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NVIDIAs Ergebnis war solide, aber die Aktien stürzen um 17 % ab, da der Ausblick aufgrund des „Krypto-Katers“ schwach ist

Foto: Getty Images

NVIDIA (WKN:918422) veröffentlichte am Donnerstag nach Börsenschluss seinen Bericht zum dritten Quartal 2019. Der Umsatz des Grafikspezialisten stieg um 21 % auf 3,18 Mrd. US-Dollar, der GAAP-Gewinn pro Aktie erhöhte sich um 48 % auf 1,97 US-Dollar und der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn pro Aktie stieg um 38 % auf 1,84 US-Dollar.

Die Wall Street erwartete einen GAAP-Gewinn pro Aktie von 1,71 US-Dollar und einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 1,93 US-Dollar bei einem Umsatz von 3,24 Mrd. US-Dollar. NVIDIA übertraf somit den GAAP-Einnahmenskonsens, erfüllte aber die Erwartungen bezüglich bereinigtem Gewinn pro Aktie und Umsatz nicht. Der Umsatz lag auch unter der Unternehmensprognose von 3,25 Mrd. US-Dollar plus minus 2 %.

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Die NVIDIA-Aktie sank am Donnerstag im nachbörslichen Handel um 16,8 %, was für die Performance am Freitag nicht gerade positiv war. Wir können die Wut des Marktes auf die soeben festgestellten Missstände im dritten Quartal und — was noch wichtiger ist — auf die Umsatzprognose für das vierte Quartal zurückführen, die deutlich niedriger ausfiel, als die Wall Street erwartet hatte.

Tatsächlich war ich enttäuscht, aber nicht überrascht. Während die Autoren einiger anderer Unternehmen vor der Veröffentlichung des Quartalsberichtes der Meinung waren, dass die schwachen Ergebnisse und Prognosen bereits in die NVIDIA-Aktie eingepreist seien (die Anfang Oktober gegenüber ihrem Allzeithoch um etwa 30 % gesunken war), schrieb ich in meiner Gewinnvorschau am Mittwoch, es wäre „wahrscheinlich sicher, dass der Markt bei seiner Reaktion nicht zurückhaltend sein wird, wenn NVIDIA im vierten Quartal einen schwächeren Ausblick gibt, als die [Wall] Street erwartet.“

Die wichtigsten Zahlen

Kennzahl Q3 2019  Q3 2018 Veränderung im Jahresvergleich
Umsatz 3,18 Mrd. USD 2,64 Mrd. USD 21 %
GAAP-Betriebsergebnis 1,06 Mrd. USD 895 Mio. USD 18 %
Bereinigter operativer Gewinn 1,21 Mrd. USD 1,01 Mrd. USD 20 %
GAAP-Reingewinn 1,23 Mrd. USD 838 Mio. USD 47 %
Bereinigter Reingewinn 1,15 Mrd. USD 833 Mio. USD 38 %
GAAP-Gewinn pro Aktie 1,97 USD 1,33 USD 48 %
Bereinigter Gewinn pro Aktie 1,84 USD 1,33 USD 38%

Datenquelle: NVIDIA. GAAP = allgemein anerkannte Rechnungslegungsgrundsätze.

Die Bruttomarge nach GAAP lag bei 60,4 % gegenüber 59,5 % im Vorjahresquartal. Im Vergleich zum vorherigen Quartal lag die Marge aber unter 63,3 %. Die bereinigte Bruttomarge lag bei 61,1 % verglichen mit 59,7 % im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal lag der Wert aber unter 63,5 %.

Der Bereich Rechenzentren führt weiterhin das Plattformwachstum an, wobei der Sektor Gaming ins Stocken geraten ist

Plattform Umsatz in Q3 2019 Veränderung im Jahresvergleich Veränderung im Quartalsvergleich
Gaming  1,76 Mrd. USD 13 % (2 %)
Rechenzentren  792 Mio. USD 58 % 4 %
Professionelle Visualisierung  305 Mio. USD 28 % 9 %
Automotive  172 Mio. USD 19 % 7 %
Originalhersteller und Geistiges Eigentum  148 Mio. USD (23 %) 28 %
Gesamt  3,18 Mrd. USD 21 % 2 %

Datenquelle: NVIDIA.

Die relativ schwachen Ergebnisse der Sparte Gaming waren auf einen Überschuss an mittelgroßen Pascal-GPU-basierten Grafikkarten im Vertriebskanal zurückzuführen, sagte das Management. Diese Situation ist auf die Pleite des Kryptowährungsmarktes zurückzuführen, da einige Krypto-Miner anstatt anwendungsspezifischer GPUs die Gaming-Karten des Unternehmens gekauft hatten, um sie für den Abbau digitaler Währungen zu verwenden. Zusätzlich zu den Verkäufen an Krypto-Miner, die stark zurückgehen, verlangsamten sich die Verkäufe an Gamer erheblich. Letzteres führt das Management vor allem darauf zurück, dass die Einzelhandelspreise nach dem Ende des Krypto-Booms noch einige Zeit auf einem erhöhten Niveau verharrten.

Wie im letzten Quartal gingen die Umsätze im Bereich Originalhersteller und Geistiges Eigentum gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück, da die Nachfrage nach anwendungsspezifischen GPUs für das Mining von Kryptowährungen nachließ. Dieser Nachfragerückgang ist das Ergebnis des Einbruchs der Krypto-Kurse zu Beginn dieses Jahres.

Der Bereich Rechenzentren verzeichnet weiterhin ein starkes Wachstum, was auf die anhaltend starken Verkäufe von Produkten auf Basis der Volta-GPU-Architektur sowie auf die Beiträge des T4-Cloud-GPU auf Basis der neuen Turing-Architektur zurückzuführen ist. Das Wachstum im Bereich Rechenzentren wird durch die schnelle Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) und das hohe Wachstum von High-Performance Computing (HPC) unterstützt. Die guten Ergebnisse in Professionelle Visualisierung wurden durch den Verkauf von Produkten für Desktop- und mobile Workstations getragen. Die Ergebnisse im Automotive-Bereich wurden durch den Verkauf von Infotainment-Modulen, DRIVE-PX-Plattformen und Entwicklungsvereinbarungen mit Automobilunternehmen über autonome Fahrsysteme gestützt.

Was ist mit NVIDIA seit dem letzten Quartalsbericht passiert?

  • Es wurde die Turing-GPU-Architektur vorgestellt, die weltweit der erste GPU ist, der Echtzeit-Raytracing ermöglicht — eine Technik, die Videospiele und andere Anwendungen in Kinoqualität verspricht.
  • Im Bereich Gaming begann man mit der Markteinführung der GeForce-RTX-Serie, den ersten Gaming-GPUs auf Basis der Turing-Architektur.
  • Im Sektor Rechenzentren wurde der T4-Cloud-GPU und die NVIDIA TensorRT Hyperscale Inference Platform eingeführt, „um eine fortschrittliche Beschleunigung für Sprach-, Video-, Bild- und Empfehlungsdienste in Hyperscale-Rechenzentren zu liefern“, sagte das Unternehmen im Quartalsbericht.
  • Im Bereich Rechenzentren wurde der RTX-Server gestartet und damit ein neuer Markt für das Rendern von Filmen erschlossen.
  • Im Sektor Rechenzentren wurde RAPIDS eingeführt, „eine Open-Source-GPU-Beschleunigungsplattform für Datenwissenschaften und maschinelles Lernen“.
  • Im Bereich Professionelle Visualisierung wurde die Quadro-RTX-Serie vorgestellt, die auf Turing basiert.
  • Im Sektor Automotive kündigte das Unternehmen seine „ersten Level-2-Autopilot-Design-Erfolge mit Toyota, Volvo und Isuzu Motors“ an. (Auf der 0-5-Skala der Society of Automotive Engineers für den Automatisierungsgrad ist Level 2 ein automatisiertes System, das „die volle Kontrolle über das Fahrzeug (Beschleunigen, Bremsen und Lenken) übernimmt“, obwohl „der Fahrer das Fahren beobachten und bereit sein muss, sofort einzugreifen“, so die Definition laut Wikipedia).
  • Im Bereich Automotive wurde angekündigt, dass „Continental und Veoneer, führende Anbieter, sich jeweils für DRIVE AGX Xavier entschieden haben, um selbstfahrende Lösungen zu betreiben, die Anfang der 2020er Jahre angeboten werden sollen“.

Was das Management zu sagen hatte

Hier ist ein Teil dessen, was CEO Jensen Huang während der Telefonkonferenz sagte:

KI schreitet weltweit mit unglaublichem Tempo voran und steigert die Rekordumsätze für unsere Rechenzentrumsplattformen. Unsere Einführung von Turing GPUs ist ein großartiger Schritt für Computergrafik und KI, und bringt die Magie des Echtzeit-Raytracing in Spiele und die größten Leistungssteigerungen dieser Generation, die wir je erreicht haben.

Unsere kurzfristigen Ergebnisse spiegeln den Lagerüberschuss nach dem Kryptowährungsboom wider, der korrigiert wird. Unsere Marktposition und unsere Wachstumschancen sind stärker denn je.

Ein solides Quartal, aber ein schwacher Ausblick aufgrund des „Krypto-Katers“

Inmitten des Zorns des Marktes sollten die Investoren nicht aus den Augen verlieren, dass NVIDIA solide Q3-Ergebnisse erzielt hat, wobei der Umsatz um 21 % und der bereinigte Gewinn pro Aktie um 38 % gestiegen sind. Diese Ergebnisse sprechen für die Leistungsfähigkeit des Bereichs Rechenzentren und die Gesamtstärke des Unternehmens.

Im vierten Quartal erwartet NVIDIA einen Umsatz von 2,70 Mrd. US-Dollar, plus minus 2 %, was einem Rückgang von etwa 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Wall Street erwartete im vierten Quartal einen Umsatz von 3,4 Mrd. US-Dollar — daher die Bestrafung der Aktie. Schuld an den schwachen Aussichten ist eine erwartete Fortsetzung des „Krypto-Katers“, wie Huang es bei der Telefonkonferenz nannte. CFO Colette Kress sagte, dass das Management glaubt, dass es sich um ein „Problem handelt, das in ein bis zwei Quartalen korrigiert werden wird“. Langfristige Investoren haben daher keinen Grund zu befürchten, dass NVIDIAs Kater nach dem relativ kurzem Stelldichein im Kryptowährungsbereich viel länger anhalten wird.

An den rosigen langfristigen Wachstumsprognosen des Spielemarktes oder der Position von NVIDIA als dominantem Anbieter von Grafikkarten für Gamer hat sich nichts geändert. Darüber hinaus bleiben die Wachstumschancen des Unternehmens durch KI und selbstfahrende Autos weiterhin stark.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Nvidia.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und am 16.11.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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