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Novartis greift Milliardenmarkt an und strukturiert sich um – Aktie wiederbelebt

Foto: Getty Images

Novartis (WKN:904278) entstand im Jahr 1996 aus einer Fusion der beiden Basler Pharma- und Chemiekonzerne Ciba-Geigy AG und Sandoz AG. Noch heute befindet sich der Firmensitz des Schweizer Biotechnologie- und Pharmaunternehmens in Basel. Die Schweizer Aktiengesellschaft gehört weltweit zu den größten Pharmakonzernen und ist dennoch nicht vor Disruptionen gefeit.

Damit der Pharmariese auch in Zukunft noch ein Wörtchen mitzureden hat, wurde Anfang Februar dieses Jahres Vasant Narasimhan an die Konzernspitze gehoben. Seine Aufgaben sind ganz klar: Den Konzern auf Vordermann bringen. Diese komplexe Aufgabe setzt er mit Vollgas um.

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Sehen wir uns drei Gründe an, warum Novartis wieder attraktiv erscheint.

Grund 1: Milliardenmarkt Digitalisierung

Vasant Narasimhan hat mit Novartis Großes vor. Er will den Pharmakonzern in ein Medizin- und Datenwissenschaftsunternehmen umbauen. Damit dies reibungslos vonstattengeht, hat er sich mit Bertrand Bodson einen neuen Chief Digital Officer geholt.

Der Belgier hatte bisher zwar nichts mit Medizin zu tun, ist aber ein eingefleischter Tech-Profi. Bevor er zur Geschäftsleitung von Novartis aufstieg, konnte er seine Sporen bei Amazon (WKN:906866) und Sainsbury (WKN:A0B6G0) verdienen.

Mittlerweile ist es auch bei Novartis durchgesickert, dass man in der heutigen Zeit mit Daten das beste Geschäft macht. Deswegen wurde unter der Führung von Bodson das Projekt Data 42 gestartet.

Novartis packt in diesem Projekt alle Daten aus 20 Jahren klinischer Forschung in eine Datenbank und stellt sie Forschern mithilfe moderner Analysetools zur Verfügung. „Wir wollen die Daten aus 500 Studien harmonisieren, damit wir sie zum Vorteil unserer Patientinnen und Patienten auswerten können und neue Indikationen für bestehende Wirkstoffe, neue Biomarker oder neue Patientengruppen finden können“, so Bodson gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Laut der Unternehmensberatung McKinsey könnte sich mithilfe von Big Data alleine im Gesundheitssystem der USA ein jährliches Geschäft von bis zu 100 Mrd. US-Dollar ergeben. Die Pharmabranche würde insofern daran mitverdienen, dass sie die Effizienz ihrer Forschung und bei klinischen Studien verbessert oder neue und effektivere Instrumente für Ärzte und Versicherer bereitstellt.

Grund 2: Zukunftsmarkt Gentherapie

Ende August 2018 konnten sich die Schweizer freuen. Denn die Europäische Kommission gab grünes Licht für die CAR-T-Zelltherapie Kymriah (Tisagenlecleucel). Unter anderem dafür baut Novartis am Standort Stein eine neue Produktionsanlage für innovative Zell- und Gentherapien. Dadurch erhoffen sich die Schweizer, die innovative Medizin auch in Europa voranzutreiben – die in den USA bereits angelaufen ist. Die ersten Therapien aus Stein werden voraussichtlich Anfang 2020 für Patienten in der Schweiz und dem übrigen Europa verfügbar sein.

In den USA war Kymriah die erste CAR-T-Zelltherapie, die von der FDA (Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde) zur Behandlung von akuter lymphatischer Leukämie an Kindern und Jugendlichen zugelassen wurde. Mittlerweile werden auch Erwachsene bei rezidivierenden und refraktären diffusen großzelligen B-Zell-Lymphomen (DLBCL) mit Kymriah behandelt.

Diese innovative Behandlungsmethode lassen sich die Schweizer auch ordentlich bezahlen. Wer sich für diese Art der Medizin entscheidet und es sich leisten kann, muss in den USA mit 475.000 US-Dollar und in Deutschland mit 320.000 Euro rechnen. Ohne Frage, ein stolzer Preis.

Die Gentherapie ist vor allem durch die Genschere aktuell zu einem wahren Hype verkommen. Auch Vasant Narasimhan sieht in der Gentherapie die Zukunft und für seinen Konzern eine Goldgrube – sollte die Behandlungsmethode auch von den Versicherungen akzeptiert werden.

Grund 3: Umstrukturierungen und Börsengang

Neben der Digitalisierungsoffensive und der innovativen Gentherapie setzt der Novartis-Chef auch den Rotstift bei der Belegschaft an. In der Schweiz sollen rund 2.150 Stellen innerhalb von vier Jahren abgebaut werden. Dadurch erhofft sich der Konzern eine Margenverbesserung, denn hier hinkt man der Konkurrenz hinterher. „Im Schnitt liegt die Marge in der Pharmaindustrie bei 35 Prozent, bei Novartis beträgt sie nur 30 Prozent“, so der Novartis-Chef im Interview mit dem Tages-Anzeiger.

Damit noch nicht genug, will das Unternehmen nun auch noch die kriselnde Augenheilkundesparte Alcon an die Börse bringen. Die Schweizer wollen die Abspaltung im ersten Halbjahr 2019 über die Bühne bringen.

Umschwung bringt gute Aussichten

Mir gefällt, was der neue Chef in einer solch kurzen Zeit schon in die Gänge gebracht hat. Diese drei Gründe lassen Novartis in einem neuen Licht erstrahlen. Der Konzern wird übersichtlicher, agiler und kann sich auf die zukunftsträchtigen Therapien konzentrieren.

Vasant Narasimhan dreht an vielen Schrauben gleichzeitig und bringt das Schweizer Pharmaunternehmen wieder auf Trab. Foolishe Investoren wissen auch die Dividende von Novartis zu schätzen. Dieses Jahr gab es die 21. Dividendenerhöhung in Folge – eine Spitzenleistung.

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Daniel besitzt Aktien von Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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