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Nestlé greift nach Wachstumsmarkt: Lukrative Chance oder Imagekampagne?

Für das Unternehmen Nestlé (WKN: A0Q4DC) geht definitiv ein turbulentes Börsenjahr zu Ende. Es scheint, als hätte der Lebensmittelriese inzwischen häufiger mit regelrechten Imageproblemen zu kämpfen. Zudem zerrte auch ein Händlerstreit mit Edeka an der Markenmacht der Schweizer.

Doch Nestlé scheint nun zu versuchen, mithilfe eines neuen und potenziell interessanten Wachstumsmarkts in die Spur zurückzufinden. Schauen wir mal, ob sich diese Bestrebungen letztlich finanziell lohnen oder aber nur eine Spielerei auf dem Weg zu einem besseren Ruf sind.

Nestlé greift nach dem Veggie-Markt

Wie der Konzern zum Jahreswechsel verkündet hat, plant der Lebensmittelriese, in den Markt für vegane Lebensmittel einzudringen. Bereits im Frühling sollen unter dem neu kreierten Label Garden Gourmet erste vegane Lebensmittel die Kühlregale der Supermärkte erobern. Für den Anfang ist übrigens angedacht, einen Burger herauszubringen, der frei von tierischen Erzeugnissen sein soll. Eine interessante Wahl, wenn du mich fragst, allerdings soll uns das an dieser Stelle nicht weiter beschäftigen.

Nestlé erhofft sich von diesem Schritt in erster Linie, in einen interessanten Wachstumsmarkt vordringen zu können. Der Trend zu gesünderen Lebensmitteln ist schließlich in vollem Gange und immer mehr Konsumenten gehen inzwischen dazu über, ohne tierische Lebensmittel und Erzeugnisse leben zu wollen. Da scheint es nur logisch, dass Nestlé von diesem potenziell interessanten Kuchen ein ordentlichen Stück abhaben möchte.

Letztlich rechnet der Schweizer Konzern damit, bis in zehn Jahren in diesem Segment Umsätze in einer Größenordnung von rund einer Milliarde Schweizer Franken generieren zu können. Das könnte man auf den ersten Blick durchaus dahin gehend interpretieren, dass sich dieser Zweig für Nestlé auszahlen dürfte.

Es könnte allerdings auch ein anderes Motiv dahinterstecken

Möglicherweise jedoch auch nur auf den ersten Blick. Für einen internationalen Lebensmittelkonzern, der im vergangenen Jahr Umsätze in einer Größenordnung von knapp 90 Mrd. Schweizer Franken generiert hat, dürfte dieser Markt eigentlich relativ klein sein. Selbst wenn er noch stark am Wachsen ist, dürften die anvisierte eine Milliarde Schweizer Franken in zehn Jahren letztlich wohl EIN kleinerer Wachstumstreiber im opulenten Lebensmittelreich Nestlés sein. Auch wenn ich an dieser Stelle den Schritt hin zum Veggie-Markt nicht verteufeln will. Ganz und gar nicht.

Für mich scheint es jedoch wahrscheinlicher, dass Nestlé möglicherweise an seinem Konzernimage arbeiten möchte. Da es in den vergangenen Jahren immer mal wieder Kritik am Schweizer Lebensmittelkonzern gab und sich diese des Öfteren auch mal in regelrechten Shitstorms der Kritikern entlud, könnte der vegane Markt ein aussichtsreicher Schritt in einen sauberen Markt sein, der den Konzern in einem gesünderen und besseren Licht erstrahlen lässt. Sollte dies den Schweizern gelingen und so manche Gemüter besänftigen, könnte das zumindest kurz- bis mittelfristig etwas Spannung von der Sichtweise vieler Konsumenten bezogen auf den Schweizer Lebensmittelriesen nehmen. Mal sehen.

Für Anleger gilt dennoch: Augen auf das Wichtige!

Dennoch sollten sich Anleger nicht durch solche Nebenkriegsschauplätze ablenken lassen. Auch wenn sich das Konzernimage über kurz oder lang zu einem Problem hochschaukeln könnte (explizit: Konjunktiv!), gibt es für die kommenden zwei Jahre wichtigere Dinge zu beobachten.

Aus strategischer Sicht sollte Nestlé nämlich auch im kommenden Jahr effektiv und effizient an seinem Profitabilitätsvorhaben weiterarbeiten und so die operative Marge bis zum Jahr 2020 auf 18,5 steigern. Das dürfte über kurz oder lang die Geschicke der Nestlé-Aktie lenken, auch wenn man ab und an mit einem Auge durchaus auch mal auf neue Produkte, vegane Produkte und das Konzernimage schielen darf.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Nestle.

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