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ElringKlinger könnte ein Gewinner des Brennstoffzellen-Booms sein, doch noch ist ein anderer Faktor wichtiger für die Aktie

Foto: ElringKlinger AG

ElringKlinger (WKN:785602) gilt als einer der Zulieferer, die kämpfen müssen, wenn sie den Wandel zur Elektromobilität unbeschadet überstehen wollen. Eine Antwort des Unternehmens auf die Herausforderungen der Zukunft liegt darin, völlig neue Geschäftsaktivitäten aufzubauen. Nun deutet vieles auf signifikante Erfolge im Bereich der Brennstoffzellen hin.

Ein Hoffnungsträger ist bereit

In gleich drei europäischen Forschungsprojekten rund um die Brennstoffzelle steht ElringKlinger im Mittelpunkt. Das Ziel bestand darin, die drei wesentlichen Hindernisse, nämlich die mangelnde Standardisierung, die unzureichende Langlebigkeit und fehlende Serienfertigungskapazitäten, aus dem Weg zu räumen. Gemeinsam mit dem österreichischen Elektrotechnikspezialisten und SMA Solar (WKN:A0DJ6J)-Konkurrenten Fronius sowie weiteren Partnern aus der Wissenschaft und Industrie gelang es offenbar, diese Vorgaben erfolgreich zu erfüllen.

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Kürzlich wurde das Geschäft für Spezialbrennstoffzellen (new enerday GmbH) verkauft, um sich voll und ganz auf das Hochskalieren der sogenannten PEM-Typen zu konzentrieren, welche in Fahrzeugen Anwendung finden. Die Technik sei marktreif und nun stünden Investitionen in eine automatisierte Fertigung an.

Die Fronius-Lösung mit „ElringKlinger inside“ kommt nun beispielsweise in Flurförderfahrzeugen von Linde Material Handling zum Einsatz. Vor wenigen Tagen wurde berichtet, dass BMW für das Werk Leipzig 70 davon mit Brennstoffzelle angeschafft hat. Läuft dort alles reibungslos, dann ist mit vielen weiteren Aufträgen zu rechnen. Die Frage ist dann, wie groß das Geschäft für ElringKlinger werden könnte.

Wenig starke Konkurrenz

ElringKlinger ist natürlich nicht der einzige Zulieferer dieser zentralen Komponenten. Aber wenn man sich die Konkurrenz anschaut, dann stößt man nur auf sehr wenige, die sowohl technisch stark als auch finanzkräftig sind, und bereits in die Hochskalierung investieren. Einer davon könnte die ähnlich aufgestellte Dana (WKN:A0NC7J) mit ihrer deutschen Tochter REINZ-Dichtungs-GmbH sein.

REINZ ist Teil eines weiteren ambitionierten Forschungskonsortiums namens „Autostack Industrie“. Auch dort geht es um die Industrialisierung von Brennstoffzellen-Stacks. Auf der diesjährigen Hannover Messe wurde der technische Fortschritt präsentiert. Dana argumentiert ähnlich wie ElringKlinger, dass sich das Unternehmen kostenseitig und bezüglich der Volumenproduktionskompetenz in einer sehr guten Ausgangsposition befinde.

Ein weiterer Partner ist dort PowerCell Sweden (WKN:A14TK6), das Unternehmen, das unter anderem Nikola Motor beliefert und diverse Pilotprojekte von globalen Fahrzeugherstellern unterstützt. PowerCell ist dabei, seine Produktion – konzertiert mit Zulieferern wie Dana – stark hochzufahren und will nun in die Automatisierung mit Robotern investieren.

Insgesamt deutet also vieles darauf hin, dass der Gesamtmarkt so langsam aber sicher Fahrt aufnimmt und dass ElringKlinger zumindest in Europa gute Chancen auf bedeutende Marktanteile hat. Das ElringKlinger-Management selbst rechnet damit, dass nach dem Hochfahren der Kapazitäten 2019 die Anzahl abgesetzter Systeme steil ansteigen wird. Trotzdem werden Anleger, die auf diesen Trend setzen, einen langen Atem haben müssen.

Was dieser Trend für den Konzern bedeutet

ElringKlinger wird nämlich voraussichtlich weiterhin primär vom traditionellen Produktportfolio dominiert sein, dem kaum noch Wachstum zugetraut wird. Bis 2030 sollen die neuen Bereiche rund um Elektromobilität und Leichtbau lediglich gut 25 % zum Umsatz beitragen. Es ist also nicht so, dass der Umsatz der Gruppe explodieren würde, sobald der erwartete Brennstoffzellen-Boom einsetzt. Trotzdem ist klar, dass die zukünftige Performance der Aktie stark davon abhängt, wie gut es dem Unternehmen gelingt, neue Geschäftsbereiche zu etablieren.

Da der von ElringKlinger erhoffte Erfolg bei elektrischen Antrieben und Batterien aus meiner Sicht noch recht ungewiss ist, finde ich beruhigend, dass das Panorama bei den Brennstoffzellen-Komponenten nun sehr freundlich aussieht. Der kurzfristig stärkere Treiber der Aktie ist jedoch die derzeit allgemein düstere Lageeinschätzung der Marktteilnehmer, wenn es um Autohersteller und ihre Zulieferer geht. Erst wenn dort der Knoten platzt, wird sich der Fokus der Anleger wieder verstärkt auf aussichtsreiche Innovationsthemen wie die Brennstoffzellen-Stacks von ElringKlinger verschieben.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt ElringKlinger.

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