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Oh Schreck! Hat die Wirecard-Aktie etwa ein Transparenzproblem?

Auch wenn die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) momentan ein wenig den Rückwärtsgang eingelegt hat, gehört das Papier im laufenden Börsenjahr 2018 nach wie vor zu den größten Gewinnern in der deutschen Börsenlandschaft.

Ein zweistelliges Kurswachstum sowie die Aufnahme in unseren heimischen Leitindex, den DAX, spiegeln wohl ganz deutlich wieder, dass der innovative Zahlungsdienstleister derzeit einiges richtig zu machen scheint.

Allerdings werden derzeit auch einige Stimmen laut, die dem Unternehmen mangelnde Transparenz nachsagen. Schauen wir daher mal, was an einer solchen Geschichte dran ist und ob sich Anleger hierrüber Gedanken machen sollten.

Möchte Wirecard etwa seine Vergangenheit verschleiern?

Genau genommen kritisiert derzeit ein Meinungsbericht der Financial Times Wirecards vermeintliche nicht ausreichende Transparenz. Zwar berichte das Unternehmen regelmäßig über Eckdaten wie Umsätze, Ergebnis und Transaktionsvolumina, nicht jedoch über den Ursprung der abgewickelten finanziellen Mittel.

Was bei diesen Meldungen ebenfalls wieder schnell aufgeworfen wird, ist Wirecards vermeintlich eher unrühmliche Vergangenheit. Als das Unternehmen nämlich noch in den Kinderschuhen steckte, wickelte es hauptsächlich Zahlungen aus dem zwielichtigen Glücksspiel- und Pornobereich ab.

Allerdings fußt die Kritik des besagten Schreiberlings nicht nur auf diesem vergangenheitsbezogenen Aspekt, sondern zielt letztlich gesamtheitlich darauf ab, dass Wirecard sich sehr verschlossen gebe, woher die Umsätze insgesamt, das heißt auch aus regionaler Sicht, kämen. So weit, so gut.

Die spannende Frage ist und bleibt meiner Meinung nach allerdings, ob solche Kritik einen als Anleger nun wirklich jucken sollte.

Vernachlässigbare Randerscheinung

Nun, einerseits könnte man natürlich sagen, dass einen das durchaus auch als Anleger tangiert. Wirecard expandiert schließlich weiterhin sehr stark, und als Investor möchte man selbstverständlich auch sehen, dass diese Expansion in neue, interessante Märkte erfolgreich verlaufen kann.

Doch um genau zu sein, teilt uns Wirecard das bereits mit den regelmäßigen Offenlegungen mit. Ich habe erst vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass Wirecard seine rund 90 Milliarden Euro an Transaktionsvolumen momentan in einen europäischen Markt und einen Markt außerhalb Europas aufteilt. Ich denke, angesichts der in etwa hälftigen Aufteilung der beiden differenzierten Werte können wir das fürs erste als Indikator werten, dass auch die Expansion außerhalb des heimischen Marktes in vollem Gange ist.

Was das Weitere betrifft: Nun, klar, weitere Transparenz wäre mit Sicherheit wünschenswert. Allerdings ist der regelrechte Überflieger Wirecard noch nicht lange in der ersten Börsenliga vertreten. Möglicherweise sollte man dem Unternehmen daher noch etwas mehr Zeit geben, sein Berichtswesen auf das hier geforderte Premium-Modell umzustellen.

Und was die Transparenz bezüglich der Gewerbe betrifft, mal ganz ehrlich: Wäre es nicht eigentlich egal, wenn Wirecard auch weiterhin in einem nicht irrelevanten Anteil Zahlungsvolumina für die vermeintlich zwielichtigen Bereiche Pornografie und Glücksspiel abwickelt? Solange die Zahlungen legal sind und zu dem weiterhin beeindruckend hohen Wachstum beitragen, sollte man wohl besser nicht zwischen gutem und schlechtem Transaktionsvolumen unterscheiden. Jede weitere Zahlung, jeder weitere Neukunde stärkt immerhin das Zahlungsökosystem von Wirecard und hilft dem Unternehmen, seine Expansion voranzutreiben.

Wer daher letztlich der Meinung ist, dass Wirecard langfristig auf einem guten Weg ist, sollte sich daher wohl besser nicht von solchen Meldungen irritieren lassen. Das scheint wohl eher viel Lärm um nichts Wesentliches für den weiteren operativen Erfolg des Unternehmens zu sein.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.