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Amazon gewinnt in diesem kritischen Markt

Indien ist einer der heißesten E-Commerce-Märkte weltweit, da er über ein enormes Wachstumspotenzial verfügt. Die indische E-Commerce-Branche hatte im Jahr 2017 einen Wert von 38,5 Mrd. US-Dollar, aber bis 2026 werden es schätzungsweise 200 Mrd. US-Dollar Umsatz sein, was auf die wachsende Internetnutzung und die Nutzung von Smartphones zurückzuführen ist.

Kein Onlinehändler würde eine so großartige Chance verpassen wollen. Deshalb hat der Big-Box-Einzelhandelsriese Walmart (WKN:860853) mit dem Kauf einer 77-prozentigen Beteiligung am lokalen Onlinehändler Flipkart 16 Mrd. US-Dollar in den indischen Markt gesteckt. Das sah nach einem klugen Schachzug aus, da Flipkart ein Pionier in diesem Markt war, ein solides Liefernetzwerk etablierte und bis Ende 2017 mehr als ein Drittel des indischen E-Commerce-Marktes erobert hatte.

Aber Amazon (WKN:906866) hat Flipkart den Rang abgelaufen. Der E-Commerce-Riese ist vor etwas mehr als fünf Jahren in den indischen Markt eingestiegen und hat s kontinuierlich die Dominanz von Flipkart angegriffen, indem er Milliarden von Dollar in die Entwicklung eines eigenen Netzwerks investierte. Jetzt sieht es so aus, als ob sich all die harte Arbeit auszahlt.

Amazon ist in Indien auf dem Vormarsch …

Der Marktanteil von Amazon im E-Commerce in Indien stieg 2017 auf 27 %, gegenüber nur 10 % vor drei Jahren, während Flipkart im gleichen Zeitraum um 4 Prozentpunkte auf 34 % zurückging. Der amerikanische Riese ist nun auf dem besten Weg, Flipkart hinter sich zu lassen, da sein Brutto-Warenwert (GMV) in Indien für das Geschäftsjahr, das im März 2018 endete, 7,5 Mrd. US-Dollar erreichte. Das GMV von Flipkart lag im gleichen Zeitraum bei nur 6,2 Mrd. US-Dollar.

Das GMV ist der Gesamtwert der Waren, die in einem bestimmten Zeitraum auf einer E-Commerce-Website verkauft wurden. Der erhebliche Vorsprung von Amazon ist ein Hinweis darauf, dass Kunden diese E-Commerce-Plattform häufiger nutzen, um einzukaufen, als das bei Flipkart der Fall ist. Darüber hinaus hatten beide Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr noch sehr nah beieinanderliegende GMV-Zahlen, sodass die Tatsache, dass Amazon derart aufgeholt hat, ein Beweis dafür ist, dass sich die Strategien des Unternehmens zur Umsatzsteigerung in Indien auszahlen.

Was den Umsatz betrifft, so lag dieser für Indien im vergangenen Geschäftsjahr angeblich bei 3,2 Mrd. US-Dollar, was etwas weniger war als die 3,8 Mrd. US-Dollar von Flipkart. Aber Amazon dürfte bald die Führung beim Umsatz übernehmen, da seine Umsatzerlöse im vergangenen Jahr dank des höheren GMV um massive 82 % gestiegen sind und damit das 47-prozentige Umsatzwachstum von Flipkart deutlich übertreffen.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn Amazon in diesem Jahr zum führenden E-Commerce-Unternehmen in Indien aufsteigen und seine Position ausbauen würde, indem es weiterhin Wege findet, auf diesem Markt für Furore zu sorgen.

… und ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Es besteht eine gute Chance, dass Amazon seine beeindruckende Dynamik in Indien fortsetzen wird; das Unternehmen verfolgt eine solide Strategie, um von der wachsenden Verbreitung von Smartphones und Internet im Land zu profitieren. Die jüngsten Berichte deuten darauf hin, dass Amazon nun eine umfassende Strategie verfolgt, bei der nicht nur bekannte Einzelhändler, sondern auch lokale Geschäfte in kleinen Städten und Dörfern einbezogen werden, um seine Präsenz zu erweitern.

Was Amazon vom Rest unterscheidet, ist, dass das Unternehmen ein Ökosystem mit verschiedenen Plattformen schafft, um sicherzustellen, dass immer wieder neue Kunden hinzukommen und gleichzeitig bestehende Kunden erhalten bleiben. So bietet Amazon beispielsweise seine Prime-Mitgliedschaft in Indien zu extrem günstigen Konditionen an und ermöglicht den Nutzern nicht nur schnelle Lieferzeiten, sondern auch den Zugriff auf Musik- und Videobibliotheken sowie andere Vorteile.

Darüber hinaus sind die Alexa-fähigen Smart Speakers bereits ein Hit in Indien, wobei IDC davon ausgeht, dass das Unternehmen den Markt für Smart Speaker im Land anführt. So kann Amazon nicht nur Nebenverkäufe wie Hörbücher austesten, dies könnte auch den Umsatz im E-Commerce steigern, da die Echo-Geräte es einfach machen, Onlinebestellungen per Sprachbefehl aufzugeben.

Das bringt Amazon einen Vorteil gegenüber dem Konkurrenzteam Flipkart-Walmart. Letzterem fehlen zusätzliche Dienste wie Musik oder Video, sodass Amazon neue Nutzer gewinnen kann, die Streaming wollen. Wenn diese Kunden zuvor Flipkart für ihre Onlineeinkäufe genutzt haben, besteht eine gute Chance, dass Amazon sie durch Prime Deals und schnelleren Versand an Bord holen kann.

Amazon sitzt nach den ersten fünf Jahren in Indien ziemlich gut im Sattel. Die nächsten fünf Jahre werden jedoch spannender sein. Der E-Commerce-Markt des Landes wird größer werden und den Weg für ein stärkeres Umsatzwachstum in Indien ebnen. Amazon hat eine gute Chance, sich die Führung in diesem Bereich zu sichern.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. 

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfassst und am 13.12.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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