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Tatsache: Es wird Jahre dauern, bis Marihuana-Aktien ihre Spitzenproduktion erreichen werden

Foto: Getty Images.

Der größte Tag in der Geschichte der Marihuana-Industrie ist gekommen und wieder gegangen. Vor etwas mehr als drei Wochen, am 17. Oktober, wurde Kanada das erste Industrieland der Welt, das grünes Licht für den Cannabis-Konsum für Erwachsene gab. Das Verbot von Marihuana für den Freizeitgebrauch gehört nun der Vergangenheit an. Da die Industrie auf dem Vormarsch ist, erwarten die Wall Street und die Investoren etwa 5 Mrd. US-Dollar oder mehr an zusätzlichem jährlichen Umsatz.

Aber was viele Investoren wahrscheinlich übersehen, ist folgendes: trotz einer großen nationalen und internationalen Nachfrage — die internationale Nachfrage betrifft ausschließlich medizinisches Cannabis — handelt es sich um eine Branche, die viel Zeit brauchen wird, um zu reifen. Insbesondere wird es wahrscheinlich Jahre dauern, bis die Marihuanazüchter ihre angekündigte Spitzenproduktionskapazität erreichen.

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Kanadas Rechtslage ist zum Teil dafür verantwortlich

So sehr wir auch glauben möchten, dass die Anbaubetriebe in einem halsbrecherischen Tempo produzieren, in der realen Welt geht das nicht so einfach. In Kanada benötigen die Anbaubetriebe zunächst eine Anbaulizenz von Health Canada, die ihnen den Anbau und die Ernte erlaubt. Die Canopy Growth (WKN:A140QA), die eine Spitzenproduktionskapazität von 5,6 Mio. Quadratfuß anstrebt, hat derzeit nur 2,7 Mio. Quadratfuß für den Anbau zur Verfügung.

Das Problem, das von der Marijuana Business Daily bereits im Mai hervorgehoben wurde, ist, dass Health Canada mit mehr als 500 Anträgen überfordert ist. Es dauert einige Monate bis vielleicht Jahre, bis diese Anträge genehmigt werden, und das könnte die Produktion beeinträchtigen.

Sobald die Marihuanazüchter dann ihre Anbaulizenz erhalten haben, müssen sie eine Verkaufsgenehmigung beantragen. Richtig gelesen: Nur weil Health Canada den Anbau erlaubt, bedeutet das nicht, dass man auch verkaufen darf. Die Ausstellung dieser Verkaufsgenehmigungen dauerte durchschnittlich 341 Tage, wobei die schnellste bekannte Genehmigung etwa vier Monate brauchte (Stand Mai 2018).

Diese Vorschriften sind sehr wichtig, damit Health Canada die Kontrolle über den gesamten Prozess — vom Anbau bis zum Verkauf — behält. Leider bedeutet das eine längere Verzögerung bei der Markteinführung des Produkts, wenn die Nachfrage hoch ist.

Es wird Jahre dauern, bis die Anbaubetriebe die Produktion steigern

Abgesehen von rein regulatorischen Bedenken wird es einige Zeit dauern, bis die Marihuana-Aktien mit einer ausreichenden Geschwindigkeit produzieren, um den Inlandsmarkt zu befriedigen. Nachfolgend findest du die groben Schätzungen der Spitzenproduktionen der größten Anbaubetriebe Kanadas (einige sind Unternehmensschätzungen, andere Schätzungen sind vom Autor):

  • Aurora Cannabis (WKN:A12GS7): 600.000+ Kilogramm
  • Canopy Growth: 500.000 Kilogramm
  • Aphria (WKN:A12HM0): 255.000 Kilogramm
  • Tilray (WKN:A2JQSC): rund 200.000 Kilogramm
  • The Green Organic Dutchman (WKN:A2JLEE): 195.000 Kilogramm

Offensichtlich gibt es bei diesen Zahlen einen gewissen Interpretationsspielraum. Während Aphria und The Green Organic Dutchman ausdrücklich ihre Überzeugung bekundet haben, dass sie 255.000 bzw. 195.000 Kilogramm produzieren werden, haben Canopy Growth und Tilray keine Produktionsprognosen angegeben. Da der Prospekt von Tilray die Erschließung von etwas mehr als 850.000 Quadratfuß Kapazität bis zum Ende dieses Kalenderjahres und die Erzeugung von 75.000 Kilogramm jährlich vorsieht, gehe ich davon aus, dass das Unternehmen seine verfügbare Fläche von fast 3 Mio. Quadratfuß zur Kapazitätserweiterung nutzen wird.

Unter der Annahme, dass diese Produktionszahlen korrekt sind, könnten die fünf größten Produzenten insgesamt rund 1,75 Mio. Kilogramm pro Jahr produzieren. Wenn die gesamte Industrie auf Hochtouren läuft, könnten diese fünf Marihuanazüchter somit mehr als die Hälfte der gesamten Produktion erzeugen.

Hier nun ein grober Überblick darüber, wie viel diese fünf Top-Cannabisaktien gerade produzieren, entweder auf Grundlage der eigenen Produktionszahlen oder einer Hochrechnung der jüngsten Produktionsergebnisse:

  • Aurora Cannabis: 45.000 Kilogramm, Stand September 2018
  • Canopy Growth: 40.0000 Kilogramm auf hochgerechneter Quartalsbasis
  • Aphria: 35.000 Kilogramm, so das Unternehmen
  • Tilray: 6.000 Kilogramm auf hochgerechneter Quartalsbasis
  • The Green Organic Dutchman: nix!

Derzeit produzieren die fünf größten Züchter nur 126.000 Kilogramm pro Jahr. Das ist nicht einmal ein Zehntel der gesamten Spitzenproduktionskapazität. Wie du feststellen wirst, erwartet The Green Organic Dutchman erst in der ersten Jahreshälfte 2019 seinen ersten Verkauf, und der führende Produzent Aurora Cannabis hat noch nicht einmal einen sechsstelligen Wert erreicht.

Es werden wahrscheinlich viele Jahre vergehen, bevor sich diese Züchter irgendwo in der Nähe der prognostizierten Produktionszahlen bewegen werden. Das wird eine Abwärtskorrektur des Verkaufs- und Gewinnpotenzials aller dieser fünf Marihuana-Aktien bedeuten. So sehr wir auch glauben möchten, dass diese Aktien über Nacht von Null auf 100 steigen werden, ist das sehr unwahrscheinlich, und das sollten die Marihuana-Investoren im Hinterkopf behalten.

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The Motley Fool besitzt keiner der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 09.11.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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