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Was Anleger jetzt über die Infineon-Aktie wissen sollten

Foto: Infineon

Viele Spekulanten mögen Aktien, die stark steigen, weil sie sich schnelle Gewinne versprechen. So auch bei Infineon (WKN:623100), die über die letzten 10 Jahre etwa 600 % gestiegen ist, während der DAX nur circa 145 % zulegte (28.10.2018).  Ist das Unternehmen also ein tolles Investment? Erfahre, was im Moment für und gegen die Aktie spricht.

Infineon profitiert vom E-Auto-Boom

Auch wenn die Entwicklung in Deutschland noch sehr schleppend verläuft, gehört die Zukunft den Hybrid- und Elektroantrieben. Für sie werden Leistungschips zur Stromversorgung benötigt, die wiederum Infineon entwickelt und produziert. Sie werden aber auch zur Produktion von Wind- und Sonnenenergie und für Stromladestationen benötigt.

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Aber wo viel zu verdienen ist, gibt es auch viel Konkurrenz, wie NXP (WKN:A1C5WJ), Renesas (WKN:812960), Texas Instruments (WKN:852654) oder STMicroelectronics (WKN:893438), wodurch sich die starken Wachstumschancen wieder relativieren. Dennoch stecken heute schon in 80 % aller Hybrid- und Elektroautos Chips von Infineon, die pro Auto etwa 300 US-Dollar kosten. Zudem ist Infineon derzeit mit 18,6 % Marktanteil bei den Leistungshalbleitern weltweit führend. Von Vorteil ist sicherlich die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern oder Regionen. Das Management erwartet aufgrund dieser neuen Felder deshalb zukünftig etwa 9 % Umsatzwachstum pro Jahr für den Konzern.

Für Langfristanleger eher nicht geeignet

Die letzten zehn Jahre liefen für Infineon wirklich gut, aber hast du dir schon einmal die langfristige Entwicklung der Aktie angesehen? Derzeit liegt sie noch über 82 % unter ihrem Allzeithoch aus dem Jahr 2000 (28.10.2018). Der DAX hat trotz zweier schwerer Krisen im gleichen Zeitraum etwa 50 % zugelegt (28.10.2018). Über einen so langen Zeitraum liegt dies zumeist an der Ergebnisentwicklung. So betrug der Umsatz 1999 etwa 3.992 Mio. Euro und im letzten Jahr (2017) 7.063 Mio. Euro. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von etwa 3,2 % pro Jahr. Ein Wachstumswert ist die Aktie also nicht.

Zudem weist der Wert eine sehr hohe Volatilität auf. Dies ist auf die starken Ergebnisschwankungen zurückzuführen. So fielen in den Jahren 2001 bis 2003 und 2005 bis 2009 starke Verluste an und beispielsweise im vergangenen Jahr ein sehr guter Gewinn von 790 Mio. Euro. Diese Schwankungen hängen wiederum mit den Produkten (Halbleiter) zusammen, um die ein starker Wettbewerb und Preisdruck besteht. Die Aktie ist also stark konjunkturanfällig.

Aktuell wird dies wieder anhand der sinkenden Prognosen bei der Konkurrenz wie AMS (WKN:A118Z8), STMicroelectronics oder Texas Instruments deutlich. Die Kurseinbrüche sind natürlich entsprechend hoch. Diese Schwankungen halten die wenigsten Anleger auf Dauer durch. Die sinkenden Prognosen der Konkurrenz sind ein Grund, warum Infineon derzeit stärker fällt. Aber es gibt auch noch einen zweiten Grund.

So steht es um die Aktie

Viele Anleger schauen häufig nur auf die Geschäftsentwicklung und weniger auf die Bewertung eines Unternehmens. Dabei ist beides wichtig. Zwar hat Infineon noch nicht seine Prognose gesenkt, wenn aber die gesamte Konkurrenz weniger optimistisch wird, wird wohl auch Infineon bald nachziehen. Die Bewertung ist aber trotz des Kursrückgangs immer noch etwas zu hoch. Während das Kurs-Buchwert-Verhältnis 2008 bei nur 0,4 lag, betrug es 2017 ein Vielfaches von 4,6. Aktuell liegt es bei 3,26.

Die Wachstumsambitionen von zukünftig 9 % pro Jahr muss das Unternehmen erst noch bestätigen. In den letzten zehn Jahren lag es gerade einmal bei durchschnittlich 5,6 % und dieses Ziel wurde somit nicht erreicht. Die starke Konjunkturabhängigkeit bleibt, sodass es auch wieder zu Gewinn- und Kurseinbrüchen kommen kann.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt NXP Semiconductors.

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