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Ein Trend, den der Ölmarkt wirklich braucht

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Der Abschwung am Ölmarkt verlagerte den Focus der Ölunternehmen von Investitionen in die Zukunft auf die sofortige Amortisation. Die Unternehmen kürzen die Ausgaben für langfristige Investitionsprojekte und investieren nur noch in kurzfristige Projekte wie z. B. Schieferbohrungen, die innerhalb weniger Monate mit der Ölförderung beginnen können. Bei Tiefseebohranlagen braucht es hingegen Jahre, bis sie in Betrieb genommen werden können.

Nachdem sich die Ölpreise im vergangenen Jahr jedoch erholt haben, beginnen die Ölunternehmen, neue Großprojekte zu genehmigen. Das finden Öl-Dienstleister wie Core Labs (WKN:897269) und Schlumberger (WKN:853390) gut, da diese Projekte nicht nur den zukünftigen Produktionsbedarf der Branche decken, sondern auch den Gewinn der Unternehmen im kommenden Jahr steigern sollen.

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Viel grünes Licht

Die Ausgabenkürzung für Großprojekte wirkt sich allmählich auf die globale Ölversorgung aus. Schlumberger-CEO Paal Kibsgaard verwies auf die Telefonkonferenz zum dritten Quartal, in der das Unternehmen erklärte: „Reduzierte Produktion durch neue Projekte, die vor 2014 genehmigt und weitgehend finanziert wurden, decken nun die grundlegende Schwäche der internationalen Produktionsbasis auf.“ David Demshur, CEO von Core Labs, vermerkte dasselbe in der Telefonkonferenz seines Unternehmens und wies darauf hin, dass „die stark sinkende Produktion in Mexiko, Venezuela, Kolumbien, Angola, Libyen, Iran und China den Weltmarkt verengt“ hat.

Aus diesem Grund glauben beide Unternehmen, dass die Ölproduzenten die Ausgaben für größere internationale Projekte erhöhen müssen. Diese Verschiebung beginnt bereits, und die endgültigen Investitionsentscheidungen (final investment decisions = FIDs) für große Investitionsprojekte haben im vergangenen Jahr spürbar zugenommen. Der CEO von Core stellte fest, dass die Branche nach 20 FIDs im vergangenen Jahr auf dem besten Weg ist, 2018 25 bis 30 FIDs zu treffen.

Ein bemerkenswerter Trend unter den diesjährigen FIDs ist, dass es sich um lang verzögerte Projekte handelt. Daher gab beispielsweise Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) im April schließlich grünes Licht für sein Vito-Projekt im Tiefseebecken von Mexiko. Shell begann 2015 mit der Neugestaltung dieses Projekts, um die Kosten aufgrund des niedrigeren Ölpreises zu senken. Das Projekt hat nun einen Break-even-Preis von weniger als 35 US-Dollar pro Barrel. Das Unternehmen erwartet, dass es bei der Inbetriebnahme im Jahr 2021 100.000 Barrel Öläquivalent pro Tag produzieren wird.

Shell hat kürzlich auch die endgültige Investitionsentscheidung für das lang verzögerte LNG Canada getroffen. Das Unternehmen war zunächst auf Kurs, das Projekt 2016 zu genehmigen, doch es verzögerte sich aufgrund der schwächeren Marktbedingungen. Angesichts der besseren Marktbedingungen und einer prognostizierten Verknappung der weltweiten LNG-Lieferungen schreitet Shell mit diesem Projekt jedoch endlich voran. Wenn alles nach Plan läuft, sollte die erste Phase, die 13 Mrd. US-Dollar kosten wird, bis Mitte der 2020er Jahre mit der Produktion beginnen.

Darüber hinaus arbeiten mehrere Unternehmen daran, bis zum Jahresende endgültige Investitionsentscheidungen für neuere Projekte zu treffen. Tortue, ein 2012 von Kosmos Energy (WKN:A1H7RE) entdecktes Erdgasfeld an der Grenze von Mauretanien und dem Senegal, arbeitet bis zum Jahresende auf eine FID hin. Kosmos brachte BP (WKN:850517) Ende 2016 als Partner hinzu, um zusätzliche Erkundungs- und Begutachtungsbohrungen zu finanzieren und bei der Entwicklung des Tortue-Projekts mitzuwirken, das nicht nur eine Offshore-Produktionsanlage, sondern auch ein schwimmendes LNG-Exportterminal umfasst. Das Projekt könnte bereits 2021 in Betrieb gehen, wenn BP und Kosmos Energy in diesem Jahr grünes Licht geben.

Alle Zeichen deuten auf ein besseres Jahr 2019 für Dienstleistungsunternehmen

Diese Großprojekte werden zwar erst in ein paar Jahren Gewinn abwerfen, aber kurzfristig die Finanzergebnisse der Ölfelddienstleister steigern. Der CEO von Core Labs stellte beispielsweise fest, dass die „Umsatzmöglichkeit des Unternehmens in der Regel drei bis vier Quartale nach der Genehmigung eintritt, da Bohrgeräte mobilisiert, Bohrlöcher gebohrt, Kern- und Flüssigkeitsproben entnommen und dann an unsere Labore geschickt werden müssen.“ Aus diesem Grund glaubt er, dass es damit 2019 losgehen wird. Da es sich hierbei um das größte Segment des Unternehmens handelt, dürfte diese Erholung im nächsten Jahr die Weichen für die Finanzergebnisse von Core stellen.

Auch Schlumberger bleibt 2019 aufgrund der zunehmenden Zahl von Großprojekt-FIDs optimistisch. Der CEO des Unternehmens erklärte, dass sich die positive Dynamik, die in den letzten Quartalen auf den internationalen Märkten zu verzeichnen war, auch im Jahr 2019 fortsetzen sollte. Aus diesem Grund ist er „immer noch sehr zuversichtlich, dass unser Geschäft 2019 jenseits von 10 % Umsatzwachstum im internationalen Bereich liegen wird“.

Rückkehr zur Normalität auf dem Ölmarkt

Nachdem die Ölunternehmen in den letzten Jahren ihre Gürtel enger geschnallt haben, erhöhen sie nun die Investitionen in längerfristige Offshore- und internationale Projekte. Es ist eine dringend benötigte Verschiebung, da die internationale Produktionsbasis, die 80 % des weltweiten Rohöls liefert, in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang der Produktion verzeichnet hat. Vor diesem Hintergrund müssen die Ölunternehmen weiterhin Großprojekte genehmigen, um den zukünftigen Versorgungsbedarf zu decken.

Diese Investitionen werden dazu beitragen, die Gewinne von Service-Unternehmen zu steigern, die noch nicht die vollen Auswirkungen der Ölmarkterholung erlebt haben. Sie sind der Ansicht, dass die jüngste Reihe von Projektankündigungen ihnen im nächsten Jahr mehr Arbeit verschaffen wird, was zu einem spürbaren Anstieg der finanziellen Ergebnisse im Jahr 2019 führen dürfte.

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Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 28.10.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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