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Amazon-CEO rechnet mit Pleite! Warum mich das nicht im Geringsten beunruhigt

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Auf den ersten Blick ist dieses Statement von Jeff Bezos ein echter Hammer: Der CEO von Amazon (WKN: 906866) sagte ganz offen und direkt, dass Amazon eines Tages pleitegehen werde.

Das hört sich für Investoren im ersten Moment überhaupt nicht gut an. Ist das etwa ein Warnsignal von Bezos, dass es um Amazon nicht so gut bestellt ist, wie alle glauben? Findet die wahnsinnige Wachstumsstory, die den Aktienkurs in der Spitze um das 1562-Fache steigen ließ, demnächst ein jähes Ende?

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Lass uns einen Foolishen Moment darüber nachdenken, was Bezos’ Aussage wirklich für das Unternehmen und seine Investoren bedeutet. Ich darf schon so viel verraten: Wir werden zu einem interessanten Schluss kommen.

Die Gefahr ist nicht akut

Das Wichtigste gleich vorneweg: Investoren müssen sich keine Sorgen über eine Pleite in den nächsten Monaten machen. Im Gegenteil, in den letzten Quartalen hat Amazon seine Margen deutlich verbessert und gutes Geld verdient. Auch zukünftig sollte dieser Trend anhalten, für 2019 rechnen Analysten zum Beispiel mit einem Nettoergebnis von über 13,6 Mrd. Dollar. Pleite geht man so in der Regel nicht.

In Amazons Bilanz zum dritten Quartal 2018 sehen wir außerdem, dass Amazons kurzfristige Vermögenswerte um über 4,5 Mrd. Dollar höher sind als die kurzfristigen Schulden des Unternehmens. Auch hier gilt also: keine Pleite in Sicht.

Das sieht im Grunde auch Bezos so. Natürlich bezog sich seine Aussage nicht auf die nächsten paar Wochen oder Monate, sondern auf irgendwann. Und wenn wir so langfristig denken, dann sieht Bezos’ Äußerung gar nicht mehr so erschreckend und unwahrscheinlich, sondern relativ logisch aus.

Und weiter?

Konkret sagte Bezos (frei übersetzt):

Amazon ist nicht zu groß, um zu scheitern. Ich sage voraus, dass Amazon eines Tages scheitern wird. Amazon wird pleitegehen. Die Lebensspanne großer Unternehmen liegt oft bei über 30 Jahren, aber nicht bei über 100 Jahren.

Bezos denkt mit dieser Aussage also sehr langfristig. Das ist etwas, was ich sehr an ihm schätze, denn die langfristige Entwicklung ist das, was mich als Foolishen Investor interessiert.

Bei Amazon kann man diesen langfristigen Fokus bis in die Anfänge des Unternehmens zurückverfolgen: Schon im Jahr des Börsengangs, 1997, sagte Amazon, es werde sein Handeln alleine darauf ausrichten, langfristig Marktanteile zu gewinnen, und dabei kurzfristige Gewinnmöglichkeiten außer Acht lassen. Schlüssel dazu wäre unter anderem ein unablässiger Fokus auf die Bedürfnisse des Kunden.

Daher überrascht es nicht, dass Bezos auch Folgendes sagte:

Der Anfang vom Ende ist der Tag, an dem wir anfangen, uns nicht mehr auf unsere Kunden zu konzentrieren, sondern auf uns selbst.

Bezos legt also keinen bestimmten Zeitpunkt oder einen Zeitrahmen für eine Pleite fest, wohl aber eine Bedingung: Sobald Amazon diesen zentralen Baustein seiner Strategie aufgibt, hat das Unternehmen verloren.

Was bedeutet das alles?

Ich denke, es wäre falsch, diese Kommentare in irgendeiner Art und Weise als Warnung zu begreifen und in Panik auszubrechen, geschweige denn Amazon-Aktien zu verkaufen. Im Gegenteil, ich als Amazon-Aktionär freue mich sogar über diese Aussagen.

Denn Bezos’ Realismus hilft Amazon dabei, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Stell dir vor, du hättest ein Unternehmen gegründet, das so schnell gewachsen ist wie Amazon. Du könntest leicht in Überheblichkeit verfallen und vergessen, dass auch für dein Unternehmen die Gesetze des Marktes gelten.

Bezos’ Warnung ist eine Erinnerung für alle Amazon-Mitarbeiter, dass der extreme Erfolg nicht von ungefähr kommt, sondern durch das bedingungslose Verfolgen der Strategie und unermüdlichen Einsatz.

Doch auch wir Investoren können etwas aus Bezos’ Äußerungen lernen: Niemals sollten wir einfach vom Fortbestand, vom Wachstum oder vom Erfolg eines Unternehmens ausgehen. Stattdessen müssen wir Geschäftsmodelle und Zahlen kritisch analysieren und hinterfragen, um zu einer Einschätzung zu gelangen, warum das Unternehmen fortbestehen, wachsen und Erfolg haben sollte.

Ein Foolishes Fazit

Am Ende dieser Erörterung stehen zwei wichtige Aussagen für Investoren. Erstens sollten wir als Investoren uns über einen CEO freuen, der die Bodenhaftung nicht verliert und immer die Gefahr einer Pleite sieht, wenn das Unternehmen seinen roten Faden verliert. Und zweitens sollten wir selbst genauso denken, wenn wir Unternehmen analysieren und Investitionsentscheidungen treffen.

Amazon könnte also in den nächsten zehn Jahren pleitegehen. Es könnte aber auch genauso gut nicht passieren, wenn Amazon seine Erfolgsstrategie weiter verfolgt. Ich sehe Letzteres als wahrscheinlicher an und fühle mich nicht trotz, sondern wegen Bezos’ Kommentaren pudelwohl mit meinen Amazon-Aktien.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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