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Konzentriertes vs. breit gestreutes Portfolio: Wie viele Aktien für ein Portfolio sinnvoll sind

Es gibt schon sehr lange eine Diskussion über die Frage, wie viele Aktien ein Portfolio umfassen sollte. Dabei reicht die Anzahl von Aktien in einzelnen Depots von zehn bis zu mehreren 100 Werten.

So sind Warren Buffett und Charlie Munger Verfechter eines konzentrierten Depots. Dagegen hielt Peter Lynch am Ende seiner Karriere bei Magellan über 1.500 Aktien in seinem Fonds und erzielte dennoch eine hohe Rendite. Wie viele Werte sollte man also im Depot führen, um gute Ergebnisse zu erzielen?

Große Investoren mit breit gestreuten Depots

Es gibt eine Reihe von großen Investoren wie Peter Lynch oder Ben Graham, die breit gestreute Depots bevorzugten. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. So verfolgte Ben Graham einen Investmentstil, der vorwiegend auf sehr günstige, dafür aber auch häufig kriselnde Unternehmen setzte. Hier scheint eine breite Streuung wirklich sinnvoll zu sein, denn sehr oft waren die einzelnen Investments von geringer Qualität. So gab es als Folge einzelne große Gewinner, aber auch Investments mit Totalverlust. In Summe schnitt das Depot aber besser ab als viele Indizes.

Peter Lynch begründete seine breite Streuung damit, dass er zur gleichen Zeit viele tolle Unternehmen fand und sie deshalb alle kaufte. Zudem verfügt ein Fonds auch über mehr Vermögen als die meisten Privatdepots, sodass eine breite Streuung zu prozentual geringen Kosten möglich ist.

Warren Buffett und Charlie Munger sind hingegen Freunde eines konzentrierten Portfolios. Sie sind der Meinung, dass man bei einem breit gestreuten Depot die einzelnen Unternehmen nie genau kennenlernt und dies bringt einen Informationsnachteil. Zudem sind ihre Auswahlkriterien so streng, dass sie seltener ein passendes Investment finden. Ihre Beteiligungen sind meist von hoher Qualität, sodass ein konzentriertes Depot nicht unbedingt risikoreicher ist. Ein konzentriertes Depot aus Turnaround-Werten wäre hingegen sehr risikoreich.

Vor- und Nachteile von breit gestreuten Depots

Ein ganz wesentlicher Vorteil breit gestreuter Depots liegt in der Risikostreuung. Einzelne Werte spielen für die Gesamtperformance eine geringe Rolle. So sind einzelne Fehlgriffe leichter zu verkraften. Zudem sinkt mit zunehmender Streuung auch meist die Volatilität des Depots, ein Effekt, der für die meisten Anleger sehr angenehm ist.

Nachteilig sind hingegen die höheren Orderkosten. Angenommen, Anleger A und Anleger B halten immer zehn beziehungsweise 100 Werte im Depot und die Orderkosten betragen 10 Euro. So liegen die Belastungen bei nur einem Depotumschlag in Summe für Anleger A  bei 200 Euro und für Anleger B bei 2.000 Euro. Anleger A wird also aufgrund des Kostenvorteils auf lange Sicht wahrscheinlich die höhere Performance erzielen. Zudem ist es sehr aufwendig, alle Werte eines breiten Depots zu überwachen.

Vor- und Nachteile von konzentrierten Portfolios

Konzentrierte Portfolios haben einen bedeutenden Vorteil: Sie sind viel weniger kostenintensiv. Und weniger Kosten bedeuten auf lange Sicht auch eine höhere Rendite. Zudem besitzen die einzelnen Aktien ein viel höheres Gewicht, sodass eine höhere Rendite einfacher zu erzielen ist. Der Kontrollaufwand für die einzelnen Investments ist außerdem geringer.

Nachteilig ist es wiederum, wenn sich Fehlinvestments häufen. Dies kann sehr schnell die gesamte Performance oder auch das Depot in Mitleidenschaft ziehen. Portfolios mit wenigen Werten sind zumeist auch sehr viel volatiler, was für die meisten Privatanleger kaum auszuhalten ist. Zudem müssen die einzelnen Aktien tiefgründig analysiert werden, wozu wiederum sehr viel Wissen und Erfahrung notwendig sind.

Was sinnvoll ist

Wir haben gelernt, dass es sehr auf den Investmentstil ankommt, ob eine breitere Streuung sinnvoll ist oder nicht. Je höher die Qualität deiner Anlagen hinsichtlich Gewinnkonstanz, Wachstum, Nettomarge, Gesamtkapitalrendite, Eigenkapitalquote und Konjunkturabhängigkeit ist, desto konzentrierter kann dein Portfolio gestaltet sein und umgekehrt.

Diversifizierung ist sehr nützlich, um die Risiken und die Volatilität eines Depots zu reduzieren, stiftet aber ab einem gewissen Grad keinen Zusatznutzen mehr. Genau ab diesem Punkt wirken sich aber die zusätzlichen Orderkosten negativ aus. Umgekehrt sollte aber jedes Depot ein gewisses Maß an Aktien, etwa 20, nicht unterschreiten.

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