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Warum Daimler die Gewinnprognose erneut nach unten korrigiert hat

Die Daimler AG (WKN:710000) hat zum zweiten Mal in vier Monaten seine Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr gesenkt. Daimler, die Muttergesellschaft von Mercedes-Benz und dem LKW-Hersteller Freightliner, erwartet nun, dass das Betriebsergebnis für das Gesamtjahr um mehr als 10 % unter dem Ergebnis von 2017 liegen wird. Ein Grund dafür sind die gestiegenen Ausgaben aufgrund der stärker regulierten Emissionen von Dieselmotoren.

Im Vorfeld des vollständigen Ergebnisberichts für das dritte Quartal gab Daimler auch bekannt, dass das operative Ergebnis im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27 % zurückging.

Die Details

Am 19. Oktober hat Daimler in einer Bekanntgabe die erwarteten Ergebnisse für 2018 vor Steuern für zwei seiner fünf Geschäftsbereiche und für das Gesamtunternehmen gesenkt.

  • Daimler geht nun davon aus, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT oder operatives Ergebnis) im Jahr 2018 im Bereich Mercedes-Benz Cars (also die Limousinen-Sparte) „deutlich unter“ den 9,2 Milliarden Euro liegen wird, die das Unternehmen 2017 erwirtschaftet hat. (In der vorherigen Prognose wurde angegeben, dass das EBIT der Einheit „leicht unter“ dem Wert von 2017 liegen sollte.)
  • Das EBIT von Mercedes-Benz Vans, dem Nutzfahrzeugbereich der Marke Mercedes, wird im Gesamtjahr deutlich unter dem Ergebnis von 2017 von 1,18 Milliarden Euro liegen. (Das ist unverändert gegenüber der vorherigen Guidance.)
  • Das EBIT von Daimler Buses, eine Sparte, die Busse unter verschiedenen Marken herstellt, wird „deutlich unter“ dem Ergebnis von 243 Millionen Euro von 2017 und damit auch deutlich unter den Erwartungen liegen. (Vorherige Guidance: „Etwa gleich“ zu 2017.)
  • Das EBIT von Daimler Trucks, die Sparte, die Lkw unter verschiedenen Marken herstellt, wird „deutlich über“ den 2,38 Milliarden Euro aus dem Jahr 2017 liegen. (So wurde es bei der letzten Prognose vorhergesagt.)
  • Das EBIT von Daimler Financial Services wird für das Gesamtjahr in etwa den 1,97 Milliarden Euro entsprechen, die man schon 2017 erwirtschaftet hat. (Vorherige Prognose: „Deutlich über dem Ergebnis von 2017“.)

Damit rechnet Daimler nun damit, dass das EBIT 2018 insgesamt „deutlich unter“ dem Ergebnis von 14,68 Milliarden Euro aus dem Jahr 2017 liegen wird. In der bisherigen Prognose hieß es, dass das EBIT für das Gesamtjahr „leicht unter“ dem Wert von 2017 liegen würde.

Daimler über das Q3

Daimler sprach auch die Ergebnisse des Q3 an und veröffentlichte vorläufige EBIT-Ergebnisse, die „deutlich unter den Markterwartungen“ lagen.

  • Mercedes-Benz Autos: 1,37 Milliarden Euro (Q3 2017: 2,105 Milliarden Euro).
  • Daimler Trucks: 850 Millionen Euro (Q3 2017: 614 Millionen Euro).
  • Mercedes-Benz Vans: Verlust von 93 Millionen Euro (Q3 2017: Gewinn von 214 Millionen Euro).
  • Daimler Busse: 30 Millionen Euro (Q3 2017: 32 Millionen Euro).
  • Daimler Financial Services: 392 Millionen Euro (Q3 2017: 508 Millionen Euro).

Damit lag das EBIT von Daimler im dritten Quartal bei 2,488 Milliarden Euro und damit um 27 % unter dem Wert von 3,409 Milliarden Euro im dritten Quartal 2017.

Werden andere Automobilhersteller Daimler folgen?

Dies ist bereits das zweite Mal, dass Daimler seine Prognose für das Gesamtjahr 2018 nach unten korrigiert. Die ersten Korrekturen im Juni bezogen sich auf die Handelskriege der USA mit anderen Ländern. Daimler lässt im US-Bundesstaat Alabama einige Mercedes-Benz SUVs fertigen, von denen ein Teil aus den USA in andere Märkte exportiert wird.

Damit war Daimler der erste große Autohersteller, der 2018 Warnungen ausgesprochen hat. Aber steigende Rohstoffkosten, Bedenken hinsichtlich der Zölle, die Kosten für die Einhaltung strengerer Vorschriften für Diesel-Emissionen und eine Verlangsamung der Absätze haben auch die meisten Konkurrenten unter Druck gesetzt. BMW, Ford und General Motors haben seitdem alle ihre Prognose für 2018 nach unten korrigiert.

Was passiert noch bei Daimler?

Daimler hat seinen vollständigen Ergebnisbericht für das dritte Quartal am Donnerstag, den 25. Oktober, veröffentlicht.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von BAMXF und Ford. John Rosevear besitzt Aktien von Ford und GM.

Dieser Artikel erschien am 22.10.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.