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Der bessere Kauf: General Electric versus Coca-Cola

General Electric (WKN:851144) und Coca Cola (WKN:A1C56R) wurden beide vor über 100 Jahren gegründet. Beide sehen sich heutzutage Gegenwind ausgesetzt, aber im Laufe der Zeit haben sie sich beide als Überlebenskünstler erwiesen. Allerdings befindet sich eine dieser legendären Aktien derzeit in einer viel besseren Position als die andere. Hier ist, was du wissen musst, um die Wahl zwischen GE und Coca-Cola zu treffen.

Ein Turnaround im Industriemaßstab

Die Probleme von General Electric gehen auf Jack Welch zurück, was für einige vielleicht nach Ketzerei klingt. Aber unter seiner Führung erlaubte der Industriekonzern seiner Finanzabteilung, sich von der Absatzförderung in andere, (im Nachhinein gesehen) viel riskantere Finanzbereiche wie Baufinanzierungen zu entwickeln. Als die Finanzkrise die Vereinigten Staaten zwischen 2007 und 2009 in eine tiefe Rezession stürzte, verwandelte sich die Finanzsparte in einen massiven Krisenherd, welcher dem Nachfolger von Welch, Jeffrey Immelt, überlassen wurde. Veräußerungen von Unternehmensteilen, Abschreibungen, eine Dividendenkürzung und eine staatliche Rettungsaktion waren die Folge.

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Es schien, als hätte Immelt GE um sein industrielles Kerngeschäft herum gestrafft, welches der CEO durch Akquisitionen zu verstärken begann, darunter das Kraftwerksgeschäft von Alstom und eine Mehrheitsbeteiligung an der auf den Energiesektor ausgerichteten Baker Hughes (WKN:872933). Trotz der Akquisitionstätigkeit verbesserten sich die Finanzergebnisse nicht wie erwartet, und in einem überraschenden Schritt wurde Immelt 2017 durch John Flannery, einen langjährigen Insider des Unternehmens, ersetzt. Wie bei seinem Vorgänger blieb Flannery die bedauernswerte Aufgabe, zu berichten, dass GE in schlechterer Verfassung war, als die Investoren dachten. Die Lösung bestand wiederum darin, Unternehmen abzustoßen, Abschreibungen vorzunehmen und die Dividende zu kürzen.

Nach etwa einem Jahr entschied der Aufsichtsrat, dass Flannery sich nicht schnell genug bewegte und ersetzte ihn durch den externen Manager Lawrence Culp. Die Einbeziehung eines Externen ist eine große Abkehr von früheren Praktiken und deutet darauf hin, dass der Vorstand der Meinung ist, dass große Veränderungen erforderlich sind. Culp blickt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte als Leiter von Danaher (WKN:866197) zurück und war Vorstandsmitglied von GE. Der allgemeine Konsens ist, dass er eine gute Wahl war. Culps erster Schritt war, zu berichten, dass GE in schlechterer Verfassung war, als die Investoren dachten. Er folgte mit einem Plan, Vermögenswerte zu verkaufen und Sonderbelastungen in die Bilanz zu nehmen. Außerdem reduzierte er die Dividende auf einen symbolischen Betrag von 0,01 US-Dollar pro Aktie und Quartal.

Die Aktie hat in den letzten fünf Jahren mehr als 70 % ihres Wertes verloren und der Preis ist heute niedriger als während der schlimmsten Rezession der Jahre 2007-2009. Investoren sind besorgt, dass einige der Bewegungen, die Culp macht, wie z. B. der Verkauf eines Teils von Baker Hughes, darauf hindeuten, dass die Dinge noch schlimmer sein könnten, als sie erscheinen.

In der Tat hat Culp festgestellt, dass die Bilanzierung eine wichtige Priorität ist. Da die langfristige Verschuldung rund 75 % der Kapitalstruktur ausmacht, ist das nicht verwunderlich. Aber es ist eine besonders beunruhigende Zahl für ein Unternehmen, das in der zyklischen Industriebranche tätig ist, zumal sich die Wirtschaft auf einem Höhepunkt zu befinden scheint.

General Electric verfügt nach wie vor über wichtige Industriegeschäfte mit gewaltigen internationalen Aktivitäten. Ein Turnaround ist nicht unmöglich, aber von der derzeitigen Lage des Unternehmens zu einem Punkt zu gelangen, an dem es wieder wachsen kann, ist wahrscheinlich ein langer Prozess. GE ist, trotz aller früheren Erfolge, eine Turnaround-Geschichte, die nur für aggressivere Investoren geeignet ist. Die meisten von uns sollten den Wert wahrscheinlich besser meiden.

Auf soliderer Basis

Deshalb ist Coca-Cola heute eine bessere Option, wenn auch vielleicht kein außergewöhnlich attraktiver Kauf. Das legendäre Getränkeunternehmen sieht sich mit Gegenwind konfrontiert, insbesondere mit einer verlangsamten Nachfrage nach kohlensäurehaltigen Getränken. Es gibt sogar einen Dämpfer auf Regierungsebene, wobei in einer Reihe von Regionen Sodasteuern aufkommen, um den Konsum von zuckerhaltigen Getränken einzudämmen. Dies sind keine kleinen Probleme für ein Unternehmen, das immer noch stark vom Verkauf von Limonaden abhängig ist. Tatsächlich hinkte die Coca-Cola-Aktie mit einem Anstieg von nur rund 21 % (Stand 05.12.) in den letzten fünf Jahren hinterher, während der S&P 500 viel stärker zulegte.

Allerdings hat sich Coca-Cola an die Gegebenheiten angepasst. Das Unternehmen hat sich über sein Kerngeschäft Soda hinaus diversifiziert, kaufte kürzlich eine europäische Kaffeemarke, wagte sich erneut in das Feld der alkoholischen Getränke (nachdem es dieses vor vielen Jahren verlassen hatte) und führte sogar Gespräche mit einem Cannabisunternehmen. Es besteht immer die Gefahr, dass diese Initiativen nicht funktionieren, aber bei Coca-Cola sitzt man eindeutig nicht untätig herum, um die Welt an sich vorbeiziehen zu lassen.

Vielleicht noch wichtiger ist, dass Coca-Cola einen finanziell gesunden Eindruck macht. Obwohl die Umsatzentwicklung rückläufig ist, sollte das Unternehmen über genügend Spielraum verfügen, um die oben genannten Anpassungen vorzunehmen. Zwar ist der Reingewinn relativ schwach, aber Bruttomarge und operative Marge bleiben robust und tragen dazu bei, das Unternehmen solide in den schwarzen Zahlen zu halten. Und es verkauft regelmäßig kleine Produkte an unzählige Endkunden, was seinem Geschäft eine solide Grundlage gibt, auch wenn die Umsatzentwicklung unter Druck steht.

Im Vergleich zu GE scheint Coca-Cola in einer viel besseren Position zu sein, um sein Geschäft anzupassen. Interessierte Investoren werden jedoch die Bilanz im Auge behalten wollen. Die langfristigen Verbindlichkeiten machen fast zwei Drittel der Kapitalstruktur des Unternehmens aus. Das ist nicht abwegig, wenn man sein Geschäft betrachtet, aber ein so hoher Verschuldungsgrad könnte mit der Zeit zu einem Hindernis werden, wenn die Bemühungen, in neue Bereiche vorzustoßen, nicht wie geplant verlaufen. Dennoch steht Coca-Cola im Vergleich zu GE auf einer viel solideren finanziellen Basis, um das Wachstum wieder auf Kurs zu bringen.

Abwägung der Vor- und Nachteile

Die Wahl zwischen GE und Coca-Cola läuft darauf hinaus, Risiko und Ertrag in Einklang zu bringen. General Electric könnte sich als hochrentable Investition erweisen, aber nur, wenn sich der jüngste Turnaround wie erhofft gestaltet. Und selbst dann ist eine Geschäftsbelebung wahrscheinlich noch viele Jahre entfernt. GE ist heute eine hochriskante Turnaround-Wette, welche die meisten Investoren meiden sollten.

Auch Coca-Cola steht etwas im Gegenwind, aber dort bläst er nicht annähernd so stark. Und das Geschäft des Getränkekonzerns ist prinzipiell widerstandsfähig, was ihm mehr Spielraum gibt, sich an veränderte Verbrauchergewohnheiten anzupassen. Er macht in dieser Hinsicht bereits spürbare Fortschritte. Allerdings werden die meisten Investoren bei der Betrachtung von Risiko und Rendite wahrscheinlich warten wollen, bis Coca-Cola wieder den Umsatz steigern kann. Während also Coca-Cola heute wahrscheinlich eine bessere Option als GE ist, ist es immer noch keine wirklich großartige langfristige Investitionsgelegenheit.

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Reuben Gregg Brewer besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Reuben Gregg Brewer auf Englisch verfasst und am 06.12.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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