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Nulltarifsmobilität: Gibt es Daimlers car2go bald umsonst?

Finanziert von einem der größten Daimler(WKN:710000)-Vertriebspartner will UZE Mobility, ein deutsches Mobilitäts-Start-up, den Traum von kostenloser Mobilität zum Leben erwecken und plant ein Mobilitätsangebot, in dem StreetScooter der Deutschen Post zum Nulltarif für private Transporte genutzt werden können.

Bevor wir dazu kommen, warum die vielen anderen Mobilitätsdienstleister in naher Zukunft wohl nichts Vergleichbares anbieten werden, wollen wir den Traum von UZE Mobility näher betrachten. Beides hat aber natürlich miteinander zu tun.

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Der kühne Traum von kostenloser Mobilität

Technologie macht vieles günstiger. Oder zumindest besser bei gleichbleibenden Preisen. Ersteres ist genau das Versprechen neuartiger Mobilitätsdienstleister. Durch die erwartete Kostensenkung bei batterieelektrischen Fahrzeugen und der Steigerung der Auslastung pro Fahrzeug soll die Mobilität der Zukunft nicht nur dramatisch günstiger werden, sondern gleichzeitig noch deutlich bequemer als der öffentliche Nahverkehr.

UZE Mobility treibt dieses Versprechen nun also auf die Spitze. Die erforderlichen Umsätze zur Finanzierung dieses kühnen Traums soll die Vermarktung der digitalen und veränderbaren Werbeflächen an den Außenwänden des Transporters einspielen.

In meinen Augen eine wirklich geniale Idee und die erste mir bekannte Umsetzung eines rein datenbasierten Geschäftsmodells in der Mobilitätsbranche. Die Außenwerbung soll sich dabei an die Umwelt anpassen, je nach Nachbarschaft also eine andere Werbung zeigen.

So genial diese Idee ist, wirtschaftlich scheint sie zumindest auf den ersten Blick sehr riskant.

Einen Ansatzpunkt für das Umsatzpotenzial bietet Ströer(WKN:749399), das unter anderem auch Außenwerbeflächen vermarktet ‒ stationäre Werbeflächen wohlgemerkt. Mit den laut Unternehmensangaben über 230.000 Außenwerbeflächen in Deutschland erzielte Ströer im Jahr 2017 einen Umsatz von knapp 540 Millionen Euro oder eben rund 2.300 Euro pro Jahr und Werbefläche.

Vergleicht man diese 2.300 Euro pro Jahr mit den einmaligen Anschaffungskosten für einen StreetScooter, die ohne Rabatte zwischen 30.000 und 40.000 Euro liegen dürften, erscheint das als wirtschaftliches Himmelfahrtskommando.

UZE Mobility konnte dennoch die Fahrzeugwerke LUEG, einen der größten Daimler-Vertriebs- und Servicepartner, von einem millionenschweren Einstieg überzeugen. Eine eindeutige Absicherung von LUEG gegen die allgegenwärtige Angst der Branche, dass uns künftig nicht mehr das eigene Auto von A nach B bewegt, sondern Mobilitätsservices diese Aufgabe übernehmen werden.

Die millionenschwere Überzeugung von LUEG lässt zumindest einige Zweifel an meiner allerersten Einschätzung aufkommen, das UZE-Modell als wirtschaftliches Himmelfahrtskommando abzutun. Vielleicht sind die regionalisierten Werbeangebote tatsächlich deutlich interessanter als die stationären Werbeflächen von Ströer. Oder die Leute bei UZE Mobility haben noch weitere und bessere Ideen, um künftig Geld zu verdienen.

Warum ich (noch) nicht an werbefinanzierte Mobilität glaube

Sicherlich übersehe ich bei meinem hemdsärmeligen Vergleich der UZE-Umsatzchancen mit den heutigen Umsätzen von Stoer Media einiges. Da mein Vergleich die Wirtschaftlichkeit aber in derart weite Ferne rückt, glaube ich heute nicht an eine großflächige Verbreitung werbefinanzierter Mobilitätsangebote. Hinzu kommt die wirtschaftliche Attraktivität des heutigen Modells – beispielsweise von car2go.

Im Jahr 2017 wurden die 14.000 Autos von car2go rund 24 Millionen Mal angemietet. Nimmt man eine durchschnittliche Mietdauer von 15 Minuten (Achtung, diese Zahl ist eine Schätzung von mir) und einen Minutenpreis von 0,29 Euro, dann verdient Daimler beinahe 7.500 Euro pro car2go und Jahr – natürlich vor allen Steuern und anderen Ausgaben.

Wichtig ist es zu verstehen, dass bei steigender Auslastung die Wirtschaftlichkeit dramatisch zunimmt. Unter den oben genannten Annahmen würde ein car2go an einem Tag lediglich eine Stunde und zehn Minuten unterwegs sein und die restlichen 22 Stunden und 50 Minuten am Tag in der Gegend herumstehen. Bei steigender Auslastung steigt der Umsatz pro Fahrzeug enorm und entsprechend auch die Wirtschaftlichkeit. Schließlich kostet ein heutiger Elektro-Smart rund 22.000 Euro.

Dieses Geschäftsmomentum, das bei steigender Auslastung rasant steigende Umsätze und Gewinne verspricht, sehe ich beim Angebot von UZE Mobility jedoch nicht. Die Außenwerbung von Stoer Media ist bereits heute 24 Stunden am Tag zu sehen und bringt dennoch nur 2.500 Euro pro Jahr ein. Ja, vielleicht schafft es UZE, durch die Regionalisierung mit Werbung mehr Geld zu verdienen als Ströer. Und vielleicht gibt es für UZE noch weitere Möglichkeiten, um an Geld zu kommen. Aber an einen Umsatz von 25.000 Euro pro Jahr und Fahrzeug, die car2go bei heutigen Preisen bereits bei einer täglichen Auslastung von lediglich vier Stunden erzielt, glaube ich nicht.

Das bedeutet natürlich nicht, dass car2go und die vielen anderen Mobilitätsanbieter bei steigendem Wettbewerb ihre Preise peu à peu nach unten anpassen müssen und werden.

In diesem Sinne auf Technologie, die so vieles bequemer macht, einiges gleichzeitig noch günstiger und Fool on.


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Offenlegung: Sven besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Daimler.

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