The Motley Fool

Warum Royal Dutch Shell auch 2019 die Dividende nicht anheben dürfte

Das neue Jahr 2019 nähert sich mit großen Schritten. Viele Investoren dürften sich inzwischen mit ihren frischen Erwartungen und Hoffnungen an das neue Börsenjahr und ihre Aktien auseinandersetzen. Und möglicherweise ein wenig zu träumen beginnen.

Eine solcher Traum könnte beispielsweise sein, dass die Dividendenperle Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) im kommenden Jahr die Dividende erhöht. Doch wenn du mich fragst, könnte es durchaus sein, dass das selbst im neuen Jahr 2019 noch kein realistisches Szenario sein dürfte.

Schauen wir mal, wieso ich so denke und weshalb auch eine lediglich konstante Dividende absolut kein Beinbruch wäre.

Der Ölpreis könnte Shell einen Strich durch die Rechnung machen

Auch wenn einige der vergangenen Quartale durchaus eine Erhöhung zumindest zeitweise gerechtfertigt hätten, dürften die aktuellen Ölpreise, die mehr oder minder zwischen der 50-US-Dollar- und der 60-US-Dollar-Marke hin und her pendeln, einen Strich durch die Rechnung machen.

Seitdem die Sanktionen der USA gegen den Iran deutlich abgeschwächt worden sind, gehen viele Analysten von einem momentanen Überangebot im Ölmarkt aus, was letztlich zu dem Preisverfall geführt hat. Zwar hat die OPEC sich mitsamt Russland jüngst auf eine Drosselung in einer Höhe von 1,2 Mio. Barrel pro Tag geeinigt. Auch dieser Schritt könnte jedoch noch zu wenig sein, da viele Marktbeobachter im Vorfeld mit notwendigen Kürzungen in einer Größenordnung von 1,3 bis 1,4 Mio. Barrel pro Tag gerechnet haben.

Ein solcher möglicherweise noch weiterhin anhaltend niedriger Ölpreis dürfte natürlich auch das Zahlenwerk von Royal Dutch Shell im Weiteren belasten. Zwar dürfte die üppige und konstante Dividende von Royal Dutch Shell beim derzeitigen Ölpreisniveau noch längst nicht in Gefahr sein. Allerdings könnte das aktuelle Marktumfeld auch kein guter Nährboden für die Hoffnungen auf höhere Dividenden sein. Solange der Ölpreis daher nicht deutlich höher steht und sich der Markt nachhaltig entspannt, sollten Investoren nicht (und vermutlich nicht in 2019) mit einer Dividendenerhöhung planen.

Royal Dutch Shell steckt viel in Aktienrückkäufe

Außerdem ist Royal Dutch Shell derzeit dabei, viel seiner frei verfügbaren Mittel in eine andere Form der Kapitalrückführungen zu investieren. Wie der Öl- und Erdgasmulti im Sommer dieses Jahres ankündigte, werden zwischen den Jahren 2018 und 2020 eigene Aktien in einem Gesamtvolumen in Höhe von 25 Mrd. US-Dollar eingezogen.

Möglicherweise könnten die eigenen Aktien auch eine bessere Alternative zur höheren Dividende sein. Die Aktie von Royal Dutch Shell wird für das laufende Börsenjahr voraussichtlich mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis in Höhe von 11 bewertet sein, was durchaus preiswert für eine so zuverlässige Dividendenaktie sein dürfte.

Royal Dutch Shell wird daher in den kommenden Quartalen viel seiner Gewinne und seines freien Cashflows in eigene Aktien stecken. Auch das könnte jedoch letztlich dafür sorgen, dass die Fantasie auf eine steigende Ausschüttung im kommenden Jahr einen empfindlichen Dämpfer erhält.

Doch das ist halb so wild!

Der wieder abnehmende Ölpreise und die eigenen Aktienrückkäufe dürften der steigenden Dividendenfantasie im nächsten Jahr reichlich Wind aus den Segeln nehmen. Aber in meinen Augen ist das absolut nicht schlimm.

Denn Royal Dutch Shell wird voraussichtlich auch im kommenden Jahr eine konstante Quartalsdividende in Höhe von 0,47 US-Dollar auszahlen, was bei den derzeitigen Aktienkursen (B-Aktie) von 26,41 Euro einer ansehnlichen Dividendenrendite von 6,29 % entspricht.

Zudem wird Royal Dutch Shell, wie gesagt, auch in den kommenden vier Quartalen in die eigene Aktie investieren, was ebenfalls eine üppige Kapitalrückführungsmaßnahme darstellt und langfristig größere Mehrwerte für alle Aktionäre schaffen könnte. Daher sollte man es der Royal-Dutch-Shell-Aktie absolut nicht verübeln, sollte der Öl- und Erdgasmulti 2019 wirklich nicht die Dividendenschraube nach oben drehen.

Früher Ruhestand - Finanziell Unabhängig: der komplette Guide

Erfahre in dem Report „Früh in den Ruhestand - Finanziell unabhängig – der komplette Guide“ worauf es ankommt, um dir in Zukunft den Lebensstandard leisten zu können, von dem du träumst, ohne unbedingt hart dafür arbeiten zu müssen. Außerdem: Wie du finanzielle Unabhängigkeit erreichen kannst. Und: Techniken, die „Frührentner“ für sich entdeckt haben, um das Sparbudget effektiv zu erhöhen … ohne dabei zu verzichten. Jetzt für kurze Zeit HIER kostenlos abrufen!

Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.