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Alibaba-Aktie nach gekappter Jahresprognose: Warum die Aktie nicht eingeknickt ist

Foto: Getty Images

Es hätte eigentlich ein regelrechter Schock werden können, als der chinesische E-Commerce-Akteur Alibaba (WKN: A117ME) die Erwartungen des Marktes bei den aktuellen Quartalszahlen nicht erfüllt hat.

Anstatt der erwarteten 86,5 Mrd. Yuan erzielte Alibaba „lediglich“ Umsätze in Höhe von 85,1 Mrd. Yuan im dritten Quartal. Zudem senkte der E-Commerce-Akteur seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr um üppige 4 bis 6 % auf eine Spanne zwischen 375 und 383 Mrd. US-Dollar. Nicht gerade eine unwesentliche Anpassung der selbst gesteckten Ziele.

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Doch der Markt scheint diese Meldung recht gut wegzustecken. Woran das liegt? Lass uns darüber ein kleines bisschen nachdenken.

Besserer Gewinn und hohes relatives Wachstum als Stabilisatoren?

Man könnte zunächst denken, dass der Markt weiterhin den Wachstumskurs dieses wirklich beeindruckenden E-Commerce-Giganten honoriert. Auch wenn die Erwartungen nicht erfüllt worden sind, entsprechen diese Zahlen immer noch einem Quartalswachstum bei den Umsätzen von 54 % im Jahresvergleich.

Bezogen auf das gesamte aktuelle Geschäftsjahr rechnet Alibaba zudem mit Zuwächsen von ansehnlichen 53 %. Für ein Unternehmen mit einer Börsenbewertung von rund 336 Mrd. Euro sind das nach wie vor bombastische Wachstumsraten.

Zudem fiel der Gewinn etwas besser aus als erwartet. Alibaba lieferte hier 9,60 Yuan je Anteilsschein anstelle der erwarteten 7,43 Yuan. Doch glaube ich unterm Strich, dass es andere, bessere Gründe für die verhaltene Reaktion geben könnte.

Der beeindruckende Abverkauf im Vorfeld

Zum einen sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Aktie von Alibaba bereits im Vorfeld ordentlich korrigiert ist. Notierte das Papier beispielsweise Mitte Juni noch jenseits der 170-Euro-Marke, finden wir die Aktie derzeit lediglich auf einem Niveau von knapp über 130 Euro wieder. Immerhin ein Einbruch von rund 25 %. Das könnte natürlich dafür sprechen, dass die Aktie bereits einiges an negativer Erwartungshaltung eingepreist hat.

Allerdings glaube ich, dass die derzeitige fundamentale Bewertung überaus günstig ist, wie mein Foolisher Kollege Thomas bereits vor einigen Tagen unterstrichen hat. Er hält bei seiner Discounted-Cashflow-Analyse möglicherweise sogar eine Unterbewertung von 36,5 % für realistisch. Definitiv ein spannender Blickwinkel.

Ambitionierte Wachstumsstory weiterhin voraus?

Zudem dürfte die Wachstumsstory weiterhin intakt sein – auch wenn die derzeitige Prognose zunächst ein kleines bisschen gekappt worden ist.

Bis zum Jahre 2020 rechnet Daniel Zhang, der derzeitige CEO von Alibaba, mit einem Bruttohandelsvolumen von einer Billion US-Dollar. Zudem sollen bis zum Jahre 2036 bereits zwei Milliarden Kunden weltweit Waren über Alibaba beziehen, die von zehn Millionen kleinen und mittelständischen Einzelunternehmen feilgeboten werden sollen.

Das Alibaba-Management sieht daher für die nächsten Jahre und Jahrzehnte noch reichlich Wachstum auf das E-Commerce-Konglomerat zukommen. Zumal der chinesische Onlinehandel alleine bis zum Jahr 2021 eine Größenordnung von rund 2,6 Billionen US-Dollar einnehmen könnte. Die Wachstumsstory von Alibaba im chinesischen Onlinehandel dürfte ihren Zenit also noch lange nicht erreicht haben.

Foolisher Schlussstrich

Auch wenn die aktuellen Quartalszahlen nicht das erreichen konnten, was der Markt erwartet hat, könnte Alibaba eine interessante, langfristige Wahl in einem spannenden Markt sein. Das Unternehmen selbst sieht noch viele Jahre des Wachstums vor sich und auch gängige makroökonomische Prognosen bescheinigen dem chinesischen E-Commerce auf absehbare Zeit einen rasanten Anstieg. Wen jucken da schon die Zahlen für einen kurzfristigen Zeitraum?

Womöglich bietet Alibaba daher nach der Korrektur und nach diesen insgesamt weiterhin beeindruckenden Quartalszahlen und Prognosen eine interessante und sogar fundamental günstige Einstiegsmöglichkeit – doch diese Entscheidung bleibt, wie üblich, dir überlassen.

Die Marktteilnehmer schienen Alibaba jedenfalls das Verfehlen der Prognosen nicht sehr übel zu nehmen. Aus welchem Grund auch immer.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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