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3 gute Gründe, eine Aktie zu verkaufen

Quelle: Thomas Brantl

Die allermeisten Artikel auf Fool.de beschäftigen sich vor allem mit der Auswahl der richtigen Aktien – und damit, dass wir unsere Leser ermutigen, ihre Aktien möglichst langfristig zu halten.

Aber „möglichst langfristig“ heißt eben nicht „für immer“, und deswegen kommt es durchaus vor, dass ein waschechter Fool eine Aktie verkauft. Daraus folgt: Obwohl es viele unsinnige Gründe gibt, Aktien zu verkaufen, so gibt es auch einige, die wir für sinnvoll halten.

Drei dieser guten Gründen, Aktien zu verkaufen, lernst du jetzt kennen!

1) Das Unternehmen hat sich negativ verändert

Der erste Grund ist eigentlich fast schon trivial. Wir Fools möchten in großartige Unternehmen investieren und die Aktien langfristig halten, um an den Gewinnen des Unternehmens mitzuverdienen. Aber was, wenn das Unternehmen nicht mehr großartig ist? Dann könnte es schlau sein, die Aktie zu verkaufen.

Um die „Großartigkeit“ deines Unternehmens im Auge behalten zu können, bietet es sich an, beim Kauf einer Aktie eine Investitionsthese aufzustellen. Diese muss nicht lang sein, ein paar Sätze reichen völlig aus. In diesen paar Sätzen erklärst du dir selber, warum du die Aktie kaufen möchtest. Im besten Fall ist diese These möglichst langfristig ausgelegt und stützt sich nicht auf aktuelle kurzfristige Entwicklungen. Anstelle dessen könntest du Wettbewerbsvorteile, Wachstumschancen, die kluge Unternehmensstrategie oder Ähnliches einfließen lassen.

Nach dem Kauf der Aktie solltest du dich regelmäßig über die Entwicklungen im Unternehmen und in der Branche auf dem Laufenden halten. Wenn du merkst, dass sich das Unternehmen so verändert hat, dass deine Investitionsthese nicht mehr zutrifft, dann könnte ein Verkauf die richtige Entscheidung sein.

2) Das Management erscheint dir nicht vertrauenswürdig

Wenn du in ein Unternehmen investierst, dann solltest du dich zumindest kurz mit dem Management des Unternehmens beschäftigt haben. Du solltest wissen, ob es langfristig denkt und handelt, und ob die wichtigsten Manager über viel Erfahrung im Unternehmen oder in der Branche verfügen. Im besten Fall ist der CEO selbst mit einem dicken Aktienpaket am Unternehmen beteiligt.

Ein langfristig orientiertes, fachkundiges und am Unternehmen beteiligtes Management wird seine Entscheidungen tendenziell klüger und weitsichtiger treffen. Doch wenn das Führungsteam aus weitgehend unerfahrenen Leuten besteht, die nur von einem Quartalsergebnis zum nächsten denken, dann könnte die langfristige Unternehmensentwicklung auf der Strecke bleiben.

In diesem Fall könnte es für uns langfristige Investoren besser sein, über einen Verkauf der Aktie nachzudenken. Es gibt so viele schlau gemanagte Unternehmen da draußen, dass du dein Geld wirklich nicht den schlecht gemanagten hinterherwerfen musst!

3) Die Bewertung ist vollkommen überzogen

Wenn die Bewertung der Aktie etwas schwankt, dann halte ich die Finger still. Dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder eine andere Kennzahl mal ein paar Pünktchen höher und mal ein paar niedriger liegt, liegt in der Natur des Aktienmarktes.

Doch wenn die Bewertung so hoch ist, dass man sie nicht einmal mehr annähernd erklären kann, dann könnte ein Verkauf angemessen sein. Das ist keine Einladung zum Bewertungstrading, denn tendenziell sind die höher bewerteten Unternehmen auch die, bei denen das gerechtfertigt ist. Aber es kommt eben manchmal auch zu ungerechtfertigten Bewertungsexplosionen, die einfach keinen Sinn ergeben.

Das beste Beispiel hierfür ist die Aktie des deutschen Anlagenbauers KUKA (WKN: 620440). Diese schoss im letzten Herbst innerhalb von nicht einmal zwei Monaten um über 100 % nach oben, nur um danach genauso schnell wieder abzustürzen. Die Bewertung zum Höchststand der Aufwärtsbewegung? Ein 2017er-KGV von wahnsinnigen 116. Einen triftigen Grund für diese seltsame Kursbewegung habe ich bis heute nicht gefunden.

Ich habe diesen starken Anstieg als Aktionär miterlebt und die ganze Zeit über an den Aktien festgehalten, da ich fest vom langfristigen Investieren überzeugt war. Daher habe ich nicht verkauft. Heute weiß ich: Bei so einer heftigen Übertreibung ist es Zeit, die Aktie zu verkaufen und zu warten, bis sie wieder ein vernünftiges Niveau erreicht hat.

Fazit

Wenn ich das alles in einen Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: „Handle nicht überhastet und achte beim Verkauf auf das Gleiche wie beim Kauf!“

Alles andere würde ja auch wenig Sinn machen: Erst in ein Unternehmen zu investieren, weil man an das Geschäftsmodell glaubt, und dann zu verkaufen, weil der Aktienkurs irgendeinen charttechnischen Kaffeesatz ausgebildet hat, widerspricht sich vollkommen und klingt auch nicht nach einer intelligenten Strategie.

Denn durch vorschnelle, nicht überlegte Verkaufsentscheidungen machst du deine ganze Unternehmensanalyse von vor dem Kauf wertlos – und verschenkst eventuell sensationelle Renditen.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von KUKA. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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