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Aktien sind nur was für die Oberschicht? Von wegen!

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Die Aktie hat als Anlageklasse in Deutschland einen schweren Stand. Obwohl Aktien langfristig nahezu unschlagbare Renditen abwerfen und heutzutage so einfach und günstig handelbar sind wie noch nie, waren 2017 laut Zahlen des Deutschen Aktieninstituts nur gut zehn Millionen Deutsche direkt oder indirekt (also zum Beispiel über Aktienfonds) im Besitz von Aktien.

Neben der grundsätzlich sehr konservativen deutschen Sparmentalität und den schlechten Erfahrungen der Deutschen mit Aktien in der Vergangenheit – man denke an die frühere „Volksaktie“ der Deutschen Telekom (WKN: 555750) – bremsen auch einige Vorurteile die Lust auf Aktien hierzulande.

Ganz vorne mit dabei: Die Ansicht, Aktien seien nur etwas für die Oberschicht, und für die Unterschicht vollkommen uninteressant. Doch ist das wirklich so? Auf zum Faktencheck!

Warum Aktien?

Aktien sind langfristig einfach unschlagbar renditestark: In den letzten 100 Jahren erzielte der amerikanische Aktienindex S&P 500, wenn man die Dividenden reinvestierte, eine inflationsbereinigte jährliche Rendite von über 7,3 % – 7.300 Mal mehr als der Zinssatz auf meinem Tagesgeldkonto.

Wohlgemerkt sind hier alle Abwärtsphasen des Aktienmarktes mit inbegriffen – inklusive zweier Weltkriege, der großen Depression in den 1930ern und der Finanzkrise vor etwa neun Jahren.

Beim bekanntesten deutschen Aktienindex, dem DAX, ergibt sich ein ähnlich positives Bild: Es gibt in der gesamten Geschichte des DAX keinen einzigen 15-Jahres-Zeitraum, in dem der DAX unterm Strich gefallen ist. In allen 20-Jahres-Zeiträumen konnte der DAX eine jährliche Rendite von mindestens 5,7 % liefern. Und im besten 20-Jahres-Zeitraum aller Zeiten, von 1979 bis 1999, waren sogar 15,2 % pro Jahr drin!

Die Grundlage schaffen

Nun, da wir geklärt haben, warum Aktien für Anleger so interessant sind, schauen wir uns die tatsächlichen Kosten an:

Um überhaupt Aktien kaufen zu können, brauchen wir zunächst einmal ein Wertpapierdepot, in dem die Aktien elektronisch verwahrt werden. In Deutschland bieten nahezu alle Banken, auch die allermeisten Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen, Depots an.

Möchtest du bei deinen Anlageentscheidungen persönlich beraten werden und Produkte der Bank vorgeschlagen bekommen? Dann ist ein Depot bei einer Filialbank das richtige für dich, das jedoch oft mit Depotführungsgebühren verbunden ist.

Möchtest du deine Anlageentscheidungen weitgehend eigenständig treffen, dürfte die beste Lösung für dich ein Depot bei einer Onlinebank sein. Diese sind in der Führung oft extrem kostengünstig oder sogar kostenfrei.

Was kostet der Aktienkauf?

Wenn dein Depot und das zugehörige Verrechnungskonto angelegt sind, musst du im Prinzip nur noch anfangen, Aktien zu kaufen. Dies kannst du über zwei Wege tun:

Die offensichtlichste Variante ist, dass du direkt Aktien von den Unternehmen kaufst, die du speziell haben möchtest. Preise für Aktien variieren allerdings sehr stark: Manche Aktien kosten nur einige Cent, manche mehrere Tausend Euro pro Stück. Beispiele für letzteres sind die Aktien von Amazon (WKN: 906866) oder Lindt (WKN: 870503).

Bei manchen Anbietern ist das jedoch kein Problem: Du musst dann keine ganzen Aktien kaufen, sondern kannst über regelmäßige Aktiensparpläne auch nur Bruchteile erwerben. Den monatlichen Betrag, der investiert werden soll, kannst du dir dabei frei aussuchen. Die Untergrenze liegt oft bei 25 Euro im Monat.

Und weiter?

Wir Fools sind große Fans davon, unsere Aktieninvestitionen zu diversifizieren. Wir möchten also nicht nur in einige wenige Unternehmen investieren, sondern mindestens zehn Stück, damit das Risiko besser gestreut ist. Mit zehn Aktiensparplänen wären wir dann jedoch bei einer monatlichen Belastung von mindestens 250 Euro, die nicht für jedermann tragbar sind.

Hier schaffen sogenannte Indexfonds, auch ETFs genannt, Abhilfe. Diese bilden einen Aktienindex ab, der die Aktien vieler verschiedener Unternehmen enthält. Auch bei ETF-Sparplänen liegt die monatliche Mindestanlagesumme meist bei 25 oder manchmal 50 Euro.

Da die allermeisten Aktienindizes mehrere Dutzend (oder sogar mehrere Hundert!) Unternehmen enthalten, bist du über so einen ETF noch viel besser gestreut, als wenn du zehn Aktiensparpläne anlegen würdest – und das bei einem Bruchteil der monatlichen Anlagesumme!

Fairerweise muss man sagen, dass bei Aktien- und ETF-Sparplänen noch kleine Gebühren für den Trade anfallen. Beim ETF kommt meistens noch eine laufende Gebühr dazu, die bei einigen Promille der Anlagesumme liegt. Also auch nicht kriegsentscheidend.

Zusammengefasst

Der erste Schritt zur Aktienanlage, die Eröffnung und Führung eines Depots, ist in unseren Zeiten bei vielen Anbietern kostenlos möglich. Ins Geld geht es erst dann, wenn wir tatsächlich die ersten Anteile kaufen wollen.

Die Aktien einiger Unternehmen sind zurzeit tatsächlich zu teuer, als dass sie für eine Einmalanlage brauchbar wären. Doch hier kommt die Möglichkeit der Aktien- und ETF-Sparpläne zum Tragen. Besonders ETF-Sparpläne sind für einkommensschwache Personen super geeignet, um mit dem langfristigen Investieren an der Börse zu beginnen: Schon für mittlere zweistellige Beträge im Monat kannst du indirekt Aktionär werden.

Wenn du deine Anteile nun viele Jahre hältst, auch durch Schwächephasen der Wirtschaft hindurch, kannst du in den Genuss beeindruckender Renditen kommen, die deine finanzielle Situation deutlich verbessern könnten!

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In einer früheren Version des Artikels hieß es, bruchteilhafte Käufe von Einzelaktien seien generell nicht möglich. Die Möglichkeit, über einen Aktiensparplan auch Bruchteile von Aktien zu kaufen, wurde dabei außer Acht gelassen. The Motley Fool bedauert den Fehler und möchte sich ausdrücklich entschuldigen.

Christoph Gössel besitzt Aktien von Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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