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9 Gründe, warum die Zalando-Aktie derzeit interessant wird

Foto: Peter Roegner

Zalando (WKN: ZAL111)-Aktionäre hatten kein schönes Jahr. So fiel die Aktie vom Hoch im Juni um mehr als 52 % (18.12.2018). Dieser Absturz hat seine Gründe und ist sogar berechtigt. So war das Wertpapier 2017 bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 7,4  und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 114 einfach sehr teuer. Zwar handelt es sich um einen starken Wachstumswert, aber auch für diese gibt es Grenzen.

Hinzu kam ein Sondereffekt – der ungewöhnlich lange und heiße Sommer, der zu einem späten Start des Verkaufs der Herbst- und Wintermode führte. Dies belastet das Ergebnis für 2018, sodass die Prognose für den operativen Gewinn von 220 bis 270 Mio. Euro auf 150 bis 190 Mio. Euro gesenkt wurde. Hier erfährst du, was derzeit trotzdem für die Aktie spricht.

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1. und 2. Marktpotenzial und gute Positionierung

Zalando befindet sich in einem weiterhin sehr schnell wachsenden Markt. So wuchs der Onlinehandel 2017 mit 11,4 %, während der stationäre Einzelhandel nur um 1,7 % zulegte. Und dieser Trend wird sich aufgrund der Kostenvorteile wahrscheinlich weiter fortsetzen. Deshalb besitzt Zalando einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem traditionellen Mode-Einzelhandel.

Dass der Onlinehandel Kostenvorteile besitzt und deshalb boomt, siehst du auch an der Amazon (WKN: 906866)-Aktie. Amazons Vorteil gegenüber Zalando ist allerdings, dass es über seine Produkte und regional breiter aufgestellt ist und deshalb nicht ganz so hart vom heißen Sommer getroffen wurde.

Dabei ist Zalando in seinem Bereich in Europa führend und wächst schneller als der Modemarkt. Mittlerweile ist der Onlinehändler in 17 europäischen Ländern vertreten und handelt mit etwa 2.000 bekannten Modemarken. Und Zalando gewinnt weiter Marktanteile.

Hinzu kommen wachsende Eigenmarken, der boomende Beratungsservice Zalon und Dritthändler, die ihre Produkte über Zalandos Plattform anbieten können.

3. Vorteilhafte Aktionärsstruktur

Wenn du dir die Aktionärsstruktur eines Unternehmens betrachtest, kannst du erkennen, wie groß die Zuversicht der Manager für das eigene Unternehmen ist. Bei Zalando ist der Aufsichtsrat Anders Holch Povlsen zu 10,1 %, der Vorstand Robert Genz mit 1,85 %, die Gründer mit 3,65 % und Oliver Samwer (Bruder des Aufsichtsrates Alexander Samwer) zu 4,93 % beteiligt. Sie glauben also weiterhin an den langfristigen Erfolg des Unternehmens.

4. und 5. Steigende Nachfrage und wachsendes Unternehmen

Die Anzahl der Kunden wuchs im dritten Quartal 2018 (gegenüber dem Vorjahr) um 13,1 % auf 25,1 Mio. und die Anzahl der Bestellungen um 26,9 % auf 82,1 Mio. Der Umsatz legte in den ersten drei Quartalen 2018 um 18,1 % und allein im dritten Quartal um 11,7 % zu. Also selbst in der aktuellen Situation legt das operative Geschäft zu.

6. Aktienrückkäufe

Zalando hat am 10.12.2018 begonnen, Aktien im Wert von 50 Mio. Euro zurückzukaufen. Insgesamt stehen dem Unternehmen durch einen Beschluss aus dem Jahr 2015 90 Mio. Euro zur Verfügung. Dies zeigt, dass Zalando derzeit von einem günstigen Bewertungsniveau seiner Aktie ausgeht.

7. Potenzieller Übernahmekandidat

Aufgrund der Halbierung des Marktwertes und der gleichzeitig guten Marktstellung ist auch eine Übernahme durch Amazon, Alibaba (WKN: A117ME) oder Hennes&Mauritz (WKN: 872318) nicht ausgeschlossen.

8. und 9. Gute Zahlen und günstigere Bewertung

Zalando hat seinen Umsatz von 2010 bis 2017 von 154 auf 4.489 Mio. Euro gesteigert und wächst weiter. Seit 2014 werden Gewinne erzielt. Dass sie in einzelnen Jahren einbrechen, liegt in der Natur des Modegeschäftes. Die Aktie ist deshalb etwas zyklisch. Die Bilanz ist mit knapp 47 % Eigenkapital weiterhin solide aufgestellt.

Zalandos aktuelles Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei 4, was im Vergleich zu den Spitzenwerten der letzten Jahre (7,7 und 7,4) deutlich günstiger ist (19.12.2018). Kurzfristig könnte die Aktie aber auch noch aufgrund einer Gewinnwarnung des britischen Onlinemodehändlers ASOS (WKN: 912703) weiter sinken. Daran ist aber auch erkennbar, dass es ein Branchen- und kein spezifisches Zalando-Problem ist.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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