszahlungsrate 16,72 %
Letzte Erhöhung Oktober 2018

Quelle: Thomson Reuters, Honda Motor.

Die Dividendenrendite von Honda liegt mit knapp 3,5 % weit über dem Durchschnitt. Wenn man eine Dividendenrendite von über 3 % sieht, sollte man sich vor dem Investieren gut informieren, denn es gibt eine Reihe wichtiger Fragen, die beantwortet werden wollen.

Eine hohe Dividendenrendite kann ein Kaufsignal sein – oder eine Warnung

Zuerst einmal muss man ermitteln, ob die Dividendenrendite hoch ist, weil die Bewertung der Aktie niedriger steht als die der Mitbewerber. Wenn die Bewertung eines Unternehmens niedrig ist, kann es sich manchmal als Chance erweisen: ein gutes Unternehmen, das der Markt im Augenblick nicht auf dem Zettel hat. Aber es kann natürlich auch bedeuten, dass das Unternehmen eine schwierige Phase durchmacht, so dass gut informierte Anleger lieber die Finger davon lassen.

Im Moment werden die American Depositary Receipts von Honda in den letzten vier Quartalen etwa zum 5-Fachen der Gewinne gehandelt. Wie sieht das im Vergleich zur Konkurrenz aus?

Hersteller Kurs-Gewinn-Verhältnis
BMW 5,8
Daimler 5,4
Fiat Chrysler Automobiles 6,7
Ford Motor Company 5,6
General Motors 5,3
Nissan Motor 4,9
Toyota Motor 7,4
Volkswagen 5,5

Quelle: Thomson Reuters.

Hondas Bewertung liegt am unteren Ende der Branche, ist aber nicht ungewöhnlich weit weg vom Durchschnitt: Die meisten Konkurrenten werden zum 5- und 6-Fachen des Gewinns gehandelt. Die Bewertung von Honda ist niedrig, aber nicht, weil das Unternehmen eine schlechte Performance gezeigt hat. Auch wenn die Verkaufszahlen von Honda im letzten Quartal leicht zurückgingen, trugen starke Motorradverkäufe und gute Ergebnisse im Bereich Financial Services zu einem soliden Gewinn bei.

Der Aktienkurs von Honda ist im Vergleich zum letzten Jahr um etwa 19 % gefallen, aber auch das ist nicht ungewöhnlich: Die meisten Aktien der Konkurrenz sind im vergangenen Jahr stark gefallen, da die Befürchtung herrscht, dass das Umsatzwachstum zum Stillstand kommt und der Handelskrieg zwischen den USA und China weitergeht. (Die einzige Ausnahme ist Toyota.)

Daten via YCharts. Die Aktienpreise zeigen den Jahresverlauf 2018 bis zum 11.12.2018 an

Aber eigentlich gibt es gute Gründe anzunehmen, dass sich Hondas Geschäft im Aufschwung befindet. Man hat an neuen Produkten gearbeitet und die Ergebnisse waren vielversprechend. Man hat auch mehr Investitionen in die Zukunft getätigt und einen Deal mit Cruise Automation, einer Tochtergesellschaft von GM, die sich mit autonomem Fahren beschäftigt, abgeschlossen.

Und es läuft jetzt wohl gut genug, so dass Honda seine Dividende im letzten Jahr zweimal erhöht hat, zuletzt auf 28 Yen (etwa 0,25 USD) ab dem 30. Oktober, außerdem hat man die eigenen Aktien zurückgekauft.

Also: Die Bewertung von Honda ist nicht besonders niedrig und das Unternehmen befindet sich auch nicht in einer Krise, stattdessen viel eher im Aufschwung.

Kann Honda die Dividende beibehalten?

Die zweite Frage, die sich bei einer hohen Dividendenrendite stellt, ist, ob das Unternehmen in der Lage sein wird, die Dividende auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Oder zahlt das Unternehmen etwa mehr Geld aus, als es sich langfristig leisten kann?

Das ist eine besonders wichtige Frage bei Unternehmen, die sich in zyklischen Geschäften befinden – wie eben Autos. Die Automobilhersteller haben hohe Fixkosten, was bedeutet, dass sie schon ein ziemlich hohes Umsatzniveau benötigen, allein um die Gewinnschwelle zu erreichen. Da die Autoverkäufe tendenziell mit dem Vertrauen der Verbraucher steigen und fallen, steigen und fallen nach Konjunkturzyklen auch die Gewinne der Automobilhersteller. In der Vergangenheit haben viele Automobilhersteller in Rezessionen Verluste hinnehmen müssen.

Im Allgemeinen sind die Verkäufe und Gewinne der Automobilhersteller seit einigen Jahren gut, aber die wirtschaftlichen Bedenken nehmen zu. Wird Honda in der Lage sein, seine Dividende auch in der nächsten Rezession aufrechtzuerhalten, wann auch immer die kommen mag?

Das wird man erst sicher wissen, wenn die Situation da ist, aber die Zeichen stehen nicht schlecht. Wie die meisten anderen großen Automobilhersteller verfügt Honda heute über hohe Barreserven, um zukünftige Produktprogramme und andere Verpflichtungen auch in einer Rezession zu finanzieren. Mit Stand 30. September belief sich Hondas Cash-Reserve auf 2,14 Billionen Yen (18,9 Milliarden USD), was in etwa dem Niveau der Konkurrenz entspricht.

Bemerkenswert ist auch, dass die Ausschüttungsquote von Honda im Branchenvergleich mit nur 16,7 % eher niedrig ist. Honda beabsichtigt, seine Dividendenausschüttung im Laufe der Zeit auf etwa 30 % des Nettogewinns zu erhöhen.

Ist die Dividende von Honda sicher?

Auch wenn Honda seine Dividende in einer lang anhaltenden oder besonders heftigen Rezession wohl kürzen oder streichen werden muss, sollte das Unternehmen über genügend Bargeld verfügen, um die Dividende in einer leichten Rezession beibehalten zu können – und es ist durchaus möglich, dass Honda seine Dividende vor der nächsten Rezession weiter steigert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Keine Dividende ist zu 100 % sicher, aber die von Honda sieht ziemlich solide aus.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von BMW und Ford. John Rosevear besitzt Aktien von Ford und General Motors.

Dieser Artikel erschien am 12.12.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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