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Darum fällt die Wirecard-Aktie trotz guter Quartalsergebnisse

Foto: Getty Images

Viele Anleger sind derzeit verwundert darüber, warum die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie trotz sehr guter Zahlen fällt. Es existieren offensichtlich noch sehr viel mehr Einflussfaktoren auf die Kursentwicklung als nur die gesunde Geschäftsentwicklung.

So folgen viele Aktionäre nicht ihrer eigenen Meinung über ein Unternehmen, sondern sogenannten Meinungsführern, weil man oft davon ausgeht, dass sie mehr Informationen besitzen. So stufte zuletzt Merrill Lynch die Aktie auf „Underperform“ und Kursziel 150 Euro zurück und prompt fiel die Aktie noch einmal stärker.

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Aber wie entwickelt sich Wirecard fundamental wirklich, ist der Rückgang berechtigt und wie ist die Aktie wirklich bewertet? Das alles erfährst du hier.

So verliefen die ersten neun Monate des Jahres 2018

Wirecard berichtete von einem starken Umsatzanstieg um 41,4 %. Das Transaktionsvolumen legte um 44,2 % zu und der Gewinn kletterte um sehr gute 48,5 %. Allein im dritten Quartal wuchs der Umsatz um 34,8 % und das operative Ergebnis um 36,3 %. Und damit nicht genug. So betont Wirecard CEO Dr. Markus Braun: „Wir erwarten sowohl für das vierte Quartal 2018 als auch für das kommende Geschäftsjahr 2019 eine starke Beschleunigung des Geschäfts.“ Zudem wurde die Prognose für den operativen Gewinn von 530 bis 560 auf nun 550 bis 570 Mio. Euro angehoben.

Kooperation mit Mastercard bringt neue Geschäfte

Wirecard verkündete aber nicht nur gute Zahlen für die ersten drei Quartale 2018 und eine Anhebung seiner Prognose, sondern auch eine bedeutende neue Kooperation mit Mastercard (WKN: A0F602), einem der größten Kreditkartenunternehmen der Welt. Und oft sind solche Partnerschaften der Grundstein für weitere Geschäfte.

Dabei wird Wirecard zukünftig Mastercard im Bereich Issuing(Ausgabe)-Service seiner Prepaidkarten unterstützen. Er besitzt deshalb viel Potenzial, weil an viele Kunden aufgrund geringer Sicherheiten keine Kreditkarte ausgehändigt wird. Zudem ist über Prepaidkarten die Gefahr einer Verschuldung nicht gegeben. Prepaidkarten werden zum modernen Portemonnaie. Für Verbraucher, Unternehmen und Behörden bietet der Service Vorteile, weil sie so nicht mehr den Einschränkungen und Kosten von Barzahlungen unterliegen.

Und trotzdem fällt die Aktie

Dafür gibt es im Wesentlichen nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Ergebnisse fallen zukünftig schlechter aus oder das Wertpapier ist einfach zu teuer.

Der erste Punkt wird durch die Prognoseanhebung entkräftet, aber Merrill Lynch rechnet über die kommenden Jahre durch eine Zunahme des Wettbewerbs mit einem schwächeren Wachstum. Derzeit ist davon aber noch wenig erkennbar. Daran kann es also weniger liegen.

Der zweite Punkt ist die Bewertung. Oft werden Kursbewegungen nur mit den Nachrichten, Ergebnissen und Prognosen begründet, aber dies ist nur die halbe Miete. Kurse entwickeln sich nicht parallel zu den Ergebnissen, sie übertreiben stets. Aus diesem Grund entstehen Über- und Unterbewertungen. Und bei Wirecard ist der Kurs in den letzten zehn Jahren deutlich stärker als die Ergebnisse gestiegen. Dies ist also ein Argument.

Sollte die Geschäftsentwicklung weiter positiv bleiben, wird sich der Kurs nach einer gesunden Korrektur auch wieder fangen. Bis jetzt ist dies aber noch nicht der Fall.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Mastercard.

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