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Marihuana-Boom: Welche Aktien langfristig wirklich profitieren

Cannabis wächst und wächst und wächst – zumindest die Pflanzen in den Gewächshäusern Kanadas. Das öffentliche Interesse natürlich auch. Aber wer wird auf lange Sicht als Gewinner dieses aufregenden Marktes hervorgehen? Die Canopy Growth (WKN:A140QA)-Aktie vielleicht? Ich bin mir nicht sicher. Allerdings bin ich überzeugt, dass Marihuana einen Leitmarkt schaffen wird, der lukrative Innovationen hervorbringt.

Darum sind Leitmärkte so wichtig

Stell dir die Automobilindustrie ohne Premiumhersteller vor: Kein Mensch will mehr als 30.000 Euro für sein Auto ausgeben, alle sind damit zufrieden, einfach einen fahrbaren Untersatz zu haben. Wären diese Autos mit hoch entwickeltem Infotainment, leistungsstarken Assistenzsystemen und schalloptimiertem Innenraum ausgestattet? Vermutlich nicht. Schließlich kommen fast alle Innovationen zunächst bei Mercedes & Co. zum Einsatz.

Deren Kunden sind bereit, auch ein paar Tausender mehr zu bezahlen, wenn sie im Gegenzug überlegene Leistung und außergewöhnlichen Komfort bekommen. Für sie lohnt es sich, in aufwendige Forschung und Entwicklung zu investieren. Innovationen, die in der ersten Generation noch sündhaft teuer waren, können oft schon in der zweiten Generation in der Mittelklasse eingeführt werden und in der dritten werden sie selbst bei günstigen Massenmodellen zum Standard.

Auch wenn wir an die Produktionstechnik denken, ist die Fahrzeugbranche von herausragender Bedeutung für die gesamte Industrie. Werkzeuglaser, 3D-Drucker und Industrieroboter würden ohne Autofabriken kaum das hohe technische Niveau erreicht haben, wenn die zahlungskräftigen Hersteller nicht ständig nach noch leistungsfähigeren Lösungen nachfragen würden.

Was das mit Cannabis zu tun hat

Meine Theorie ist, dass sich auch die Marihuana-Branche zu einem technischen Leitmarkt entwickeln wird. Die Hanfpflanzen werden üblicherweise in Gewächshäusern angebaut. Die eingesetzten Ressourcen sind hoch und die Ernte bringt außerordentlich hohe Erträge je Hektar. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, fragen die großen Cannabis-Unternehmen ständig nach neuer Technologie nach, um Qualität und Quantität der Erzeugnisse zu steigern.

Dabei gibt es jede Menge Hebel, von besseren Nährlösungen über ideales Licht bis hin zur physikalischen (statt chemischen) Schädlingsbekämpfung. Robotersysteme könnten die Pflanzenpflege automatisieren, mit gentechnischen Methoden kann der Wirkstoffgehalt feinjustiert werden und mit ausgefeilter Sensorik und Software lassen sich die Prozesse optimieren. Unternehmen, die hier auf den richtigen Mix setzen, verschaffen sich einen entscheidenden Vorteil.

Tilray (WKN:A2JQSC) hat gerade 450 Mio. US-Dollar frische Mittel eingeworben, um die Expansion voranzutreiben und das Geschäft weiterzuentwickeln. Diese Betriebe können richtig gut bezahlen, weshalb sich entsprechende Technologieunternehmen vermehrt auf Anwendungen für die Hanfpflanze konzentrieren.

Natürlich gibt es auch andere Agrarprodukte mit großen Spielern. Ich denke dabei etwa an die Zuckerrübe. Aber Südzucker (WKN:729700) ist primär Verarbeiter der Ernte und arbeitet mit Tausenden Landwirten zusammen. Diese sind natürlich längst nicht so finanzkräftig wie die aufstrebenden Hanfkonzerne. Selbst in den Weiten Süd- und Nordamerikas dürfte es nur wenige Agrarbetriebe geben, die mit ähnlichen Summen um sich schmeißen können.

Die brasilianische SLC Agrícola (WKN:A0MV8Q) ist beispielsweise ein Gigant, was die bewirtschaftete Fläche von 455.000 Hektar angeht, aber der Umsatz von umgerechnet etwa 460 Mio. Euro erscheint weniger beeindruckend im Vergleich zur Marktkapitalisierung der größten Marihuana-Konzerne von zwischenzeitlich weit über 10 Mrd. Euro.

Vom Leitmarkt zum Massenmarkt

Trotzdem fragt SLC Agrícola natürlich gezielt innovative Technologie nach. Aber da Soja und Mais eher Skoda und Dacia sind, wird dort vieles voraussichtlich erst in der dritten Technikgeneration wirtschaftlich Sinn ergeben und muss zuerst bei Hanf, dem Mercedes unter den Pflanzen, ausgiebig genutzt und weiterentwickelt werden. Ich gehe folglich davon aus, dass der Aufstieg der Cannabis-Industrie zu einem Innovationsschub für die gesamte Landwirtschaftsbranche führen wird. Aus kostenträchtigen Speziallösungen werden weltweit eingesetzte Standards hervorgehen. Hier entstehen Milliardenmärkte, die langfristig mit hohen Raten wachsen sollten.

Blöd für Privatinvestoren ist dabei, dass einige der innovativsten Unternehmen im Bereich AgriTech junge Start-ups sind, in die wir nicht investieren können. Andererseits macht das Geschäft mit solchen Lösungen bei aussichtsreich positionierten Konzernen wie BASF (WKN:BASF11) (inkl. der neuen Sparte Xarvio) und OSRAM (WKN:LED400) (u. a. LED Engin und Fluence Bioengineering) nur einen Bruchteil aus. Vor diesem Hintergrund kann es trotzdem nicht schaden, sich bereits jetzt auf die Lauer zu legen, um im richtigen Moment in diesem aussichtsreichen Markt zuzuschlagen.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von OSRAM. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.