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GE kürzt seine Dividende um 92 %: Hier ist, was die Investoren wissen müssen

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Die Investoren von General Electric (WKN:851144) mögen geglaubt haben, dass sie es schlecht hatten, als der angeschlagene Industriekonzern im vergangenen November bekannt gab, die vierteljährliche Dividende um 50 % auf 0,12 US-Dollar pro Aktie zu reduzieren. Rückblickend betrachtet war das nur die Aufwärmübung.

Am Dienstag sagte General Electric den Investoren — bei der Berichterstattung über die schwächer als erwarteten Ergebnisse für das dritte Quartal — dass man die vierteljährliche Dividende auf 0,01 US-Dollar pro Aktie kürzen werde. Das ist eine Reduzierung um 92 % gegenüber der Dividende von 2018 und um 96 % weniger als noch vor einem Jahr. Erfahre hier, was das für die Investoren bedeutet.

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Erhaltung der Liquidität bei anhaltend schwachen Ergebnissen

Laut den Ergebnisse des dritten Quartals setzten sich die Trends vom vergangenen Jahr fort. Während das Luftfahrtgeschäft ein starkes Umsatz- und Ergebniswachstum erzielt hat und der Gesundheitsbereich weiterhin eine stabile Performance aufweist, wurde GE durch sein problembehaftetes Strom- und Erneuerbare-Energien-Geschäft belastet.

Im Kraftwerksbereich sank der Umsatz um 33 % auf 5,7 Mrd. US-Dollar und das Segmentergebnis erlitt einen enormen Verlust von 631 Mio. US-Dollar, verglichen mit einem Gewinn von 464 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang ging um 18 % auf 6,6 Mrd. US-Dollar zurück, was jedoch hauptsächlich auf die jüngsten Anlagenverkäufe zurückzuführen ist. Im Bereich der erneuerbaren Energien stieg der Umsatz um 15 % auf 2,9 Mrd. US-Dollar. Der Druck auf die Margen nahm jedoch zu, was auf ein schwaches Preisumfeld zurückzuführen ist. Diese Entwicklung führte dazu, dass das Segmentergebnis um 72 % auf 60 Mio. US-Dollar sank.

Der Cashflow war ebenfalls schwach, da der bereinigte freie industrielle Cashflow im ersten Quartal 1,1 Mrd. US-Dollar betrug. Damit liegt diese Kennzahl im Jahresverlauf knapp unter dem Break-even-Wert. General Electric generiert im vierten Quartal aufgrund des Lieferzeitpunkts einen überproportionalen Teil seiner liquiden Mittel, aber das Management warnte dennoch davor, dass das Unternehmen die bisherige Prognose eines jährlichen freien Cashflows von rund 6 Mrd. US-Dollar nicht erreichen würde.

In diesem Zusammenhang hat General Electric beschlossen, die vierteljährlichen Auszahlung derart drastisch zu kürzen. Die Reduzierung der Dividende auf 0,01 US-Dollar pro Aktie wird die Liquidität in Höhe von 3,9 Mrd. US-Dollar pro Jahr erhalten. Das wird dem Unternehmen helfen, seine Bilanz durch die Rückzahlung von Schulden zu stärken.

GE musste seine Dividende nicht kürzen

Obwohl GE — zumindest vorerst — eine dramatische Änderung seiner Kapitalzuteilungspolitik vorgenommen hat, deutet vieles immer noch darauf hin, dass das Unternehmen seine Dividende nicht wirklich hätte kürzen müssen. Die Bären haben wiederholt vor einer kommenden Kreditklemme gewarnt, aber bisher gibt es keine Anzeichen dafür.

Tatsächlich stieg der Barbestand von GE im letzten Quartal leicht an, obwohl das Unternehmen mehr als 1 Mrd. US-Dollar an Dividenden ausschüttete. GEs Barbestand sollte sich in diesem Quartal aufgrund der Saisonalität des Cashflows weiter verbessern, während Veräußerungen von Unternehmensteilen und Abspaltungen 2019 zu erheblichen Geldzuwächsen führen werden.

Warum wird die GE-Dividende also fast auf Null gekürzt? Vielleicht möchte man die Ängste der Investoren über die Liquiditätssituation des Unternehmens zerstreuen, und hofft, die Bonität zu erhalten. GE behält vermutlich eine kleine Dividende bei, so dass institutionelle Investoren, die nur in Dividendenaktien investieren können, nicht gezwungen sind, ihre Aktien zu verkaufen. Daher gibt es keinen klaren Vorteil für das Unternehmen, wenn es mehr als diesen symbolischen Betrag zahlt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Dividendenkürzung  nicht dauerhaft sein muss. Nach der geplanten Abspaltung der Gesundeheitssparte Ende 2019 wird das neue Unternehmen eine Auszahlung vergleichbar mit der seiner Wettbewerber anbieten. Was vom GE-Konzern übrig bleibt, wird später folgen.

Mach dir keine Sorgen um die verlorenen Dividenden

Die Dividendeninvestoren werden von der Nachricht natürlich sehr enttäuscht sein. Langfristig ist der Kapitalzuwachs jedoch mindestens so wichtig wie die Dividende. Obwohl die Situation im Moment düster aussieht, glaube ich immer noch, dass die Aktie sich in den nächsten Jahren verdoppeln könnte.

Der erste wichtige Schritt zu diesem Ziel ist die geplante Abspaltung von GE Healthcare. Der neue CEO Larry Culp beabsichtigt, diese Entwicklung fortzusetzen. Das starke Healthcare-Geschäft sollte in der Lage sein, als eigenständiges Unternehmen eine deutlich höhere Bewertung zu erreichen, als es derzeit erhält. Tatsächlich könnte der 80%ige Anteil, der an die GE-Aktionäre ausgeschüttet wird, etwa 4 US-Dollar pro Aktie wert sein.

Das weitere Wachstum des Luftfahrtgeschäfts ist der zweite wichtige Schritt zu einer Erholung der GE-Aktien. Das Luftfahrtsegment hat in diesem Jahr bisher 22,1 Milliarden US-Dollar Umsatz und 4,7 Milliarden US-Dollar Gewinn erwirtschaftet, das entspricht einem Plus von 19 % bzw. 11 %.

Dieses rasante Wachstum wird sich auf absehbare Zeit fortsetzen. Das Luftfahrtsegment verfügt aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Flugreisen über ein massives Auftragsbuch. Der Auftragsbestand wächst mit 26,8 Mrd. US-Dollar in den ersten neun Monaten 2018 weiter. Im Laufe der Zeit wird das starke Gewinnwachstum in der Luftfahrt die geringeren Gewinnaussichten der problematischen Segmente Strom und Erneuerbare Energien mehr als ausgleichen.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 31.10.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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