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Darum ist die Deutsche Telekom-Aktie jetzt besser aufgestellt

Lange Zeit war die Deutsche Telekom (WKN: 555750)-Aktie kein gutes Investment, weil das Geschäft aufgrund des Verlustes der Monopolstellung nur verlieren konnte. Über die Jahre hat sich jedoch viel verändert, sodass die aktuellen Zahlen wieder besser ausfallen. Erfahre, wo es derzeit gut läuft und was weiterhin gegen die Aktie spricht.

Gute aktuelle Zahlen und Anhebung der Prognose

In den ersten drei Quartalen 2018 verzeichnete die Telekom eine leichte Verbesserung ihrer Festnetzanschlüsse von 28 auf 28,1 Millionen. In Deutschland allein verlor sie aber weiterhin um 2,8 %, auch weil viele Kunden zum Mobilfunk wechseln.

Wachstumstreiber blieben weiterhin das Mobilfunk- und das Breitbandgeschäft, die ihre Kundenzahlen um 6 beziehungsweise 7 % steigerten. Auch das Zusatzangebot MagentaTV zieht mehr Neukunden an. Durch die Übernahme von UPC Austria baut die Telekom ihr Geschäft in Europa weiter aus und T-Systems profitiert vom Wachstum des Cloud-Angebots.

Insgesamt verringerte sich der Umsatz leicht um 0,7 %, bereinigt um Sondereinflüsse verbuchte die Telekom jedoch ein Plus von 2,8 %. Das bereinigte operative Ergebnis legte um 2,7 % und ohne Währungs- und Konsolidierungseffekte sogar um 6,2 % zu. Zudem konnte die Eigenkapitalquote von 27,9 auf 30,6 % verbessert werden.

Positiv ist auch, dass die Telekom ihre Gesamtjahresprognose für den operativen Gewinn leicht von 23,4 auf 23,6 Mrd. Euro anheben konnte. Bis 2021 erwartet der Konzern bei Umsatz und bereinigtem operativen Gewinn ein leichtes jährliches Wachstum um 1 bis 2 % beziehungsweise um 2 bis 4 %.

Stark wachsendes US-Geschäft und wahrscheinliche Übernahme von Sprint

In den USA erfreut sich die Telekom, auch aufgrund vieler positiver Maßnahmen durch CEO John Legere, schon seit längerer Zeit wieder einer größeren Beliebtheit. Seit 2013 verbesserten sich hier der Umsatz von 24,6 auf 40,6 und der operative Gewinn von 1,2 auf 4,9 Mrd. US-Dollar. In den ersten drei Quartalen 2018 wuchs der Umsatz weiter um 6,7 %.

Um in den USA die Marktstellung weiter zu verbessern, strebt T Mobile US (WKN: A1T7LU) für 26 Mrd. US-Dollar die Übernahme von Sprint (WKN: A1W1XE) an. So könnten die Kosten sinken und das Geschäft profitabler werden. Nur die Justizbehörden müssen noch zustimmen. Verläuft alles nach Plan, würde im ersten bis zweiten Quartal 2019 der Zusammenschluss erfolgen. Derzeit liegen beide hinter AT&T (WKN: A0HL9Z) und Verizon (WKN: 868402) auf Platz drei und vier der amerikanischen Mobilfunkanbieter.

Aktuell nicht zu teuer

Derzeit notiert die Aktie zu einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,66 und einem Kurs-Cashflow-Verhältnis von nur 4, was weiterhin nicht zu teuer ist. Zwar liegt auch die Dividendenrendite bei hohen 4,65 %, aber sie ist historisch gesehen weniger zuverlässig (19.11.2018).

Es bleibt kapitalintensiv

Die Telekom muss sehr viel in ihre Netze investieren. Dies ist negativ, liegt aber in der Natur des Geschäfts und wird sich auch zukünftig kaum ändern. Aktuell ist der Ausbau des Glasfaser- und 5G-Netzes in vollem Gange. Allein bis 2021 werden so 20 Mrd. Euro ausgegeben. Aufgrund der hohen Investitionen betrugen die Nettomarge und die Gesamtkapitalrendite in den letzten zehn Jahren durchschnittlich nur 1,7 beziehungsweise 0,8 %.

Foolisches Fazit

Die Deutsche Telekom hat über die vergangenen zehn Jahre ihren Umsatz von 61,8 auf 74,9 Mrd. Euro gesteigert. Das Unternehmen kann also langsam zulegen und ist meiner Meinung nach derzeit moderat bewertet. Wenn es gelingen würde, auch auf Konzernebene einen Imagewandel wie in den USA herbeizuführen, hätte es insgesamt sicherlich noch viel mehr Potenzial.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US und Verizon Communications.