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Warum die Fresenius-Aktie heute stark fällt und wie sie jetzt bewertet ist

Foto: Getty Images

Was passiert ist

Fresenius (WKN: 578560)-Aktien sind heute im Tagesverlauf um über 16 % gefallen (07.12.2018), und vom Hoch im Jahr 2017 haben sie bereits etwa 50 % verloren. Aber warum stürzt die Aktie heute derart ab?

Hier ist die Nachricht zum Kurs: Fresenius rechnet für 2019 mit einem schwächeren Umsatzwachstum von nun etwa 5 %. Für den Gewinn wird eine Stagnation erwartet. Die Dividende je Aktie wird weiter steigen.

Gründe sind hauptsächlich ein schwächeres Dialysegeschäft in den USA, auch aufgrund einer Reduktion der staatlichen Vergütung. Deshalb wird nun bei der Tochter Fresenius Medical Care im nächsten Jahr mit einer Gewinnstagnation gerechnet. Zudem erwartet die Krankenhauskette Helios einen Gewinnrückgang in Höhe von 1 bis 5 %. Auch hier spielen regulatorische Änderungen und der Trend zur ambulanten Behandlung eine Rolle. Für die Töchter Kabi und Vamed wird weiterhin mit einem Wachstum gerechnet.

Wie es sich auswirkt

Kursbewegungen sind selten rational. So auch bei Fresenius. Anders ist ein Kurseinbruch von 16 % bei einer gleichzeitigen Ergebnisstagnation im Jahr 2019 nicht zu erklären. 2017 war der Kurs bereits deutlich stärker als die Ergebnisse gestiegen und die Aktie somit überbewertet.

Heute ist die Fresenius-Aktie schon viel günstiger bewertet. Während das Kurs-Gewinn-Verhältnis für die letzten zwölf Monate bei 13,4 liegt, betrug es 2015 in der Spitze 28,7 (07.12.2018). Der stabile Buchwert gibt eine noch bessere Auskunft. So beträgt das aktuelle Kurs-Buchwert-Verhältnis heute 1,45 und liegt damit tiefer als 2008 und in jedem anderen der letzten zehn Jahre.

Wie es weitergeht

Höhere Investitionen in die Forschung werden 2019 das Ergebnis noch einmal belasten, danach aber wieder zu mehr Wachstum führen. Kostensenkungs- und Umsatzsteigerungsmaßnahmen wurden bereits eingeleitet. Deshalb geht Fresenius bereits ab 2020 von einem Umsatzwachstum von etwa 5 % und einem noch höheren Gewinnwachstum aus.

Dies unterstreicht auch der Vorstandsvorsitzende Stephan Sturm mit seiner Aussage: „Wir bleiben sehr zuversichtlich für den mittel- und langfristigen Wachstumskurs von Fresenius.“ Zudem sind Übernahmen für das weitere Wachstum eingeplant.

Auch wenn das Dialysegeschäft in den USA etwas leidet, expandiert es doch in andere Länder wie China, wo weiterhin großes Potenzial besteht. Und bei Helios hat Fresenius bereits Maßnahmen eingeleitet, um sich den aktuellen Bedingungen anzupassen.

Was aber viel wichtiger ist, sind die langfristigen Aussichten. Fresenius’ Dienstleistungen werden auch noch in zehn oder 20 Jahren benötigt. Dies wiederum wird wahrscheinlich noch zu viel höheren Gewinnen als heute führen. Kurzfristig kann die Aktie aber auch noch turbulent bleiben.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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