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Warum ich die Swatch-Aktie mehr als Varta mag

Was für ein Desaster: Die noch im Sommer gefeierte Aktie der Swatch Group (WKN:865126) droht sich nun zu halbieren. Luxus scheint aus der Mode gekommen zu sein. Ganz anders sieht das Chartbild bei Batterie-Konkurrent Varta (WKN:A0TGJ5) aus. Der SDAX-Kandidat hat sich im zuletzt turbulenten Börsenklima als Stabilitätsfaktor erwiesen.

Was Swatch und Varta verbindet

Varta baut zwar keine Uhren, aber dafür stellt Swatch kleine Batterien her. Allerdings gehen sich deren Tochter Renata und die Microbattery-Sparte von Varta weitgehend aus dem Weg, denn Varta liefert die Hörgerätebatterien der Marke Renata zu. Aber leistungsstarke und zuverlässige Stromspeicher werden immer mehr gebraucht und erlauben beiden die Expansion in neue Märkte. Längst bietet Varta auch spezielle Batterielösungen für Werkzeuge, Haushaltselektronik, industrielle Anwendungen oder sogar große stationäre Stromspeicher an.

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Renata fokussiert sich zwar weiterhin auf Zellen für Uhren und Ähnliches, experimentiert aber ebenfalls mit höherwertigen Systemlösungen. In Kooperation mit den Forschern der Schwestergesellschaft Belenos Clean Power sollen leistungsstarke und kostengünstige Vanadiumbatterien für Autos, e-Bikes und Drohnen gefertigt werden. Als erster Abnehmer steht angeblich Partner Geely (WKN:A1CS02) bereit und es werden Milliardenumsätze angepeilt. Obwohl die Produktion eigentlich bereits anlaufen soll und die großen Autohersteller sich gerade um langfristige Lieferverträge keilen, ist es zuletzt seltsam still geworden um Belenos.

Nach langem Zögern will sich auch Varta in das aussichtsreiche Geschäft rund um Autobatterien stürzen. Im November wurde bekannt, dass Varta Vorbereitungen trifft, um ab etwa 2021 eine Massenherstellung von großformatigen Zellen hochzuziehen. Zunächst müssen allerdings in den Laboren noch einige Nüsse geknackt werden, um das Know-how von den kleinen Knopfzellen zu transferieren und Gewissheit zu bekommen, dass man mit der asiatischen Konkurrenz mithalten kann.

Ganz schwer einzuschätzen, welcher der beiden hier die besseren Karten hat.

Was Swatch sonst noch zu bieten hat

Eine große Stärke der Swatch Group liegt in der außergewöhnlichen Fertigungstiefe, die neben Batterien und Uhrwerken auch zum Beispiel fortschrittliches Material-Know-how umfasst. Besonders interessant sind jedoch die komplementären Mikroelektronikaktivitäten, die nebenbei ganz neue Anwendungsfelder eröffnen.

Die Tochter EM Microelectronic ist zwar erheblich kleiner als Dialog Semiconductor (WKN:927200), aber technologisch ähnlich aufgestellt. Beide stellen beispielsweise stromsparende Bluethooth-Chips her, die bei Uhren und anderen Wearables für lang anhaltende Konnektivität sorgen. Für die Swatch Group sehe ich durch diese technologische Fundierung nicht nur jede Menge Wachstumspotenzial, sondern auch einen klaren Wettbewerbsvorteil im Kerngeschäft.

Was die Uhren noch draufhaben

Letzteres ist aber wohl der Grund, warum die Aktie zuletzt etwas aus der Mode gekommen ist. Swatch produziert zwar mit seinen traditionsreichen 18 Marken Uhren und Schmuck für fast jeden Geldbeutel, aber die großen Gewinne werden mit Luxus gemacht. Marktbeobachter fürchten nun vor allem im wichtigen chinesischen Markt eine anhaltende Nachfrageschwäche, begleitet von Margendruck. Bitcoincrash, gefallene Aktienkurse und die Unsicherheit wegen des Handelskriegs lassen die dortigen Verbraucher zurückhaltender werden.

Junge Menschen wiederum entscheiden sich immer häufiger lieber für eine Smartwatch als für ein mechanisches Meisterwerk – oder verzichten gleich ganz auf den als Ballast am Handgelenk empfundenen Zeitgeber. Zur Not hat man ja auch im Smartphone stets eine Uhr integriert. Was die eigenen Anstrengungen betrifft, smartere Uhren anzubieten, waren die Erfolge bisher eher gering.

Tissot, die Swatch-Marke, die Mechanik und digital gestützte Multifunktionalität am besten verbindet, will nun aber zum Angriff blasen. Mit eigenem Betriebssystem ausgestattet, wird das in Kürze auf den Markt kommende Modell von den vorgenannten stromsparenden elektronischen Bausteinen und leistungsfähigen Batterien profitieren.

Noch ist wenig darüber bekannt, aber ich sehe ganz gute Chancen, dass Tissot damit seine Nische finden kann. Später dürfte das Betriebssystem auch bei anderen Marken zum Einsatz kommen. Während hier aber noch Unsicherheit herrscht, gab es zuletzt an der China-Front zumindest vorläufige Entwarnung: Die Uhrenexporte erholten sich im Oktober.

Was die Zahlen sagen

So wie sich das für mich darstellt, wird es der Swatch Group gelingen, das Kerngeschäft mindestens stabil zu halten. Sie profitiert weiterhin von starken Marken, der hohen Fertigungstiefe und Skaleneffekten. Hinzu kommen Chancen im boomenden Batteriemarkt sowie mit vielseitig einsetzbaren Halbleiter-, Sensor- und Elektronikbausteinen. Das alles spricht dafür, dass auf absehbare Zeit die Umsatzschallmauer von 10 Mrd. Schweizer Franken überschritten wird. Schon 2019 könnte das Nettoergebnis 1 Mrd. Franken übertreffen, wobei das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) mittlerweile bei erstaunlich niedrigen 1,3 angekommen ist (Stand 13.12.).

Bei der Aktie der Swatch Group bekommt der Anleger viel Luxus für sein Geld. Die Solidität eines Champions wird hier mit Wachstumschancen kombiniert. Aber ist diese Gelegenheit deshalb besser als die Varta-Aktie? Ich denke, das ist Geschmackssache. Varta verspricht natürlich zunächst höhere Wachstumsraten. Dafür wirken die Kennzahlen aber auch deutlich teurer, angefangen beim KBV von 4,2.

Mittelfristig wird Varta stark expandieren können, aber auf lange Sicht bleibt für mich unklar, wie gut sich das Unternehmen im hart umkämpften Batteriemarkt behaupten kann. Ob Swatch weiter wachsen wird, ist zwar ebenfalls unsicher, aber auf dem aktuell günstigen Kursniveau kann man die Erwartungen tief ansetzen und sich dann gegebenenfalls positiv überraschen lassen. Schon im nächsten Quartal erwarte ich mehr Klarheit zu Nachfragetrends und der tatsächlichen Stärke der innovativen Initiativen. Da heißt es, die Ohren zu spitzen und die Augen offen zu halten.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Dialog Semiconductor. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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