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Panik am deutschen Markt – wie steht es wirklich um DAX und Co.?

Foto: Getty Images

Seit Januar 2018 fallen am deutschen Markt die Kurse. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Aktienmärkte Vorlaufindikatoren sind. Sie nehmen also bestimmte Ereignisse vorweg. Zentralbanken und Wirtschaftslenker schauen jedoch immer auf die aktuellen Daten, die weiterhin gut sind.

Nun senkten führende Wirtschaftsinstitute ihre Wachstumsprognose für Deutschland für 2018 von 2,2 auf 1,7 %. Für 2019 wurde die Prognose von 2,0 auf 1,9 % reduziert. Die Probleme sind nach Ansicht der Institute ein Arbeitskräftemangel und eine schwächere Auslandsnachfrage. Zudem wäre Deutschland bei einer weiteren Zunahme der Handelszölle zwischen den USA und Europa stärker betroffen. Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass ihm die deutsche Autoindustrie und der gesamte starke Export ein Dorn im Auge sind.

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Sollte man jetzt also alle Aktien verkaufen und in Panik verfallen? Hier ist ein anderer Blick auf den deutschen Aktienmarkt.

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird

Am Ende hat weder die USA noch Europa ein großes Interesse daran, der eigenen Wirtschaft zu schaden. Mittlerweile kennen wir auch Trumps Taktik, die lautet: Erst kräftig Drohen und dann Verhandeln. Wahrscheinlich ist also, dass es am Ende eine Lösung für beide Seiten gibt und diese könnte sogar noch besser für die Wirtschaft ausfallen als es bisher ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Brexit. Ähnliche Bedrohungen hat es in der Vergangenheit schon oft gegeben und am Ende veränderte sich meist wenig.

Was für Investoren wirklich zählt

Investieren heißt das Vergleichen von Anlagealternative auf Grundlage der aktuellen fundamentalen Gegebenheiten. Wie Warren Buffett es richtig sagt: „Alles geht von den Zinsen aus.“ Diese sind weiterhin sehr sehr niedrig, so dass Anleihen weiterhin viel teurer als Aktien sind. Bei einer Rendite einer 10-jährigen deutschen Staatsanleihe von etwa 0,73, beträgt deren Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) derzeit 137 (16.10.2018). Beim DAX beträgt es für 2018 auf Basis des Durchschnitts aller Einzelwerte etwa 15,95 (16.10.2018). Aktien bleiben also weiterhin deutlich attraktiver als Anleihen. Aufgrund der niedrigen Zinsen wird auch jede Art des Geldvermögens (Tagesgeld, Lebensversicherungen, Festgeld usw.) unrentabel.

Ähnlich ist die Situation bei Immobilien. Obwohl die Preise in manchen Städten schon sehr hoch sind, ist die Rendite immer noch besser als bei Anleihen oder Geldvermögen.

Gold liegt aufgrund des Anstieges über die letzten 10 Jahre immer noch über seinem langfristigen Renditedurchschnitt, könnte also auch noch weiter abwerten.

Deutsche Aktien für sich betrachtet

Mit einem KGV von knapp 16 sind DAX-Aktien im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt von etwa 15 also etwa fair bewertet und noch annehmbar. Zudem fehlen die Anlagealternativen. Der MDax ist mit etwa 17,95 (16.10.2018) schon etwas teurer. Der SDAX ist mit KGV 20,83 (16.10.2018) schon deutlicher überbewertet. Mit einem KGV von 27 (16.10.2018) ist der TecDAX schon eindeutig zu teuer.

Am Ende kommt es also, wie immer, auf die individuelle Bewertung jedes einzelnen Unternehmens an. Tendenziell teuer sind also stark gestiegene Aktien. Und genau dies ist auch aktuell am Markt zu beobachten. Teure, stark gestiegene Aktien werden verkauft und in noch günstig bewertete Aktien umgeschichtet.

Dies können wir mitnehmen

Aufgrund der niedrigen Zinsen sind deutsche Aktien weiterhin attraktiv. Es fehlen schlichtweg die Anlagealternativen. Aber natürlich sollte man etwa halbjährlich auch einmal die Bewertung seiner eigenen Aktien überprüfen. So scheinen einige Nebenwerte-Aktien schon stark gestiegen zu sein. Die großen Unternehmen des DAX sind aber weiterhin eine annehmbare Anlage.

Nichtsdestotrotz können Aktien während der Entwicklung auch stärker schwanken. Davon sollte man sich aber nicht verrückt machen lassen und immer eine langfristige Ausrichtung im Hinterkopf behalten.

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