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Nach Coins, Cobalt und Cannabis: Was bewegt 2019 die Aktienmärkte?

Ende der 1990er-Jahre war es das Kürzel Dot.com, das alle elektrisierte. Später machte der Rohstoffboom alle verrückt und technische Begriffe wie Nano, Cloud und Big Data versprachen die Zukunft. Zuletzt bewegten etwa Seltene Erden, Bitcoin, Marihuana-Aktien und künstliche Intelligenz die Märkte.

Mit einem guten Gespür für solche Trends konnten Investoren durch frühzeitiges Einsteigen in die richtigen Werte jeweils überragende Renditen einfahren – manchmal nachhaltig und manchmal nur, wenn auch der rechtzeitige Absprung gelungen ist.

Auf Hypes zu setzen ist kein Kinderspiel, aber weil Prognosen insbesondere zum Jahreswechsel besonders viel Spaß machen, habe ich mich mal umgehört, was 2019 für Furore sorgen könnte.

Warum es so schwierig ist

Das Problem ist, dass ständig eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben wird. Viele Hype-Kandidaten der letzten Jahre sind schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Andere lauern seit einer kleinen Ewigkeit darauf, endlich richtig Fahrt aufzunehmen. Dazu gehören etwa Brennstoffzellen, flexible Solarmodule, die virtuelle Realität oder das fliegende Auto.

Ich denke dabei auch an tragbare Elektronik (Wearables) oder das Smart Home, die bisher den hohen Erwartungen kaum gerecht werden konnten. Es ist also durchaus eine gewisse Skepsis angesagt, wenn lauthals „das nächste große Ding“ ausgerufen wird. In den meisten Fällen besteht ausreichend Zeit, um abzuwarten, bis sich der Nebel lichtet.

Aber manchmal kommt es eben darauf an, schon frühzeitig dabei zu sein, bevor sich alle draufstürzen. Am besten dafür sind „U-Boot-Themen“, die plötzlich auf den Börsenportalen auftauchen. Niemand hätte vor wenigen Jahren auf einer Weihnachtsfeier über Cobalt, Bitcoin oder Cannabis gesprochen (ja, Cannabis vielleicht schon – du weißt, wie ich es meine). Aber eine Sekunde nicht aufgepasst und schon redet die halbe Welt darüber.

U-Boot-Themen, die 2019 auftauchen könnten

Investor Frank Thelen denkt, dass 2019 keine Überraschungen zu erwarten seien. Cloud, künstliche Intelligenz und Blockchain werden seiner Ansicht nach weitere Anwendungsgebiete erobern, aber erst in den 2020er-Jahren sollen wieder größere Durchbrüche kommen. Selbst wenn er damit recht hat, könnte natürlich ein Mittelfristthema bereits 2019 an den Börsen große Wellen schlagen.

Einer meiner Favoriten ist der 3D-Druck, der bereits seinen ersten Hype hinter sich hat. Das taucht bestimmt schon bald wieder auf, und zwar größer denn je zuvor. Während es zunächst nur darum ging, immer leistungsfähigere Maschinen herzustellen, entstehen nun mit aller Macht durchgehende Wertschöpfungsketten und neue Geschäftsmodelle.

Konzerne wie BASF (WKN:BASF11) und Siemens (WKN:723610) arbeiten aktuell hart daran, die Branche zu organisieren, um die additive Fertigung massentauglich und besser integrierbar zu machen. Spezialisiertere Unternehmen, die in der Lage sind, den 3D-Druck auf die nächste Stufe zu heben, könnten 2019 ganz groß herauskommen.

Gut für einen neuen Hype ist daneben immer das Thema Transport. Zuletzt erlangten Drohnen, selbst fahrende Vehikel, Weltraumtechnik und Hyperloops große Aufmerksamkeit. Etwas in der Art könnte auch 2019 in den Anlegerfokus rücken.

Wo der Bedarf am dringendsten ist

Es gibt weitere Bereiche, die geradezu nach besseren Lösungen schreien und für innovative Unternehmen besondere Chancen bieten.

Reif für das Aufbrechen etablierter Strukturen ist sicherlich das Gesundheitswesen. Operierende Roboter, automatische Diagnose, Telemedizin und digitalisierte Prozesse gibt es bereits, aber meist eher als Insellösungen. Da könnte noch viel mehr gehen, zumal Konzerne wie Philips (WKN:940602) und Siemens Healthineers (WKN:SHL100) derzeit offene Cloud-Plattformen ausrollen, wo sich andere Anbieter andocken können. Das könnte 2019 eine Initialzündung auslösen.

Immer dringender werden daneben Lösungen, um den Klimawandel aufzuhalten oder zu bewältigen. Nur mit Solarmodulen und Windrädern ist es wohl nicht getan. Der Ressourceneinsatz will intelligenter gesteuert werden und für die Implementierung der Kreislaufwirtschaft braucht es noch bessere Konzepte. Hinzu kommt die anstehende Revolution der Landwirtschaft, wo Laborfleisch, Digitalisierung, Präzisionstechnik und Vertical Farming aktuell heiß diskutiert werden.

Wünschenswert wäre auch eine neue Art sozialer Netzwerke, die wieder mehr die konstruktive Diskussionskultur fördern, anstatt dazu beizutragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erodieren. „Digitale Ethik“ heißt eines der Schlagworte, die die Analysten von Gartner als besonders wichtig für 2019 voraussehen.

Es kann sich lohnen, aufmerksam zu bleiben

Wird 2019 also eher ein Übergangsjahr, in dem bestehende Trends lediglich wieder ein Stückchen vorangebracht werden? Oder werden alte Technikthemen endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt? Oder werden wir eine Serie von Börsengängen von Unternehmen sehen, die Lösungen für einige der dringlichsten Probleme unserer Zeit versprechen?

Vieles ist möglich. Allerdings ist mir aufgefallen, dass die drei Themen Coins, Cannabis und Cobalt alle eher an niedrige Instinkte wie Rausch und Gier appellieren. Boomende Rohstoffe, risikoreiche Spekulationen und Drogen sind halt immer noch die besten Mittel, um schnellen Reichtum zu versprechen.

Für uns gilt es, niedrige Instinkte im Griff zu behalten und klug zu investieren, um bei großen Potenzialen dabei zu sein, ohne uns selbst zur bloßen Spekulation hinreißen zu lassen. Der Trick ist, einerseits das Entstehen eine mächtigen Welle möglichst dann zu erkennen, wenn die Preise noch günstig sind; andererseits müssen wir uns eine gewisse Skepsis bewahren, um nicht auf kurzlebige Hypes hereinzufallen. Das ist eine schwierige Gratwanderung, die viel Fingerspitzengefühl erfordert, aber umso schöner ist, wenn sie funktioniert.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens und Siemens Healthineers. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.