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Kommt 2019 endlich der Turnaround der Deutsche-Bank-Aktie? Was dafür spricht, was dagegen

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Im Januar habe ich geschrieben, dass ich „bald“ mit günstigen Einstiegskursen bei der Deutsche Bank (WKN:514000)-Aktie rechnen würde. Die Aktie ist in der Folge auch deutlich abgesackt. Der Haken an der Sache: Sie hat bis heute nicht nach oben gedreht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Könnte 2019 das Jahr werden, in dem die Deutsche Bank ihre Auferstehung von den Totgesagten feiert? Es spricht einiges dafür – aber auch einiges dagegen.

Kontra Turnaround der Deutschen Bank

Man kann sich wirklich sehr lange darüber auslassen, was bei der Deutschen Bank nicht richtig läuft und warum es weiterhin bergab gehen könnte. Die nicht enden wollende Serie kleinerer und größerer Skandale ist nur einer der Punkte. Ein zunehmendes Risiko stellt auch die Verbindung zu Donald Trump dar, der sich voraussichtlich auf absehbare Zeit gegenüber strafrechtlichen Anklagen verantworten muss. Die Recherchen der Untersuchungskommission erstrecken sich dabei auch auf die Rolle der Deutschen Bank bei der Finanzierung seiner Machenschaften.

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Ein Unruhepol ist auch der Großaktionär HNA Group. Die zwielichtigen Chinesen hatten sich bis 2017 über 100 internationale Unternehmen und luxuriöse Immobilienobjekte einverleibt. Um die deshalb ausufernden Schulden zu verringern, wurde in diesem Jahr vieles wieder zurückgeschraubt. Da kommt es sehr ungelegen, dass das Aktienpaket an der Deutschen Bank so stark an Wert verloren hat. Ein Unsicherheitsfaktor, der kurzfristig für Turbulenzen sorgen könnte.

Auf lange Sicht gravierender ist aber, wie es operativ läuft. kununu-Bewertungen zeigen, dass trotz der seit Jahren laufenden Restrukturierungs- und Modernisierungsmaßnahmen noch einiges im Argen ist. Mängel im Personalmanagement, Bildung von Seilschaften und altmodische Kommunikations- und Entscheidungsprozesse prägen anscheinend immer noch häufig das Bild. Papierkrieg, Silobildung zwischen Abteilungen und bürokratische Regeln, die keiner mehr versteht, sind unter den Punkten, die genannt werden.

Das deutet darauf hin, dass die Unternehmenskultur noch immer auf einer Dealmentalität fußt. Wer auf einen Schlag Milliardenaufträge hereinholen und davon seine Marge abgreifen kann, der denkt nicht an die Kleckerbeträge, die sich über effiziente Systeme und Prozesse einsparen lassen. Jetzt, wo das Investmentbanking stark zurückgefahren wurde, bräuchte die Bank aber genau das, um im Volumengeschäft wettbewerbsfähig zu sein.

Die europäische Konkurrenz rund um die spanische Banco Santander (WKN:858872), die französische BNP Paribas (WKN:887771) und die UBS (WKN:A12DFH) aus der Schweiz ist heute deutlich stärker aufgestellt. Im Branchenindex von STOXX sind sage und schreibe 21 europäische Banken enthalten, die wertvoller sind als die Deutsche. Darin enthalten sind natürlich weder die großen genossenschaftlichen und (halb)staatlichen Institute noch mächtige Versicherungskonzerne mit Bank- und Vermögensmanagementaktivitäten.

Hinzu kommt wachsender Druck einerseits durch globale Giganten aus China und den USA und andererseits durch die wendige digitale Konkurrenz. Fintech expandiert mit atemberaubender Geschwindigkeit, automatisiert und demokratisiert dabei immer mehr Prozesse und beschränkt somit die Chancen auf Mehrwertschöpfung für traditionelle Banken zunehmend.

Pro Turnaround der Deutschen Bank

Dass der Deutschen Bank von allen Seiten der Hals zugeschnürt wird und das Management scheinbar kein Rezept findet, um dagegen anzukämpfen, ist bedenklich und erklärt den Kurssturz der Aktie. Trotzdem gibt es Hoffnung. So ist etwa der kürzliche Einstieg in das digitale Portalgeschäft im Prinzip aussichtsreich und könnte ein entscheidender Faktor für die Transformation sein. Die Bank sitzt dabei als Garant und Infrastrukturbetreiber im Zentrum, während unterschiedlichste Fintechs sich andocken können.

Es ist eine Win-win-Situation, denn Start-ups haben oft Schwierigkeiten, genug auf sich aufmerksam zu machen, um eine kritische Masse zu erreichen, und die Deutsche Bank könnte durch Provisionen mit ihnen mitwachsen. Die andere Frage ist dann, ob die Funktionalität mit den sicherlich nicht ausbleibenden Konkurrenzangeboten mithalten kann. In Deutschland kann sie zwar einen gewissen Heimvorteil ausspielen, aber beispielsweise rüstet auch die DZ Bank seit einiger Zeit in Sachen Fintech auf.

Allzu hoch sind die Erwartungen aber nicht. Wenn man sich anschaut, über wie viel Eigenkapital die Frankfurter im Verhältnis zum Aktienkurs verfügen, dann wackeln einem die Ohren. Da gibt es mehr als 4 Euro Buchwert für jeden Euro. Im theoretischen Fall, dass die Bank ein Viertel ihrer Vermögenswerte verkauft, könnte sie eine Sonderdividende in Höhe des aktuellen Aktienkurses von rund 7 Euro ausschütten.

Die besten internationalen Finanzdienstleister haben zweistellige Eigenkapitalrenditen. In Deutschland waren über die letzten Jahre eher 5 % üblich. Würde die Deutsche Bank zumindest auf dieses Niveau zurückkommen, dann bedeutete dies Nettogewinne von über 3 Mrd. Euro. So betrachtet stehen die Chancen für einen Turnaround 2019 ausgezeichnet.

Worauf es ankommt

Aber letztlich muss die gesamte Strategie endlich greifen, von der Kostenstruktur über die Agilität der Organisation bis hin zum erfolgreichen Ausrollen der Digitalinitiativen. John Cryans Leistung war es, aufzuräumen und die schlimmsten Auswüchse zu beseitigen. Der neue Chef Christian Sewing will von dieser Basis aus wieder für greifbare Erfolge sorgen.

Er ist sich dieser schwierigen Aufgabe bewusst. In einem Interview in der Hauszeitung sprach er kritische Punkte deutlich an: „kürzere Entscheidungswege“, „einfache und effiziente Strukturen“, „persönliche Verantwortung stärken“ und „einheitliches Kundenerlebnis“. Wenn es ihm gelingt, seine Mannschaft auf diesem Weg mitzunehmen und gleichzeitig neue Skandale zu vermeiden, dann sollte es auch mit dem Turnaround klappen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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