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Vier Zitate von ING-Chef Hamers, die (Bank-)Investoren gelesen haben sollten

Foto: The Motley Fool

Vor einigen Tagen bin ich über ein interessantes Interview des CEO der ING Groep (WKN: A2ANV3), Ralph Hamers, im Handelsblatt gestoßen.

Obwohl es in dem Interview eigentlich nur um ING geht, finde ich, dass seine Äußerungen für Bankaktionäre allgemein interessant sind. Im zweiten Teil des Artikels gehe ich zudem auf Zitate ein, die für alle Investoren lehrreich sein könnten. Los geht’s!

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Über die Disruption der Bankenbranche durch Internetkonzerne

Es ist bekannt, dass die großen Tech-Konzerne wie Amazon (WKN: 906866) mit einem Einstieg ins Bankgeschäft liebäugeln oder schon damit begonnen haben. Auch Wirecard (WKN: 747206) wildert immer mehr im klassischen Kreditgeschäft. Das ist ein großes Risiko für die Banken, schließlich ist das Privatkundengeschäft bei fast allen Banken eine tragende Säule. Dazu sagte Hamers:

„Als Bank muss man dort sein, wo die Kunden sind, also muss man mit diesen Plattformen [z. B. denen von Amazon] verbunden sein.“

Interessanterweise scheint Hamers die bevorstehende Disruption der Branche gar nicht als große Bedrohung, sondern auch als Chance wahrzunehmen – solange man auf der richtigen Seite steht. Diese Haltung finden wir auch in INGs Geschäftsberichten wieder. Weiter sagte er zum Thema:

„[Man muss] die Kunden dazu bringen, sich aus dem perfekten Umfeld [der Internetriesen] zu verabschieden. Um das zu erreichen, braucht man eine sehr starke Marke.“

Gleichzeitig ist sich Hamers der enormen Macht der Technologiekonzerne bewusst und hat einen Plan, wie den Veränderungen zu begegnen ist. Das ist etwas, was ich von der Deutschen Bank (WKN: 514000) z. B. nicht vernehmen kann – dort ist man in der Führungsetage offensichtlich damit beschäftigt, sich über Kritik an Kontogebühren aufzuregen.

Über den Wandel des eigenen Geschäfts

Gerade in den aktuellen Zeiten, in denen die Banken durch niedrige Zinsen und teilweise überbordende Regulatorik gegängelt sind, ist es wichtig, neue Chancen schnell zu erkennen. Hamers fasst das wie folgt zusammen:

„Bei ING bauen wir Mitarbeiter in den Märkten ab, in denen wir eher ein traditionelles Geldhaus sind. In anderen Märkten, wo wir uns als Herausforderer ansehen, schaffen wir sehr schnell neue Stellen.“

Ich bin mir sicher, dass dieses flexible Umschalten und das Fokussieren auf die eigenen Stärken das ist, was Banken (und im Prinzip auch alle anderen Unternehmen) brauchen. ING macht das gut und wartet nicht einfach auf das Unvermeidbare, sondern positioniert sich rechtzeitig so, dass es von den neuen Marktbedingungen profitieren kann. Weiter im Interview formuliert Hamers es sogar noch deutlicher:

„Wir haben immer gesagt, dass wir nicht warten wollen, bis sich die Märkte verändern, sondern sie selbst verändern.“

Das ist vielleicht mein Lieblingszitat aus dem Interview, denn es fasst genau das zusammen, was ich von meinen Unternehmen erwarte.

Mitlaufen und nachmachen mag vielleicht weniger Aufwand bedeuten und es reduziert das Risiko, bei etwas zu scheitern. Doch wer immer nur mitläuft und nachmacht, wird nie an der Spitze einer Entwicklung stehen und seinen Konkurrenten Marktanteile abnehmen können.

Takeaways für Investoren

Investoren, die Bankaktien halten, sollten genau prüfen, wie ihre Bank den kommenden Herausforderungen begegnet und welche Strategie sie hat. Wie so oft wird Zögerlichkeit hier nicht belohnt.

Besonders sollten Bankaktionäre darauf achten, dass ihre Banken einen Plan haben, wie sie Amazon und Co. entgegentreten wollen, und dass sie nicht auf Veränderungen warten, sondern diese selber anstoßen.

Letzteres ist etwas, was sich alle Investoren merken sollten und was man auf eine allseits bekannte Redewendung reduzieren kann (3 Euro ins Phrasenschwein!): Entweder man geht mit der Zeit – oder man geht mit der Zeit.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Amazon, ING Groep und Wirecard. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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