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8 Gründe für eine drohende US-Rezession, die historisch stark ausfallen könnte

In vielen Ländern der Welt fallen bereits die Aktienkurse. Nur in einzelnen Regionen wie den USA, Japan oder Indien halten sich die Indizes noch stabil. Aber auch in den USA (der Leitwirtschaft) scheinen die Aktien langsam zu kippen. Zwar sind Aktienkurse keine realwirtschaftlichen Daten wie das Wirtschaftswachstum, die Inflation oder die Arbeitslosenquote, aber dennoch sind sie ein Vorlaufindikator für die Realwirtschaft.

Hier erfährst du, was im kommenden Jahr noch für einen Rückgang der Wirtschaft spricht und warum er sehr unangenehm ausfallen könnte.

Zu hohe Bewertung

In den USA notiert der S&P500-Index aktuell bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,5. Dies ist nicht mehr günstig, denn der langfristige Mittelwert liegt bei 15,7. Auch das solidere Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt 3,15 und notiert somit weiter über dem historischen Durchschnitt von 2,79 (08.12.2018).

Es ist ähnlich wie bei Wachstumsaktien: Solange die Erwartungen übertroffen werden, steigen die Kurse weiter, auch wenn die Bewertung schon lange über den historischen Durchschnitten liegt. Schwächt sich im Zeitverlauf aber dann das Wachstum ab, erscheint vielen Anlegern die Bewertung plötzlich viel zu hoch.

Dies ist richtig, denn die faire Bewertung hängt immer vom Wachstum eines Unternehmens oder einer Wirtschaft ab. Ist das Wachstum gering, ist nur eine geringe Bewertung gerechtfertigt; fällt es hoch aus, ist auch ein höherer innerer Wert akzeptabel.

Schwächeres Wirtschaftswachstum und hohe Schulden

Viele Länder und Regionen haben bereits ihre Wachstumsprognose für 2019 und 2020 reduziert. So hat die OECD für 2019 ihre weltweite Wachstumsprognose auf 3,5 % gesenkt.

Für die USA rechnet sie noch mit 2,7 %, für 2020 nur noch mit 2,1 %. Dies ist jedoch für das Land zu wenig, denn die Steuern wurden massiv gesenkt. Wenn die Wirtschaft jetzt nicht entsprechend stark zulegt, wird es schwierig, den Haushalt zu finanzieren. Zudem sind die Schulden mit 108,02 % vom Bruttoinlandsprodukt auch auf einem hohen Stand, wobei keine rückläufige Entwicklung erkennbar ist.

Inverse Zinskurve

In der letzten Woche reagierten sehr viele Anleger besorgt, weil die Rendite der zwei- und dreijährigen US-Staatsanleihen seit langer Zeit über die der fünfjährigen kletterte (10.12.2018). In der Vergangenheit war dies oft ein Vorbote einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung im nächsten oder übernächsten Jahr. Dies bedeutet, dass die Nachfrage nach lang laufenden die nach kurzfristigen Anleihen übersteigt. Dies wiederum zeigt, dass Investoren über die weitere wirtschaftliche Entwicklung verunsichert sind.

Hoher Beschäftigungsstand

In den USA beträgt die offizielle Arbeitslosenquote derzeit 3,7 %. Würde sich der Aufschwung nun weiter fortsetzen, käme es zu einem Arbeitskräftemangel, was wiederum die Wirtschaftskraft reduziert. So könnte es auch bei den Kapazitäten zu einer Überhitzung kommen.

9 Jahre Aufschwung

In den USA erleben wir seit 2009 einen Wirtschaftsaufschwung, was statistisch schon einer sehr langen Phase entspricht. Seit 1945 dauerte eine durchschnittliche Aufschwungsphase nur etwa fünf Jahre.

US-Wirtschaftspolitik

Selbst in den USA warnen viele Wissenschaftler vor der aktuellen Wirtschaftspolitik. Hauptgrund sind zunehmende Handelsbarrieren und Zölle, die auch die USA selber treffen. Die Folge sind steigende Produktpreise, weil die Herstellung vieler Produkte in den USA statt im Ausland sehr viel teurer ist. Die Produktionskosten steigen, wodurch Firmen mit Entlassungen beginnen, um die Kosten wieder zu senken. Zudem bremsen steigende Zölle den Handel und somit die Wirtschaft.

Steigende Zinsen

Sie führen im Laufe der Zeit und bei einer weiteren Steigerung unweigerlich zu einer Reduzierung des Wachstums. Bei einer schnelleren Anhebung kann die Wirtschaft aber auch abrupt ausgebremst werden.

Warum sie historisch stark ausfallen könnte

In der Vergangenheit besaß die USA vor einer Rezession einen geringeren Schuldenstand und ein höheres Zinsniveau. Die Zentralbank konnte also, wie beispielsweise 2008, massiv eingreifen, indem sie die Zinsen reduzierte und die Verschuldung erhöhte.

Bei einer neuen Krise wäre der Spielraum viel geringer. Auch das Mittel der Steuersenkungen wurde bereits ausgereizt. Dadurch könnte eine kommende Krise ein größeres Ausmaß annehmen.

Foolishes Fazit

Du siehst, es gibt also viele Indikatoren, die einen zukünftigen Abschwung wahrscheinlich machen. Aber was wir von der Börse lernen können, ist vor allem eines: Es kann auch alles ganz anders kommen. So könnte sich auch einfach nur eine schwächere Wachstumsphase ergeben, die Kurse nur leicht fallen, die Zinsen nicht weiter steigen, die Zölle sinken statt steigen und sich die Bewertung über das Wachstum reduzieren.

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