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5 Dinge, die das Jahr 2018 von Aurora Cannabis bestimmt haben

Zum Jahresende ist eines klar: Es war ein Jahr des Umbruchs für die Marihuana-Industrie.

In den USA legalisierten zwei weitere Staaten (Utah und Missouri) medizinisches Cannabis, womit die Anzahl der Staaten, die in irgendeiner Form Cannabis zulassen, auf 32 stieg. Dabei sind Vermont und Michigan der neunte und zehnte Staat, wo Marihuana zum Freizeitgebrauch erlaubt ist. Außerdem hat die U.S. Food and Drug Administration im Juni ihr allererstes Cannabis-Medikament zugelassen.

Im Norden schaffte Kanada das neun Jahrzehnte alte Verbot von Freizeit-Cannabis ab. Durch die Verabschiedung des Cannabis Act erklärte Kanada Marihuana für Erwachsene am 17. Oktober offiziell für legal und öffnete damit die Tür für Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Jahresumsätzen.

Ein Rückblick auf die wichtigsten Themen von Aurora Cannabis in diesem Jahr

Es ist auch durchaus das Jahr der Marihuana-Aktien gewesen, die außergewöhnlich volatil gewesen sind. Am meisten polarisierte wahrscheinlich Aurora Cannabis (WKN:A12GS7). Während wir uns darauf vorbereiten, 2019 eine neue Seite aufzuschlagen, können wir fünf Dinge identifizieren, die das wilde Jahr von Aurora bestimmt haben.

1. Übernahmen! Übernahmen! Übernahmen!

Aurora Cannabis scheint sich in diesem Jahr wie ein Kind im Süßwarenladen gefühlt zu haben, so aktiv betätigte sich das Unternehmen als Käufer. Im Laufe des Jahres hat Aurora vier bemerkenswerte Übernahmen angekündigt oder abgeschlossen. Diese sind:

  • Der 852 Millionen US-Dollar teure Buyout der in Saskatchewan ansässigen CanniMed Therapeutics, der im Mai abgeschlossen wurde. Neben der Kapazitätserweiterung verfügte CanniMed bei Bekanntgabe des Deals über Kapazitäten zur Verarbeitung von Cannabisöl und alternative Produkte in der Entwicklung, die für Aurora zukünftig margenstarke Renditen versprechen.
  • Der im Juli abgeschlossene Kauf von MedReleaf in Ontario im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar ist die größte Übernahme in der Geschichte der Cannabis-Industrie. MedReleaf brachte es auf 35.000 Kilogramm an kombinierter Spitzenjahresproduktion in den Werken Markham und Bradford sowie auf 105.000 Kilogramm in der Exeter-Anlage, die vom Gemüseanbau auf die Cannabisproduktion umgerüstet wird.
  • Die im vergangenen Monat abgeschlossene Übernahme des südamerikanischen ICC Labs in Höhe von 221 Millionen US-Dollar. ICC verfügt über eine Produktionskapazität von 92.000 Quadratfuß, arbeitete aber auch an einer Gewächshauserweiterung von rund 1,1 Millionen Quadratfuß zum Zeitpunkt der Transaktion.
  • Der kürzlich angekündigte Kauf des mexikanischen Partners für medizinisches Cannabis Farmacias Magistrales. Dies ist das einzige Unternehmen in Mexiko, das medizinische Cannabisprodukte mit mehr als 1 % Tetrahydrocannabinol (THC) in Mexiko importieren, herstellen, lagern und vertreiben kann.
    Diese Übernahmen haben Aurora wahrscheinlich zum Unternehmen mit der größten Spitzenproduktion gemacht.

2. Eine große internationale Partnerschaft

Es war auch ein großes Jahr der Partnerschaften. Anfang Januar kündigte Aurora ein Joint Venture mit Alfred Pedersen & Son in Dänemark an, das etwa 1 Millionen Quadratfuß Gemüsegewächshäuser für die Cannabisproduktion nachrüsten wird. Nach der Fertigstellung sollte Aurora Nordic, wie das Gemeinschaftsunternehmen genannt wird, in der Lage sein, 120.000 Kilogramm Jahresspitzenertrag zu erbringen.

Da die inländische Cannabisnachfrage laut Health Canada voraussichtlich etwa 1 Million Kilogramm pro Jahr betragen wird, sind die Anbaubetriebe auf ausländische Märkte angewiesen, in denen medizinisches Cannabis legal ist, um das Überangebot zu verkaufen. Durch die Partnerschaft mit Alfred Pedersen & Son hat Aurora eine Vertriebs-Hochburg in Skandinavien geschaffen. Derzeit ist Aurora in 22 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten.

3. Ein massives organisches Projekt

Ebenfalls vor einem Jahr kündigte Aurora einen Ausbau seiner organischen Kapazitäten an. Neben der Fertigstellung des Projekts Aurora Sky, das sich über eine Fläche von rund 800.000 Quadratfuß  erstreckt und bis zu rund 100.000 Kilogramm pro Jahr an Ertrag bringen wird, gab das Unternehmen auch Pläne bekannt, mit einem Projekt in Medicine Hat, Alberta, in die Offensive zu gehen, das als Aurora Sun bekannt ist.

Am 16. April kündigte Aurora Cannabis seine Absicht an, eine 1,2 Millionen Quadratfuß große Anlage mit einer Fläche von 850.000 Quadratfuß  zu bauen, die 150.000 Kilogramm (oder mehr) pro Jahr produzieren kann, wenn alle Kapazitäten genutzt werden. Zu Aurora gehört auch Larssen, ein Unternehmen, das sich auf den Bau von Gewächshäusern spezialisiert hat. So liegt es nahe, dass Aurora bei der Ertragssteigerung stark auf Spitzentechnologie in seinen Gewächshäusern setzt. Deshalb ist die Jahresproduktion pro Quadratfuß tendenziell deutlich höher als die meisten anderen.

Und als Krönung könnte die Anlage in Zukunft um zusätzliche 300.000 Quadratfuß erweitert werden, wenn Aurora sich dazu entscheidet.

4. Der Beinahe-Deal

Auroras Jahr wird auch von der Vereinbarung geprägt sein, die fast mit Coca Cola (WKN:850663) abgeschlossen wurde. Mitte September meldeten mehrere Nachrichtenquellen, dass der Getränkekonzern Coca-Cola und Aurora Cannabis entweder über eine Partnerschaft oder über eine Beteiligung von Coca-Cola an Aurora gesprochen hatten.

Zu den großen Cannabis-Themen in diesem Jahr gehört der Vorstoß von  Markenunternehmen, entweder mit Marihuana-Aktien zusammenzuarbeiten, um alternative Produkte wie mit Cannabis angereicherte Getränke zu entwickeln, oder sich in das Geschäft mit legalem Cannabis einzukaufen. Dies haben Constellation Brands und Altria mit ihren jeweiligen Beteiligungen an Canopy Growth und der Cronos Group getan.

Leider ist für die Aktionäre von Aurora kein Deal zustande gekommen, da Coca-Cola sich stattdessen dafür entschieden hat, die Cannabisindustrie zunächst nur zu beobachten. Aurora hat noch keinen Markenpartner für Getränke, Tabak oder Arzneimittel gefunden, aber das könnte sich 2019 ändern.

5. Laufende Verwässerung des Aktienkapitals

Schließlich war es ein Jahr der weiteren Verwässerung des Aktienkapitals. In den frühen Phasen der Cannabisindustrie hat das Wachstum seinen Preis — und diese Kosten werden von den Investoren getragen.

Aurora Cannabis generiert wie die meisten Marihuana-Aktien nicht annähernd genug Cashflow, um seine aggressiven Kapazitätserweiterungsprojekte oder Übernahmen zu finanzieren. Infolgedessen finanziert sich die Käufe durch die Ausgabe neuer Stammaktien. Es wurde auch auf mehrere Kaufangebote (bought deal offerings) zurückgegriffen, um Geld zu beschaffen.

Ein solches Kaufangebot beinhaltet den Verkauf von Stammaktien, Wandelschuldverschreibungen, Aktienoptionen und/oder Optionsscheinen zur Kapitalbeschaffung. Letztendlich haben diese Maßnahmen die Anzahl der ausstehenden Aktien auf fast 962 Millionen Aktien erhöht. Bis zum nächsten Jahr wird Aurora voraussichtlich weit über eine Milliarde Aktien im Umlauf haben.

Erstens belastet das den Wert bestehender Aktien, auch wenn das Unternehmen von der Wall Street und den Investoren eine höhere Marktkapitalisierung erhält. Zweitens wird es für Aurora immer schwieriger, bei einer wachsenden Anzahl von ausstehenden Aktien einen nennenswerten Gewinn pro Aktie zu erzielen. Grundsätzlich dürften die Investoren weiterhin ihre Befürchtungen bezüglich der Geschäftsgrundlagen und kurzfristigen Kennzahlen von Aurora haben.

Dies erklärt, warum Aurora trotz seiner Fortschritte im Jahr 2018 einen Kursrückgang von mehr als 20 % verzeichnet hat.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 17.12.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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