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Wirecard-Aktie nach Top-Prognose – wo wird das Papier 2025 stehen?

Auch wenn die Aktie von Wirecard (WKN:747206) momentan ein ums andere Mal in den Korrekturmodus zurückgeht, die Erfolgsgeschichte für das aktuelle Börsenjahr bleibt ansehnlich: Deutlich zweistellige Kursgewinne in 2018, die DAX-Mitgliedschaft zugunsten eines nun ehemaligen Gründungsmitglieds und die Aussicht auf weiteres, starkes Wachstum bis zum Jahr 2025.

Doch apropos 2025. Vor allem diese ambitionierte Prognose hat in letzter Zeit das Umfeld dieses innovativen Zahlungsdienstleisters heftig in Aufruhr versetzt. Doch was genau heißt das eigentlich für die Aktie? Und viel wichtiger, wo könnte die Aktie zu diesem Zeitpunkt womöglich stehen? Lass uns dazu mal ein paar Foolishe Überlegungen anstellen.

Die Prognose noch einmal im Überblick

Für den Fall, dass du innerhalb der letzten Wochen im Urlaub warst und wenig mitbekommen hast, hier zuerst noch einmal der Blick auf besagte selbst gesteckte Prognose für das Jahr 2025.

Wirecard rechnet bis zu diesem Zeitpunkt damit, dass das Unternehmen seine Umsätze und Ergebnisse erheblich steigern können wird. Genau genommen möchte Wirecard bis 2025 710 Mrd. Euro an Zahlungsvolumen abwickeln, wobei unterm Strich Umsätze in Höhe von ca. 10 Mrd. Euro und ein Ergebnis in einer Größenordnung von 3,3 Mrd. Euro übrig bleiben sollen.

Klingt insbesondere deshalb ambitioniert, weil Wirecard 2017 beispielsweise erst 91 Mrd. Euro an Transaktionsvolumen vorweisen konnte, bei einem Umsatz von rund 1,5 Mrd. Euro und einem Ergebnis in Höhe von 0,4 Mrd. Euro. Doch unterstreichen Zahlen wie diese, wie hoch hinaus Wirecard selbst möchte.

Nach unternehmenseigenen Angaben sieht sich Wirecard insgesamt auf einem guten Weg, sogar die Grenze einer Marktkapitalisierung von 100 Mrd. Euro erreichen zu können. Könnte das sogar mit diesen Zahlen schon realistisch sein?

Ein paar potenzielle Fundamentaldaten im Blick

Nun, sofern sich diese Zahlen bewahrheiten, würde Wirecard bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung in Höhe von rund 19,7 Mrd. Euro lediglich mit dem Sechsfachen der Ergebnisse bewertet werden und mit knapp dem Doppelten der Umsätze. Darauf habe ich bereits im Fazit eines anderes Artikels hingewiesen und ich denke, dass ein solches fundamentales Bewertungsniveau dann im Jahr 2025 deutlich zu niedrig sein dürfte.

Würde Wirecard bis 2025 jedoch auf eine Marktkapitalisierung von 100 Mrd. Euro kommen, würde das im Gegenzug einen Bewertungsmaßstab mit sich bringen, der das Zehnfache der Umsätze eingepreist hat und auf dem 30-Fachen der Ergebnisse ruhen würde. Hier müsste die Wachstumsstory folglich auch dann weiterhin intakt sein, um eine derart ambitionierte Bewertung gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Selbst wenn der Markt bereit wäre, eine gewisse Prämie für das bis dahin kreierte Kundennetzwerk zu zahlen, das gewissermaßen als Buffett’scher Burggraben fungieren könnte und wohl deutlich größer sein würde als das bisherige, dürfte die Aussicht auf weiteres Wachstum weiterhin Voraussetzung sein, um eine solche Größenordnung zu rechtfertigen.

Foolisher Schlussstrich

Wir Fools sind keine Fans von genauen Kurszielen. Für mich steht in Anbetracht dieser Prognose daher lediglich fest, dass das derzeitige Kursniveau dann wohl deutlich zu günstig sein dürfte. Zumindest, sofern sich dieses Wachstum wirklich bewahrheiten wird.

Im Gegenzug könnte eine Marktkapitalisierung von 100 Mrd. Euro (was übrigens einer Verfünffachung im Vergleich zum aktuellen Kursniveau entsprechen würde) jedoch als sehr ambitioniert erscheinen. Hier hängt es letztlich davon ab, wie es für Wirecard nach 2025 weitergehen wird. Wenn das Wachstum sich zwar irgendwann allein aufgrund der Größe des Unternehmens verlangsamt, aber nach wie vor moderat und konstant vorhanden ist, könnte es aber durchaus realistisch werden.

Die Aktie von Wirecard bleibt jedenfalls weiterhin aussichtsreich und spannend. Nichtsdestoweniger sollten Investoren bedenken, dass selbst auf dem derzeitigen Bewertungsniveau viel an hoch gesteckter Erwartungshaltung eingepreist ist. Selbst wenn man daher die Prognose für realistisch und Wirecard für eine vielversprechende und möglicherweise langfristig gesehen günstige Chance hält, könnte die Fahrt bis dahin durchaus holprig werden.

Die Volatilität innerhalb der letzten Wochen nahm jedenfalls deutlich zu. Auch das könnte lediglich ein kleiner Vorgeschmack dessen sein, was hier noch kommt. Allerdings sollten sich Investoren von Wirecard hiervon nicht abhalten lassen, wenn sie dieser Prognose Glauben schenken und an das Unternehmen glauben.

Volatilität ist nämlich seit jeher der Preis, den langfristige Wachstumsinvestoren zahlen müssen, um von starken Aktien profitieren zu können.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.