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Börsencrash sei Dank: Drei Top-Aktien zum Schnäppchenpreis

Die letzten Wochen waren für uns Aktionäre nicht leicht. Weltweit gingen die Aktienkurse auf Tauchstation – und mit ihnen der Wert unserer Depots.

Doch statt den vorübergehenden Verlusten nachzutrauern, sollten wir unseren Blick lieber nach vorne richten. Denn einbrechende Börsen bieten nicht selten wunderbare Einstiegsmöglichkeiten in großartige Unternehmen.

Bei Henkel (WKN:604843), Fraport (WKN:577330) und Infineon (WKN:623100) könnte es sich derzeit um solch eine günstige Gelegenheit handeln.

Die Henkel-Aktie

Der Kurs der Henkel-Aktie befindet sich derzeit 27,2 % unter seinem Allzeithoch, das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des 2017er-Gewinns beträgt moderate 16,1 (Stand: 26.10.2018). Zur besseren Einordnung: In den letzten fünf Jahren wurde die Henkel-Aktie nur selten mit einem KGV von unter 20 gehandelt.

Wegen schlecht laufender Geschäfte jedenfalls ist die Henkel-Aktie nicht eingebrochen – der operative Gewinn entwickelte sich in den letzten Jahren prächtig!

  2014   2015   2016   2017
operativer Gewinn (in Mio. Euro)   2.244   2.645   2.775   3.055
Entwicklung – 1,8 % + 17,9 % + 4,9 % + 10,1 %

Quelle: Henkel Investor Relations

Vielleicht war es die schwache Entwicklung im ersten Halbjahr, die die Anleger derzeit etwas nervös macht. Der Umsatz ging um 1,8 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zurück, der operative Gewinn sogar um 6,6 %.

Im Gegensatz zur Börse denke ich allerdings nicht in Monaten, sondern in Jahren. Deshalb beunruhigen mich ein oder zwei schlechtere Quartale auch nicht wirklich. Außerdem kann ich mit der angepassten Prognose für das Gesamtjahr 2018 immer noch sehr gut leben: Das Ergebnis je Vorzugsaktie soll zwischen 3 % und 6 % zulegen.

Ich habe diese günstige Einstiegsgelegenheit bereits genutzt und mir vor einigen Tagen ein paar Henkel-Aktien ins Depot gelegt. Top-Aktie, günstiger Preis – da konnte ich nicht widerstehen.

Die Fraport-Aktie

Die Fraport-Aktie hat es noch schlimmer erwischt als die Henkel-Aktie: Satte 31,2 % ging es für den Frankfurter Flughafenbetreiber in den letzten zehn Monaten nach unten. Das KGV wirkt mit 18,8 allerdings trotz Kursrutsch noch nicht so richtig günstig (Stand: 26.10.2018).

Dabei sollten wir bedenken, dass in der Fraport-Aktie eine Menge Qualität steckt. Damit meine ich vor allem das Hauptgeschäft, den Frankfurter Flughafen. Als einziger Großflughafen zwischen Stuttgart und Köln/Bonn verfügt man über ein riesiges Einzugsgebiet.

Das Schöne für das Unternehmen und seine Aktionäre: Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern – wer käme schon auf die Idee, in der Nähe des Frankfurter Airports noch einen internationalen Großflughafen aus dem Boden zu stampfen? Allein die Lage ist also ein großer Wettbewerbsvorteil.

Hinzu kommt, dass Frankfurt mehr als nur ein Großflughafen ist. Er ist ein internationales Drehkreuz. Neben München das einzige in Deutschland. Wer umsteigen muss, weil es keinen Direktflug gibt, der wird dies entweder in München oder eben in Frankfurt tun.

Möglicherweise wird der Berliner Flughafen das dritte Drehkreuz der Bundesrepublik – wenn er denn tatsächlich einmal fertiggestellt werden sollte. Das wars dann aber auch in Sachen Konkurrenz.

Der Burggraben rund um die Fraport-Aktie könnte also größer kaum sein. Deshalb befindet sich die Aktie auch schon seit Längerem auf meiner Watchlist. Und jetzt, nach dem jüngsten Kurseinbruch, ist sie natürlich noch einmal interessanter geworden.

Die Infineon-Aktie

Die härteste Bruchlandung unserer drei Aktien legte die von Infineon hin, sie befindet sich 36,3 % unter ihrem Allzeithoch. Das KGV ist mit 24,5 allerdings wie bei Fraport nicht wirklich günstig (Stand: 26.10.2018). Dabei sollten wir jedoch bedenken, dass Infineon Halbleiterprodukte für Märkte liefert, denen eine goldene Zukunft vorhergesagt wird.

Vom Elektroauto über regenerative Energien und Industrieroboter bis hin zu Security Chips, beispielsweise für Ausweise oder Bankkarten – Infineon liefert Halbleiterlösungen für all diese Märkte. Sollten diese Applikationen wie erwartet schnell an Bedeutung gewinnen, dann könnte Infineon einer der Hauptprofiteure dieser Entwicklungen sein.

Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2017/18 liefen für Infineon jedenfalls prächtig. Der Umsatz legte knapp 6 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zu, der Gewinn je Aktie sogar um fast 52 %.

Sollten die Bayern aufgrund der erwähnten Wachstumspotenziale weiter so schnell wachsen wie in den letzten neun Monaten, dann könnte die Infineon-Aktie auf dem heutigen Niveau vielleicht sogar ein echtes Schnäppchen sein – trotz des relativ hohen KGVs.

Was Anleger jetzt tun sollten

Keine Frage: Alle drei Aktien sind aufgrund ihrer Geschäftsmodelle und Wachstumsmöglichkeiten äußerst interessant für uns langfristig orientierte Anleger. Der jüngste Börsencrash hat dafür gesorgt, dass sie günstiger – und damit noch reizvoller – geworden sind.

Anleger sollten allerdings bedenken, dass die Henkel-Aktie, die Fraport-Aktie und die Infineon-Aktie noch immer mit relativ hohen KGVs gehandelt werden. Noch günstigere Einstiegskurse sind also durchaus vorstellbar!

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Henkel. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.