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Warum BMW derzeit unter die Räder kommt und wie es um die Aktie steht

Foto: BMW

BMW (WKN: 519000)-Aktien sind seit März 2015 im Rückwärtsgang. Insgesamt sind sie schon rund 40 % gefallen. Dabei sind Gewinn und Umsatz 2016 und 2017 weiter gestiegen. Die Börse reagiert oft schon auf Befürchtungen, auch wenn sich diese später als weniger problematisch herausstellen. Aber warum fällt der Wert und wie stark sind die Belastungen tatsächlich? Und wie ist die Aktie eigentlich bewertet? Das alles erfährst du hier.

So fiel das Jahr 2018 bisher aus

Während der Autoabsatz in den ersten drei Quartalen um 1,3 % stieg und der Umsatz nahezu unverändert blieb, gab es beim Gewinn einen Rückgang um 8,7 %. Allein im dritten Quartal sank der Gewinn hingegen mit 23,9 % schon stärker. Umsatz und Autoabsatz verbesserten sich hingegen um 4,7 % beziehungsweise um 0,3 %.

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Da Ab- und Umsatz positiv ausfielen, muss es also Sonderbelastungen geben, die das Ergebnis drücken. Aber welche sind das? Lass uns nachsehen.

BMWs aktuelle Belastungsfaktoren

BMW besitzt in Großbritannien Werke und wartete lange Zeit auf eine Einigung hinsichtlich des EU-Ausstieges. Da es aber immer noch keine klaren Regelungen hinsichtlich des Brexit gibt, stellt sich BMW mittlerweile auf einen harten Ausstieg Großbritanniens ein. Deshalb schließt der Konzern unter anderem im April 2019 für mindestens einen Monat sein MINI-Werk in Oxford.

Eine zweite Belastung ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China. BMW profitiert aber nicht, wie man annehmen könnte, davon, dass es besonders stark in den USA investiert hat. Weil das Unternehmen etwa 70 % exportiert, wird es nun durch die Gegenzölle Chinas stärker belastet. Allein 2018 bedeutet dies etwa 300 Mio. Euro und wenn sich nichts ändert 2019 noch einmal 500 Mio. Euro an Zusatzkosten.

Zudem werden aufgrund der Zölle Vorprodukte teurer, wodurch die Profitabilität leidet. In Folge wird BMW zukünftig in den USA wahrscheinlich nur noch Wagen für den US-Markt produzieren und die übrige Produktion nach China verlagern. Zuletzt hat das Unternehmen seinen Anteil am Joint Venture mit Brillanz auf 75 % erhöht und die China-Expansion vorangetrieben. Als weitere Folge der Zölle leidet das chinesische Verbrauchervertrauen, wodurch die Nachfrage im Land sinkt.

Zudem leidet BMW unter den Abgas- und Dieselregulierungen. Dadurch verfallen die Preise für die betroffenen Wagen und umfangreiche Rückrufe werden notwendig. Zuletzt wurden 1,6 Mio. Wagen aufgrund fehlender Abgasrückführungsanlagen in die Werkstätten gerufen. Hinzu kam die Umstellung auf den Prüfstandard WLTP, die einen Preiswettbewerb auslöste. Des Weiteren drohen Klagen wegen unzulässigen Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen, die allein in Deutschland bis zu 10 Mio. Euro kosten könnten. Aber auch in den USA ist eine Sammelklage noch nicht entschieden. BMW hat deshalb zuletzt insgesamt 679 Mio. Euro für Rückrufe und Kulanzaktionen zurückgestellt.

Auch die Umstellung auf neue Antriebe ist ein Belastungsfaktor. Hierfür muss intensiv in die Forschung/Entwicklung und Produktionsumstellung investiert werden. Und diese Kosten drücken weiter auf den Gewinn.

Und so steht es um die Aktie

All diese Faktoren drücken die Aktie derzeit nach unten und dies wird so lange anhalten, bis die Unsicherheiten überwunden sind. Auch für das Gesamtjahr und 2019 rechnet BMW weiterhin mit Instabilität.

Aber sie wird dadurch auch günstiger und notiert deshalb derzeit bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von nur 0,9 (08.11.2018). Dies ist auch für BMW nicht teuer. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von über 5 % (08.11.2018), die allerdings auch gekürzt werden könnte.

Viele Belastungsfaktoren werden sich wahrscheinlich über die Zeit auflösen. So wird es 2019 klarere Regeln für den Brexit geben, Urteile und Regelungen für Diesel und Abgaswerte gefunden, die Produktion aufgrund der Zölle und des Brexit verlagert und angepasst sowie der Übergang zu Hybrid- und E-Fahrzeugen gefunden werden.

Allein in den ersten drei Quartalen 2018 ist der Absatz für E-Fahrzeuge um 42 % auf 97.543 gestiegen und BMW entwickelt laufend neue E-Modelle. Der Absatz wird aber erst dann richtig an Fahrt gewinnen, wenn auch die Ladeinfrastruktur entsprechend ausgebaut ist.

Für BMW spricht auch die bisherige Entwicklung. So ist der Umsatz in den letzten zehn Jahren von 53 auf 98 Mrd. Euro, der Gewinn von 0,3 auf 8,6 Mrd. Euro und die Eigenkapitalquote von 20 auf 28 % gestiegen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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