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Royal Dutch Shell: Wird der Ölpreisverfall langsam kritisch?

Foto: Getty Images

Die Aktien von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) kannten in den vergangenen Wochen fast ausschließlich eine Richtung: nach unten. Mitsamt dem Ölpreis, der seit September ebenfalls rund 20 US-Dollar je Barrel eingebüßt hat, begannen auch die Papiere von Shell die Reise nach unten anzutreten.

Seit Ende September beläuft sich auch hier das Minus auf beachtlichen 9 %. So mancher Investor könnte sich allmählich fragen, ob diese Entwicklung beim Ölpreis inzwischen auch für den Öl- und Erdgasmulti ein kritisches Niveau erreicht hat. Lass uns diesen Ängsten daher im Folgenden ein wenig auf den Foolishen Zahn fühlen.

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Was die aktuellen Ölpreise für Shell bedeuten

Es dürfte inzwischen wohl kein Geheimnis mehr sein, dass Royal Dutch Shell auch weiterhin stark abhängig von den Ölpreisen ist. Je höher diese letztlich sind, desto profitabler ist der Öl- und Gasmulti unterm Strich. Im Umkehrschluss bedeuten sinkende Ölpreise jedoch, dass die Gewinne nicht mehr so sprudeln werden wie beispielsweise noch vor wenigen Wochen.

Dementsprechend blicken einige Anleger wie gebannt auf die Entwicklung gängiger Notierungen wie beispielsweise Brent und die Leichtsorte WTI, um anhand deren Entwicklung eine operative Richtung für Öl- und Erdgaskonzerne abzulesen.

Doch auch wenn das möglicherweise für kurzfristige Investoren eine solide Taktik sein könnte, sollten sich Foolishe langfristige Dividendenjäger nicht von solchen kurzfristigen Kurskapriolen beeindrucken lassen. Denn auch wenn das derzeitige Absinken des Ölpreisniveaus durchaus dafür sorgen könnte, dass die Quartalsgewinne nicht ganz so üppig ausfallen werden wie im gerade abgelaufenen dritten Quartal, besteht im Grunde aktuell wenig Grund, ernsthaft besorgt zu sein.

Die Dividendenperle Royal Dutch Shell ist auch auf dem aktuellen Niveau profitabel

Auch das aktuelle Ölpreisniveau dürfte nämlich unterm Strich mehr als ausreichend sein, damit Royal Dutch Shell bei den momentanen Ölpreisen von rund 67 US-Dollar je Barrel Brent und 57 US-Dollar je Barrel WTI weiterhin profitabel ist.

Zu Vergleichszwecken empfiehlt sich ein Blick auf die vergangenen Quartale, in denen die Ölpreise auch mal deutlich niedriger gelegen haben. Während des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2017 beispielsweise, als der Ölpreis durchschnittlich bei rund 52,16 US-Dollar je Barrel Brent gelegen hat, konnte Royal Dutch Shell bereits einen Quartalsgewinn in Höhe von 0,50 US-Dollar je Aktie verkünden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Royal Dutch Shell auch bei Ölpreisen, die im Schnitt rund 15 US-Dollar unterhalb des aktuellen Ölpreisniveaus gelegen haben, seine üppige Dividende in Höhe von 0,47 US-Dollar aus dem operativen Gewinn zahlen konnte.

Wie gesagt, momentan besteht daher eigentlich keinen Zweifel daran, dass die ansehnliche Dividendenstory von Royal Dutch Shell nun wieder mit einem Fragezeichen versehen werden muss.

Die langfristigen Aussichten

Langfristig könnte sowieso noch so einiges dafür sprechen, dass der Ölmarkt sich im Großen und Ganzen in einem defizitären Bereich befindet – selbst dann, wenn gegenwärtig einige kurzfristigen Entwicklungen gegen eine solche These sprechen.

Die OPEC wird jedenfalls auch weiterhin einen strengen Blick auf die Ölpreise werfen. Stabilisierend könnte kurzfristig beispielsweise die Ankündigung Saudi-Arabiens wirken, dass man ab Dezember eine halbe Million Barrel pro Tag weniger fördern wird, um den Ölpreis zu stützen.

Zudem könnten die ausbleibenden Investitionen der vergangenen Jahre für langfristig komfortable Preise sorgen. Als die Ölpreise in den vergangenen Jahren nämlich regelrecht eingebrochen sind und zum Teil deutlich unter der 50-US-Dollar-Marke lagen, haben viele Konzerne auf Investitionen in neue Förderprojekte verzichtet, was sich durchaus rächen könnte.

All das dürfte meiner Meinung nach mittel- und langfristig dazu führen, dass die Ölpreise zumindest auf einem Niveau verharren, das es Royal Dutch Shell erlauben wird, seine Dividenden auch in Zukunft aus den operativen Gewinnen zahlen zu können. Und das dürfte für viele Investoren wohl ein wesentliches Investitionsziel sein, das auch auf absehbare Zeit durch ein relativ komfortables Ölpreisniveau gesichert sein könnte.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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