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Was sind die Risiken beim Investieren in Marihuana-Aktien?

Foto: Getty Images.

Sind Marihuana-Aktien einfach zu riskant, um sie zu kaufen? Die richtige Antwort ist: Es kommt darauf an.

Als Investoren haben wir alle unterschiedliche finanzielle Ziele. Noch wichtiger ist, dass wir unterschiedliche Risikotoleranzen haben. Konservative Investoren werden wahrscheinlich nicht viel mit den meisten Marihuana-Aktien wegen der hohen Risiken und Volatilität anfangen können. Jedoch könnten aggressive Investoren keine Probleme damit haben, einige Marihuana-Aktien zu kaufen.

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Unabhängig davon, welche Art von Investor du bist, ist es wichtig, die Risiken einer Aktie zu verstehen, bevor man sie kauft. Welche Risiken bestehen beim Investieren in Marihuana-Aktien? Im Folgenden erfährst du, was du vor dem Kauf wissen solltest.

Basiswissen über Marihuana und die Cannabis-Industrie

Um die Risiken zu verstehen, die mit Marihuana-Aktien verbunden sind, ist es wichtig, zuerst etwas über Marihuana selbst und die Cannabis-Industrie zu wissen.

Marihuana ist der gebräuchliche Name für die Pflanze Cannabis Sativa. Diese Pflanze enthält weit über 100 chemische Inhaltsstoffe, die als Cannabinoide bekannt sind. Zwei der wichtigsten Cannabinoide sind das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und das Cannabidiol (CBD). THC ist der primäre psychoaktive Bestandteil von Marihuana. CBD ist nicht psychoaktiv und hat sich als wirksam bei der Behandlung von Epilepsieformen erwiesen. Es könnte sich auch bei anderen Anwendungen als hilfreich erweisen, wie z. B. bei der Linderung von Angst und Schlaflosigkeit und bei der Reduzierung von Entzündungen.

Aus Marihuana kann eine Vielzahl von Produkten hergestellt werden. Zu den wichtigsten gehören Cannabisblüten, Öle (einschließlich CBD), Lebensmittel (einschließlich Cannabis-infundierter Getränke) und Konzentrate für das Dampfen. Im Allgemeinen werden Marihuana-Produkte entweder für medizinische oder Freizeitzwecke verwendet.

Medizinisches Marihuana wurde in mehreren Ländern der Welt legalisiert, darunter Australien, Kanada, Deutschland und Großbritannien. 30 US-Bundesstaaten haben auch medizinisches Marihuana legalisiert, obwohl Marihuana auf Bundesebene in den Vereinigten Staaten weiterhin illegal ist.

Nur zwei Länder erlauben derzeit die legalisierte Verwendung von Freizeit-Marihuana – Kanada und Uruguay. Die Unterstützung unter den Amerikanern für die Legalisierung von Marihuana für den Freizeitgebrauch ist auf einem Allzeithoch. Neun US-Bundesstaaten sowie der District of Columbia haben bisher Freizeit-Marihuana legalisiert, während sich andere Staaten möglicherweise darauf vorbereiten.

Eine große Industrie ist in den letzten Jahren entstanden, da mehr Länder und US-Bundesstaaten medizinisches Marihuana legalisiert haben. Viele der Unternehmen, die den medizinischen Marihuana-Markt bedienen, haben auch in den Freizeit-Marihuana-Markt in Staaten wie Kalifornien und Colorado sowie nach Kanada expandiert.

Welche verschiedenen Möglichkeiten gibt es, in Marihuana-Aktien zu investieren?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, in Marihuana-Aktien zu investieren. Die folgende Tabelle zeigt sechs Hauptkategorien zusammen mit einem Beispiel eines führenden börsennotierten Unternehmens für jede Kategorie.

Anlagekategorie Beispielunternehmen Marktkapitalisierung
Marihuana-Anbauer Canopy Growth Corporation (WKN:A140QA) 7,9 Milliarden USD
Marihuana-Royalty-Streaming-Unternehmen Auxly Cannabis Group (WKN:A2JNSX) 415 Millionen USD
Marihuana-Vertrieb Origin House (WKN:A2DH0P) 271 Millionen USD
Marihuana-Einzelhändler/Apotheken MedMen Enterprises (WKN:A2JM6N) 2,0 Milliarden USD
Nebenleistungen/Zulieferer Scotts Miracle Gro (WKN:883369) 3,7 Milliarden USD
Cannabinoid-fokussierte Biotechs GW Pharmaceuticals (WKN:693692) 3,8 Milliarden USD

Datenquellen: Yahoo! Finance und Bloomberg. Marktkapitalisierung vom 26. Oktober 2018.

Marihuana-Anbauer: Wahrscheinlich ist die einfachste Art, in Marihuana-Aktien zu investieren, Aktien eines Marihuana-Anbauers zu kaufen. Canopy Growth zählt zu den führenden kanadischen Marihuana-Anbauern. Das Unternehmen ist ein lizenzierter Hersteller für den medizinischen und Freizeit-Marihuana-Markt in Kanada. Darüber hinaus ist Canopy in mehreren anderen Ländern tätig, die medizinisches Marihuana zulassen, insbesondere in Deutschland, das den größten Marihuana-Markt außerhalb Nordamerikas beansprucht.

Marihuana-Royalty-Streaming-Unternehmen: Eine interessante Alternative zum direkten Investieren in Marihuan-Anbauer ist es, stattdessen eine Position in einem Royalty-Streaming-Unternehmen zu kaufen, das Marihuana-Anbauern die Finanzierung im Austausch für einen Prozentsatz der Produktion anbietet. Dieser Ansatz unterstützt kleinere Anbaubetriebe bei der Finanzierung und hilft dem Royalty-Streaming-Unternehmen bei der Erschließung verschiedener Einnahmequellen. Die Auxly Cannabis Group ist mit 13 Streaming-Partnern führend in diesem Nischenmarkt.

Marihuana-Vertriebshändler: Der Vertrieb ist ein wichtiger Bestandteil der Lieferkette der Cannabis-Industrie. Es handelt sich um den Transport vom Anbauer, die Lagerung und den Transport zum Einzelhandel oder zur Apotheke. Origin House, früher bekannt als CannaRoyalty, ist der größte Vertriebshändler für Freizeit-Marihuana in Kalifornien.

Marihuana-Einzelhändler/Apotheken: Marihuana-Einzelhändler und Apotheken bringen Marihuana-Produkte in die Hände von Endkunden und Patienten. MedMen Enterprises zählt zu den größten Marihuana-Einzelhändlern in den USA mit Niederlassungen in Kalifornien, Nevada und New York. Das Unternehmen expandiert auch nach Florida und hat eine Partnerschaft mit Cronos Group (WKN:A2DMQY), um Einzelhandelsgeschäfte in Kanada zu eröffnen. MedMen hat kürzlich die Übernahme von PharmaCann angekündigt, ein Geschäft, das das fusionierte Unternehmen zum größten Cannabis-Unternehmen in den USA machen wird.

Nebenleistungen/Zulieferer: Jede Branche benötigt eine Vielzahl von Anbietern von Nebenleistungen und Zulieferungen. Die Cannabis-Industrie bildet da keine Ausnahme. Dank einer Reihe von Übernahmen, darunter der Übernahme von Sunlight Supply im April 2018, ist Scotts Miracle-Gro der größte Anbieter von Hydrokulturprodukten (die den Anbau von Pflanzen in flüssiger Form ohne Boden ermöglichen) für amerikanische Marihuana-Anbieter. Das Unternehmen ist auch ein wichtiger Lieferant anderer wichtiger Produkte für die Cannabis-Industrie, darunter Düngemittel und Beleuchtungssysteme.

Cannabinoid-fokussierte Biotechs: Cannabinoid-fokussierte Biotechs entwickeln Medikamente, die auf chemischen Inhaltsstoffen aus Marihuana-Pflanzen oder synthetischen Versionen dieser Inhaltsstoffe basieren. GW Pharmaceuticals hat sich zu einem führenden, auf Cannabinoide fokussierten Biotech-Unternehmen entwickelt. Das Unternehmen erhielt im Juni 2018 die US-Zulassung für das CBD-Medikament Epidiolex zur Behandlung des Dravet-Syndroms und des Lennox-Gastaut-Syndroms, die seltene Formen der Epilepsie sind.

Risiken beim Investieren in Marihuana-Aktien

Es gibt drei Hauptrisiken, die mit der Investition in Marihuana-Aktien verbunden sind.

Bewertungsrisiken: Wahrscheinlich ist das größte Risiko beim Kauf von Marihuana-Aktien, dass die Bewertungen dieser Aktien so schnell gestiegen sind, dass die Aktienkurse die Wachstumsaussichten der Aktien mehr als widerspiegeln. Die Bewertung einer Aktie kann auf verschiedene Weise erfolgen, unter anderem durch die Verwendung des Aktienkurses im Verhältnis zum Ergebnis, Umsatz und Cashflow. Die Investoren sollten beachten, dass viele Marihuana-Aktien noch nicht profitabel sind, was die Beurteilung von Aktienbewertungen schwierig macht.

Problematisch ist auch die Verwendung vergangener Umsatzzahlen. Kanadische Marihuana-Unternehmen wie beispielsweise Canopy Growth erzielten vor dem 17. Oktober 2018 nur Umsätze auf dem medizinischen Marihuana-Markt des Landes. Infolgedessen lassen alle Bewertungskennzahlen, die auf vergangenen Umsätzen basieren – z. B. Kurs-Umsatz-Verhältnis oder Unternehmenswert-Umsatz der letzten 12 Monate – die Aktienkurse unglaublich hoch erscheinen. Die Situation ist ähnlich bei GW Pharmaceuticals. Der Umsatz des Biotech in der Vergangenheit beinhaltet keine Umsätze von Epidiolex.

Da die Verwendung historischer Daten wenig nützlich ist, müssen sich die Anleger auf zukunftsorientierte Wachstumsprognosen wie das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) oder das erwartete KGV verlassen, um festzustellen, ob Aktien angemessen bewertet werden. Damit macht man noch ein weiteres Fass auf.

CEOs von Marihuana-Anbauern erwähnen manchmal globale Marktgrößen von 150 Mrd. US-Dollar oder mehr. Bei einem so großen potenziellen Markt scheint eine Aktie mit einer Marktkapitalisierung (der Gesamtmarktwert der ausstehenden Aktien eines Unternehmens) von rund 10 Mrd. US-Dollar nicht zu teuer zu sein. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die 150 Mrd.-US-Dollar auf einer Schätzung der Vereinten Nationen über den globalen Marihuana-Markt einschließlich des Verkaufs von illegalem Marihuana basiert. Der größte Teil dieser illegalen Nutzung dient dem Freizeitgebrauch, der auf nationaler Ebene in allen Ländern mit Ausnahme von zwei weiterhin illegal ist.

Es ist möglich, dass eines Tages Freizeit-Marihuana in einem Großteil der Welt legalisiert wird. In der Zwischenzeit sollten die Investoren vorsichtig sein, welche Zahlen sie für eine Bewertung verwenden. Wie groß wird der Marihuana-Markt realistisch sein? Arcview Market Research und BDS Analytics haben eine umfassende Analyse durchgeführt und schätzen, dass der globale Marihuana-Markt von 9,7 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017 auf 32 Mrd. US-Dollar im Jahr 2022 steigen wird.

Werden also alle Marihuana-Aktien in einem 32 Mrd.-US-Dollar Markt innerhalb weniger Jahre konkurrieren? Nein. Die USA machen 23,4 Mrd. US-Dollar der Gesamtsumme aus. Kanadische Marihuana-Aktien, die an der Toronto Stock Exchange notiert sind, können ihre Notierung nicht aufrechterhalten und in einem Bereich tätig sein, in dem Marihuana auf Bundesebene illegal ist – was im Moment die Vereinigten Staaten einschließt. Das bedeutet, dass man sich auf die Wachstumsprognosen auf dem kanadischen Markt und Märkten außerhalb der Vereinigten Staaten konzentrieren sollte.

Es ist auch wichtig, die potenziellen Auswirkungen zukünftiger Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage zu verstehen. Ein Überangebot, eine Situation, in der das Angebot die Nachfrage weit übersteigt, wird für den kanadischen Marihuana-Markt bis 2021 – vielleicht auch früher – prognostiziert, basierend auf der schnellen Ausweitung der Produktionskapazität, die viele kanadische Marihuana-Anbauer unternehmen.

Bewertungsrisiken bestehen auch für Cannabinoid-orientierte Biotech-Aktien. Aus diesem Grund variieren beispielsweise die Schätzungen der jährlichen Spitzenumsätze von Epidiolex stark. Einige pessimistische Analysten glauben, dass das CBD-Medikament weniger als 300 Mio. US-Dollar pro Jahr generieren könnte. Andere sehr optimistische Analysten prognostizieren für Epidiolex einen Jahresumsatz von mehr als 2 Mrd. US-Dollar. Die Schätzung, die man verwendet, macht einen großen Unterschied bei der Bestimmung, wie attraktiv die Aktie von GW Pharmaceuticals derzeit ist.

Verwässerungsrisiken: Verwässerung tritt ein, wenn ein Unternehmen neue Aktien ausgibt, um zusätzliches Kapital für die Finanzierung des Betriebs oder die Erweiterung des Geschäfts zu generieren. Der Wert der bestehenden Aktien sinkt aufgrund der höheren Anzahl ausstehender Aktien – der Gesamtzahl der Aktien, die die Investoren besitzen, einschließlich derjenigen von Insidern des Unternehmens.

Warum ist die Verwässerung für die derzeitigen Aktionäre oft schlecht? Angenommen, ein Unternehmen hat 10 Millionen ausstehende Aktien, die mit 10 US-Dollar pro Aktie gehandelt werden, was dem Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 100 Mio. US-Dollar verschafft. Wenn du 1 Million Aktien besitzt, ist deine Investition 10 Millionen US-Dollar wert. Angenommen, das Unternehmen gibt 10 Millionen neue Aktien aus. Unter der Annahme, dass die Marktkapitalisierung konstant bleibt, ist jede Aktie aufgrund der Auswirkungen der Verwässerung nun 5 US-Dollar statt 10 US-Dollar wert. Deine Investition, die 10 Millionen US-Dollar wert war, wäre jetzt nur noch 5 Millionen US-Dollar wert.

Während die Verwässerung ein Risiko für viele Arten von Aktien ist, ist sie besonders problematisch für viele Marihuana-Aktien. Aufgrund rechtlicher Hindernisse, die den Zugang zu Krediten bei Banken verhinderten, hatten kanadische Marihuana-Unternehmen nur begrenzte Möglichkeiten zur Auswahl, um Kapital aufzutreiben.

Viele dieser Unternehmen haben einen sogenannten Buy-Deal-Finanzierungsansatz gewählt, bei dem sich eine Investmentbank oder ein Konsortium verpflichtet, alle von einem Unternehmen emittierten Wertpapiere zu einem vorher festgelegten Kurs zu kaufen. Obwohl dieser Ansatz es Marihuana-Unternehmen ermöglichte, dringend benötigte Gelder zu beschaffen, erhöhte er auch dramatisch die Anzahl an ausstehenden Aktien und verwässerte den Wert der bestehenden Aktien.

Es ist möglich, dass die Verwässerungsrisiken für mindestens einige Marihuana-Unternehmen abnehmen könnten, da sie dauerhaft profitabel werden. Bis das geschieht, bleibt die Verwässerung jedoch eine ernsthafte Bedrohung für die Anleger.

Kommodifizierungsrisiken: Ein Risiko, das vor allem Marihuana-Anbauer und Royalty-Streaming-Unternehmen betrifft, ist das Potenzial für die Kommodifizierung – wenn ein Produkt von anderen Produkten nicht mehr zu unterscheiden ist. Marihuana ist eine landwirtschaftliche Kulturpflanze. Und alle landwirtschaftlichen Kulturen sind nur schwer voneinander zu unterscheiden.

Das trifft nicht nur auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen zu. Auch Edelmetalle wie Gold und Silber sind in diesem Sinne Waren. Das gilt auch für die Ressourcen wie Erdöl und Erdgas. Andere Arten von Produkten können ebenfalls kommodifiziert werden, wie z. B. Speicherchips, Festplatten und Laptop-Komponenten. Jedes Produkt, bei dem der Preis der einzige oder dominante Unterscheidungsfaktor zwischen mehreren Lieferanten ist, hat dieses Unterscheidungsproblem.

Die Kommodifizierung schwächt die Preissetzungsmacht für die Hersteller. Mit anderen Worten, Unternehmen können die Preise für ihre Produkte nicht erhöhen, ohne dass die Nachfrage sinkt. Wenn beispielsweise eine Tankstelle den Kraftstoffpreis deutlich höher als ihre Wettbewerber anhebt, verliert sie ihr Geschäft, da die Kunden sich dafür entscheiden, an anderen Tankstellen zu niedrigeren Preisen zu tanken.

Wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, ist die Kommodifizierung kein großes Problem. Wenn jedoch das Angebot die Nachfrage übersteigt, wie es schließlich in Kanada geschehen wird, könnte das den Marihuana-Produzenten schaden, insbesondere kleineren, die keine Größenvorteile besitzen – Kosteneinsparungen, die sich aus dem steigenden Volumen und dem Umfang des Geschäfts ergeben.

Spezifische Risiken für US-Marihuana-Aktien

Einige Anlagerisiken treffen spezifisch auf US-Marihuana-Aktien zu:

Strafrechtliche Risiken: Obwohl viele Staaten medizinisches Marihuana, Freizeit-Marihuana oder beides legalisiert haben, ist Cannabis auf Bundesebene weiterhin verboten. Während der Obama-Regierung war die offizielle Bundespolitik, sich nicht in Sachen der Staaten einzumischen, die Marihuana legalisiert hatten.

Im Januar 2018 hob der US-Justizminister Jeff Sessions jedoch die Politik der Obama-Ära auf. Das räumte den Weg für US-Bundesanwälte frei, um jeden zu verfolgen, der Marihuana besitzt oder verkauft – einschließlich medizinisches Marihuana. Sessions war schon gegen Marihuana, bevor er Justizminister wurde. Das setzte sich fort, nachdem er im US-Justizministerium (DOJ) die Top-Position bekommen hatte.

Könnte Sessions das Justizministerium dazu bringen, Marihuana-Unternehmen in den Vereinigten Staaten zu verfolgen? Theoretisch, ja. Das bedeutet, dass eine dunkle Wolke über der US-amerikanischen Cannabis-Industrie hängt. Es gibt jedoch eine Reihe von Hindernissen, die Sessions daran hindern, solche Maßnahmen zu ergreifen.

Zuerst einmal ist der Rohrabacher-Farr-Verfassungszusatz Teil jedes Ausgabengesetzes gewesen, das verabschiedet wurde, um die Bundesregierung seit 2014 mit Geld zu versorgen. Diese Novelle verbietet dem US-Justizministerium, Geld zu verwenden, um in die Gesetze der Staaten einzugreifen, die medizinisches Marihuana legalisieren.

Zweitens hat Präsident Trump Unterstützung für medizinisches Marihuana und die Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, Gesetze zu Freizeit-Marihuana den Staaten zu überlassen. Im April verkündete Senator Cory Gardner, dass der Präsident versprochen hatte, „eine föderalistisch basierte legislative Lösung zu unterstützen, um die Rechtsfrage ein für allemal zu klären“. Dies hat anscheinend Sessions Pläne durchkreuzt.

Senator Gardner ist Co-Sponsor eines Gesetzentwurfs mit Senatorin Elizabeth Warren, der verhindern sollte, dass die Bundesregierung in die Kompetenzen der Staaten eingreift, die Marihuana legalisiert haben. Beide Heimatstaaten der Senatoren, Colorado und Massachusetts, haben medizinisches und Freizeit-Marihuana legalisiert.

Die Rohrabacher-Farr-Novelle ist jedoch nur vorübergehend wirksam. Es ist möglich, dass ein Haushaltsentwurf ohne die Novelle verabschiedet werden könnte, was es dem US-Justizministerium dann ermöglichen würde, Mittel zur Verfolgung von medizinischen Marihuana-Unternehmen zu verwenden. Die Novelle hindert das US-Justizministerium auch nicht daran, Unternehmen zu verfolgen, die am Freizeitmarihuana-Markt beteiligt sind.

Es gibt keine Garantie dafür, dass der Gesetzentwurf von Gardner und Warren im Kongress angenommen wird. Bis zur Überarbeitung der US-Bundesgesetze besteht immer noch die Möglichkeit für die Regierung, Unternehmen, die mit Marihuana assoziiert sind, zu verfolgen.

Risiken im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Bank- und Finanzdienstleistungen: Selbst wenn die Unternehmen, die in der US-amerikanischen Cannabis-Industrie tätig sind, nicht strafrechtlich verfolgt werden, sind sie ständig mit einem weiteren Risiko konfrontiert – der Beschaffung von Bank- und Finanzdienstleistungen. Weil der Verkauf von Marihuana auf Bundesebene illegal ist, könnten Banken oder andere Finanzinstitute, die mit Cannabis-Unternehmen arbeiten, der Geldwäsche beschuldigt werden.

Viele Banken haben sich entschieden, sich von der Arbeit mit Marihuana-Unternehmen fernzuhalten, da sie Gefahr laufen, mit Bundesgesetzen in Konflikt zu geraten. Das hat dazu geführt, dass Marihuana-Unternehmen gezwungen sind, nur auf Barzahlung zu arbeiten. Ein Nachteil ist, dass Unternehmen dadurch anfälliger für Raubüberfälle werden. Ein noch größeres Problem ist jedoch, dass es ihre Fähigkeit einschränkt, das für die Expansion erforderliche Kapital zu beschaffen.

Einige Banken und Kreditgenossenschaften haben sich für Geschäfte mit US-Unternehmen entschieden, die in der Cannabis-Industrie tätig sind. Infolgedessen sind die Risiken für Marihuana-Unternehmen bei der Beschaffung von Bank- und Finanzdienstleistungen nicht mehr so groß wie früher.

Darüber hinaus haben einige US-Unternehmen versucht, der Frage der Kapitalbeschaffung durch eine Notierung an kanadischen Börsen auszuweichen. MedMen zum Beispiel hat den Sitz in Kalifornien, hat es jedoch geschafft, die Aktie an der Canadian Securities Exchange (CSE) zu notieren. Im Gegensatz zur Toronto Stock Exchange verbietet die CSE Marihuana-Unternehmen mit US-Betrieben die Notierung nicht.

Alternativen, um deine Risiken zu senken

Können die Anleger die Risiken, die mit dem Investieren in Marihuana-Aktien verbunden sind, senken? Möglicherweise. Im Folgenden behandeln wir drei Alternativen, die die Risiken beim Investieren in Marihuana-Aktien möglicherweise verringern könnten.

Kaufe nur Marihuana-Aktien mit geringen bekannten Risiken: Eine offensichtliche Möglichkeit, dein Risiko beim Kauf einer Marihuana-Aktie zu reduzieren, besteht darin, nur Aktien mit einem niedrigeren Niveau der bekannten Risiken auszuwählen. Zum Beispiel sind die kanadischen Marihuana-Aktien nicht den spezifischen Risiken der US-amerikanischen Cannabis-Industrie ausgesetzt. Innerhalb des Universums der kanadischen Marihuana-Aktien sind einige attraktiver bewertet als andere. Einige sind auch entweder bereits profitabel oder befinden sich auf dem Weg, bald profitabel zu sein, was ihr Verwässerungsrisiko verringern sollte.

Dieser Ansatz hat jedoch einen großen Nachteil: Alle Marihuana-Aktien werden wahrscheinlich mindestens einem der Hauptrisiken ausgesetzt sein. Der Kauf von Marihuana-Aktien mit einem geringeren Risiko sollte jedoch deine Chancen auf langfristigen Erfolg verbessern.

2. Kaufe ETFs: Ein weiterer Ansatz, um deine Risiken zu reduzieren, ist der Kauf eines Marihuana-fokussierten börsengehandelten Fonds. ETFs sind Investmentfonds, die eine Reihe von Wertpapieren enthalten, die aber wie eine Aktie gehandelt werden können. Es stehen derzeit zwei Marihuana-ETFs zur Verfügung:

  • Horizonz Marihuana Life Sciences ETF (WKN:A2DTQB)
  • ETFMG Alternative Harvest ETF (WKN:A2DGUJ)

Der Hauptvorteil von ETFs besteht darin, dass sie eine größere Diversifikation bieten als der Kauf nur einer oder weniger Aktien. Allerdings haben Marihuana-ETFs auch einige Nachteile:

  1. Sie weisen relativ hohe Kostenquoten auf (die Kosten, die den Anlegern für die Verwaltung des Fonds in Prozent des Gesamtvermögens des Fonds berechnet werden).
  2. Sie haben viele Marihuana-Aktien, die sehr hohe Bewertungen haben.
  3. Ihre Aktien umfassen hauptsächlich die Aktien, die sich nicht auf den US-Markt konzentrieren – den größten Marihuana-Markt der Welt.

Kaufe Aktien von Unternehmen mit einem Kerngeschäft außerhalb der Cannabis-Industrie: Kann man sich auch nur in begrenztem Umfang an dieser Industrie beteiligen? Ja – durch den Kauf von Aktien von Unternehmen, die an den medizinischen oder Freizeit-Marihuana-Märkten teilnehmen, ihre Kerngeschäfte jedoch außerhalb der Cannabis-Industrie haben.

Scotts Miracle-Gro ist ein Beispiel für diesen Ansatz. Obwohl Scotts der führende Lieferant für US-Marihuana-Anbauer ist, erwirtschaftet das Unternehmen immer noch mehr als 90 % seines Gesamtumsatzes mit seinem Konsumrasen- und Gartengeschäft.

Ein weiteres Beispiel ist Constellation Brands (WKN:871887). Das Unternehmen ist ein bedeutender Hersteller von alkoholischen Getränken und erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von fast 7,6 Mrd. US-Dollar mit Produkten wie Corona und Modelo-Bier. Constellation ist aber auch in der Cannabis-Industrie präsent, dank der 38-prozentigen Beteiligung des Unternehmens an Canopy Growth.

Risiko vs. Ertrag

Die Risiken, die mit der Investition in Marihuana-Aktien einhergehen, sind real und können nicht ignoriert werden. Gleichzeitig sollten diese Risiken jedoch mit den potenziellen Vorteilen, die Marihuana-Aktien bieten, abgewogen werden.

Die globale Cannabis-Industrie wächst weiterhin sprunghaft. Langfristig wird es sowohl Gewinner als auch Verlierer geben, wie in jeder anderen Branche. Wenn du dir der Risiken bewusst bist und Wege findest, diese zu begrenzen, könntest du deine Chancen verbessern, Gewinner auszuwählen.

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Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 27.10.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt,  damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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