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Amazon könnte Intels Beinahe-Monopol auf Rechenzentrums-Chips zerschlagen

Amazon (WKN:906866) hat kürzlich die Produktion seiner eigenen ARM-basierten Graviton-CPUs für seine Rechenzentren hochgefahren. Das Online-Versandhaus wird diese Chips nicht an andere Unternehmen verkaufen, doch der Schritt könnte Intels (WKN:855681) Beinahe-Monopol im Markt für Rechenzentrum-CPUs bedrohen.
Intel kontrolliert nach IDC-Daten mit seinen Xeon-Prozessoren 96,6 % des weltweiten Marktes für Rechenzentrum-Chips. Bevor AMD (WKN:863186) im vergangenen Jahr mit seinen Epyc-Serverchips herauskam, kontrollierte Intel 98,6 % des Marktes.

Die Entwicklung von First-Party-Chips durch Amazon könnte das noch verschärfen, da AWS (Amazon Web Services) die führende Cloud-Infrastrukturplattform der Welt ist und viele seiner Server mit Intels Chips betrieben werden.

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Dennoch sollte das Intel nicht überraschen: Amazon erwarb 2015 den ARM-Chiphersteller Annapurna Labs, um First-Party-CPUs zu entwickeln, zu denen auch seine Graviton-CPUs und seine Inferentia-KI-Chips für Rechenzentren gehören. Andere technische Giganten – darunter Alphabets (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H) Google, Microsoft (WKN:850747) und Facebook – haben ebenfalls First-Party-Chips für ihre eigenen Rechenzentren entwickelt.

Warum sollte Amazon seine eigenen Rechenzentrums-Chips produzieren?

Amazon und seine Tech-Mitbewerber wissen, dass es kostengünstiger ist, eigene Chips zu produzieren, als Massenbestellungen bei Intel aufzugeben. Diese Strategie verleiht Amazon auch in Preisverhandlungen mehr Schlagkraft gegenüber Intel und beugt einer zu starken Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten vor. Deshalb hat Amazon kürzlich angekündigt, dass AMDs Epyc-Chips neben Graviton-CPUs in seinen AWS-Servern installiert werden sollen.

Amazon kann auch kundenspezifische Chips für bestimmte Cloud-Services entwickeln, die mehr Flexibilität bieten als die Chips von Intel oder AMD. Zuvor entwickelte Intel kundenspezifische Chips für AWS, doch die Verlagerung des Prozesses ins eigene Haus könnte Zeit und Geld sparen. Amazon glaubt, dass seine neuen Chips weniger Strom verbrauchen werden als die Lösungen von Intel und AMD.

Die Verschärfung der Kontrolle über die Cloud-Software und -Hardware könnte AWS darüber hinaus helfen, effektiver mit Microsofts Azure und Googles Cloud-Plattform zu konkurrieren. Amazon plant bereits, Unternehmenskunden einen neuen Cloud-Service mit eigenen Chips anzubieten. Dieser könnte laut New York Times 45 % billiger sein als andere Optionen.

AWS ist der zentrale Gewinntreiber von Amazon. In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 stieg das Geschäftsergebnis von AWS um 72 % im Jahresvergleich  und machte 59 % des gesamten Betriebsergebnisses von Amazon aus. Das Wachstum dieses margenstärkeren Geschäfts gleicht die niedrigeren Margen der Marketplace-Sparten Nordamerika und International aus. Die Entwicklung eigener Chips könnte zunächst das Ergebnis von AWS belasten, die Margen aber langfristig steigern.

Sollte Intel besorgt sein?

Intel gab wiederholt zu, dass der Wettbewerb mit AMD- und First-Party-Chips großer Cloud-Anbieter seinen Marktanteil im Bereich Rechenzentren verringern würde. In einem Treffen mit dem Analysten von Nomura Instinet, Romit Shah, Anfang des Jahres, erklärte der damalige CEO Brian Krzanich, dass Intel lediglich versuchen werde, AMD daran zu hindern, einen „15%- bis 20%igen“ Anteil am Rechenzentrumsmarkt zu gewinnen. Trotz dieser Probleme ist das Geschäft der Intel Data Center Group (DCG) im vergangenen Jahr weiterhin stark geblieben.

Q4 2017 Q1 2018 Q2 2018 Q3 2018
DCG Umsatz 5,6 Mrd. USD 5,2 Mrd. USD 5,5 Mrd. USD 6,1 Mrd. USD
Wachstum gegenüber dem Vorjahr 20 % 24 % 27 % 26 %

QUELLE: INTEL QUARTALSBERICHTE.

Intel führt dieses Wachstum auf starke CPU-Lieferungen für Server, Speicher und Netzwerkgeräte zurück, da es mehr Unternehmenskunden bedient. Mit anderen Worten, der Gesamtmarktanteil von Intel sinkt, aber der gesamte erreichbare Markt wächst immer noch schnell, da den meisten dieser Kunden Ressourcen fehlen, um wie Amazon eigene Chips herzustellen.

Außerdem werden Amazon, Microsoft und Google nicht so schnell alle Xeon-CPUs von Intel durch eigene Chips ersetzen. Es wäre zu teuer und könnte sich nachteilig auf die Leistung der Server auswirken – was auf dem umkämpften Markt der Cloud-Services ein katastrophaler Fehltritt wäre. Deshalb werden die meisten Rechenzentren in China immer noch mit Intels Xeons betrieben, obwohl die chinesische Regierung versucht, ihre Abhängigkeit von amerikanischer Technologie zu verringern.

Auf den Punkt gebracht

Amazon und andere US-Tech-Giganten produzieren mehr Inhouse-Chips, um ihre Abhängigkeit von Intel zu verringern, aber hören in naher Zukunft nicht ganz auf, dessen Xeons zu verwenden. In der Zwischenzeit wird Intel Marktanteile an AMD und diese Technologieunternehmen abtreten, aber sein Rechenzentrumsgeschäft sollte stark bleiben, da es seinen Gesamtmarkt erweitert.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einem Microsoft-Tochterunternehmen, ist Mitglied im Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 13.12.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon und Facebook. The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

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