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Wie werden Technologieunternehmen mit künstlicher Intelligenz Geld verdienen?

Künstliche Intelligenz, oder KI, ist eine großartige Idee mit einer ebenso großartigen Chance. Laut einer Studie von PwC soll die KI bis 2030 15,7 Billionen US-Dollar zum globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitragen und sie wird die Art und Weise, wie wir den Verkehr nutzen und sogar wie wir unsere Arbeit verrichten, verändern.

Das Potenzial von KI bedeutet den Investoren jedoch nicht viel, wenn sie nicht verstehen, wie Unternehmen diese Technologie nutzen und davon profitieren. Damit du verstehen kannst, wie Unternehmen mit KI Geld verdienen, schauen wir uns an, was Amazon (WKN:906866), Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H), Microsoft (WKN:870747) und NVIDIA (WKN:918422) bereits tun.

Intelligente Lautsprecher bringen mehr Geschäft

Google ist der Hauptumsatztreiber für die überwiegende Mehrheit der Einnahmen seines Mutterunternehmens und diese Umsätze werden hauptsächlich durch den Verkauf von Anzeigen im Internet erzielt. Warum ist das für die KI-Ambitionen von Google von Bedeutung? Weil das Unternehmen jetzt energisch den Verkauf seines intelligenten Lautsprechers verfolgt, damit es mehr Suchdaten von den Nutzern sammeln und diese Informationen nutzen kann, um noch mehr Anzeigen zu verkaufen.

Die intelligenten Google-Home-Lautsprechergeräte fangen ähnliche Fragen auf, wie du sie in Googles Suchmaschine eingeben würdest, aber stattdessen verwenden sie den KI-Assistenten, genannt Google Assistant, um diese Anfragen anzunehmen. Die Sprachsuche wird zu einem wesentlichen Teil der Onlinesuche und Google weiß, dass dieser Übergang dazu beitragen wird, die Dominanz des Unternehmens bei der Werbung zu festigen.

Ende 2016 hielt Google nur 8,7 % des Smart-Lautsprechermarktes, aber das Unternehmen konnte diese Zahl auf 22,7 % erhöhen. Mit diesem Wachstum erschließt Google den digitalen Anzeigenmarkt in den USA, der in diesem Jahr in den USA 107 Mrd. US-Dollar wert war.

Natürlich können intelligente Lautsprecher nicht nur für den Verkauf von Werbung eingesetzt werden. Amazon setzt seine intelligenten Echo-Lautsprecher ein, um den Umsatz im E-Commerce zu steigern. Daher kaufen beispielsweise Besitzer von Echo-Lautsprechern jährlich zusätzlich Produkte im Wert von 400 US-Dollar von der Amazon-Website, verglichen mit dem durchschnittlichen Amazon-Prime-Mitglied.

Amazons Alexa-KI-Assistent macht es für die Nutzer einfach, Artikel erneut zu kaufen, die sie bereits früher gekauft haben, oder einen Artikel über einen Sprachbefehl an Alexa schnell zu ihrem Warenkorb hinzuzufügen.

Die intelligenten Lautsprecher mit Alexa-Assistenten könnten bis 2020 zusätzliche 10 Mrd. US-Dollar Umsatz für Amazon generieren, so RBC Capital.

Die künstliche Intelligenz spielt auch eine Rolle für Cloud-Computing

Künstliche Intelligenz verändert bereits die Art und Weise, wie Unternehmen große Mengen an Informationen verarbeiten, und ein großer Teil dieser Verarbeitung findet in der Cloud statt. Daher bietet Microsoft beispielsweise Cognitive Services für Entwickler und Unternehmen an, die die Microsoft-Computerplattform Azure nutzen. Diese Dienstleistungen umfassen Dinge wie Datenanalyse, Bilderkennung und Sprachverarbeitung, die alle verschiedene Formen der KI nutzen, um Aufgaben zu erledigen. Darüber hinaus unterstützt das Azure Machine Learning Studio Forscher dabei, Daten schnell und effizient zu analysieren.

Warum ist all das für Microsoft wichtig? Weil Azure heute eines der Kerngeschäfte des Unternehmens und Microsoft hinter Amazon zum zweitgrößten Cloud-Player geworden ist. Je intelligenter die Azure-Plattform ist, desto besser kann das Unternehmen in den nächsten Jahren auf dem 302 Mrd. US-Dollar schweren Markt für Public Cloud-Computing konkurrieren.

Natürlich ist der führende Anbieter von Cloud-Computing-Lösungen, Amazon, nicht untätig, während Microsoft seine KI-Cloud-Angebote erweitert. Der eigene Cloud-Computing-Service des E-Commerce-Riesen, Amazon Web Services (AWS), verfügt bereits über KI- und Maschinenlernfunktionen, die zur Krebsfrüherkennung eingesetzt werden. Auf einer praktischeren Ebene nutzen Entwickler das System für Bild- und Spracherkennungsdienste.

Jeff Bezos, CEO von Amazon, sagte bereits 2017 über KI und AWS: „Was AWS betrifft, freuen wir uns, die Kosten und Barrieren für maschinelles Lernen und KI zu senken, damit Unternehmen jeder Größe diese fortschrittlichen Techniken nutzen können.“

Amazons AWS hält derzeit etwa 30 % des Marktes für Public Cloud-Computing und nutzt KI, um seinen Vorsprung vor Microsoft zu halten. Das ist wichtig, denn künstliche Intelligenz könnte die Größe des Cloud-Computing-Marktes in den nächsten Jahren verdoppeln.

Der Chiphersteller mit KI im Inneren

Die Hardware, die Cloud Computing und Amazon Web Services Realität werden lässt, wird durch die NVIDIA-Grafikprozessoren ermöglicht. Mithilfe der GPU-Chips können Unternehmen komplexe Daten und visuelle Informationen schnell verarbeiten, was sie ideal für KI-Cloud-Computing macht. Bislang verwenden Facebook, Alphabet, Amazon, Microsoft und viele andere die Chips, um ihre KI zu verbessern.

Das Segment Rechenzentren profitiert bereits von Unternehmen, die KI-Cloud-Computing betreiben. Im letzten Quartal stiegen die Umsätze der Rechenzentren gegenüber dem Vorjahr um 58 %. NVIDIA geht davon aus, dass die KI-Nachfrage weiter steigen wird und der Mehrbedarf an Chips in diesem Bereich bis 2023 zu einem Gesamtmarkt für Rechenzentren von 50 Mrd. US-Dollar führen wird.

KI in Bewegung

Nicht zuletzt ermöglicht künstliche Intelligenz es Autos, selbstständig zu fahren, was in den nächsten drei Jahrzehnten zu einem Markt von 7 Billionen US-Dollar führen könnte. Die neuesten Nachrichten kommen von Waymo, das gerade den ersten kommerziellen autonomen Fahrservice in Phoenix, Arizona, namens Waymo One, auf den Markt brachte.

Obwohl Waymo One gerade erst startet, hat das Onboard-KI-System bereits mehr als 10 Mio. Meilen alleine zurückgelegt und 7 Mrd. Meilen virtueller Tests absolviert. Dieses fortschrittliche KI-Fahrsystem lernt aus seinen bisherigen Fahrerfahrungen und verbessert sich kontinuierlich.

Waymo One verschiebt nicht nur die Grenzen des Transports, sondern könnte letztendlich auch sehr lukrativ für das Unternehmen sein. Zusätzlich zu dem Geld, das das Unternehmen mit seinem Mitfahrservice verdienen kann, wird Waymo wahrscheinlich seine autonome KI-Fahrtechnologie an Automobilhersteller lizenzieren und sie auch für Paketzustelldienste und Semi-Truck-Transporte verwenden. Zusammengenommen stellen diese potenziellen Einnahmequellen eine Chance von 175 Mrd. US-Dollar für Waymo in den kommenden Jahren dar, so Morgan Stanley.

Unterm Strich

Die Skeptiker könnten davon ausgehen, dass KI nur ein Marketingschlagwort für Technologieunternehmen ist. Aber die oben genannten Unternehmen haben seit Jahren stark in KI und maschinelles Lernen investiert und die oben aufgeführten Produkte und Dienstleistungen sind greifbare Beweise dafür, dass diese Technologieriesen zukünftig Geld mit KI verdienen können – und bereits verdienen.

Die wichtigste Nachricht ist, dass dieser Markt gerade erst in Gang kommt, und da die Wall Street im Moment ein wenig ängstlich im Hinblick auf Tech-Aktien ist, werden viele dieser KI-Tech-Giganten derzeit mit einem Abschlag gehandelt.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einer Microsoft-Tochterunternehmen, ist Mitglied im Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und am 15.12.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon, Facebook und Nvidia. The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

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