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Warnung vom CEO einer kanadischen Marihuana-Aktie: Es könnte holprig werden

Foto: Getty Images.

Du könntest es gewohnt sein, dass CEOs immer schönreden und nur positive Dinge sagen. Das ist auch das, was viele von ihnen tun. Nicht jedoch Aphrias (WKN:A12HM0) CEO Vic Neufeld.

Neufeld beantwortete am Freitagmorgen Fragen in Aphrias Telefonkonferenz zum ersten Quartal 2019. Schwärmte er über all die großartigen Dinge, die passieren werden, sobald Kanadas Freizeitmarihuana-Markt für Erwachsene am 17. Oktober eröffnet wird? Er ging kurz auf die großartigen langfristigen Perspektiven ein, was er auch tun sollte, da Aphria gut positioniert ist, um einer der großen Gewinner dieses neuen Marktes zu sein. Neufeld verbrachte jedoch viel mehr Zeit damit, über die die Probleme zu sprechen, mit denen Aphria und andere kanadische Marihuana-Unternehmen sehr wahrscheinlich konfrontiert werden.

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“Ausverkauft”-Schilder

Es dauerte nicht lange, bis Neufeld das ansprach, was er „das offensichtliche Problem, über das keiner spricht“ nannte. Er warnte davor, dass es in einigen Fällen zu ernsthaften Engpässen kommen wird, wenn der Freizeitmarihuana-Markt am 17. Oktober öffnet.

Neufeld gab offen zu, dass viele lizenzierte Produzenten (LPs) „nicht in der Lage sein werden, die Liefervereinbarungen (engl. MOUs, Memorandums of Understanding for Supply Agreements) zu erfüllen, die die Provinzbehörden wollen“. Er sagte, dass es „Lücken geben wird, viele Lücken“, und fügte hinzu, dass „das für alle lizenzierten Produzenten sehr, sehr schwierig sein wird“. Neufeld warnte davor, dass viele kanadische Kunden, die Freizeitmarihuana kaufen wollen, oft das Schild “ausverkauft” sehen werden.

Ein offensichtliches Problem ist die Produktionskapazität. Die meisten LPs erhöhen ihre Produktionskapazität deutlich, darunter auch Aphria. Mindestens 10 kanadische Marihuana-Züchter erwarten, dass sie bis 2020 100.000 Kilogramm oder mehr Cannabis anbauen können. Allerdings werden sie diese erhöhten Produktionskapazitäten am 17. Oktober nicht haben.

Aphria würde daher die Anbaufläche gerne so schnell wie möglich auf 1 Mio. Quadratfuß erhöhen. Das Unternehmen plant, einen Antrag bei Health Canada einzureichen, um den Betrieb in den neuen Räumlichkeiten innerhalb der nächsten zwei Wochen aufzunehmen. Neufeld erwähnte jedoch, dass Health Canada aufgrund der begrenzten Personalressourcen einen Rückstand hat und dass „viele LPs sich darum schlagen“, um Inspektionen vor Ort zu bekommen.

Ähnlich verhält es sich mit den neuen Softgel-Produkten von Aphria. Neufeld sagte, dass es einen erheblichen „Nachholbedarf an Softgelen gibt, sowohl im medizinischen als auch im Freizeitbereich“. Er fügte jedoch hinzu, dass es sich um ein „Wartespiel“ auf Genehmigungen handelt. Neufeld wollte jedoch niemanden beschuldigen. Er bestätigte, dass „Health Canada alles tut, was es kann, mit den knappen Ressourcen an Management und Arbeitskräften“.

Salomon spielen

Ein weiteres wichtiges Thema ist das Verständnis der Bedürfnisse der verschiedenen Provinzen und Territorien. Neufeld sagte, dass es „eine sehr schwierige Aufgabe“ für das Supply-Chain-Team von Aphria ist, festzustellen, was jede Provinz benötigt. Er bemerkte, dass es auch für andere lizenzierte Anbauer schwierig ist.

Neufeld erklärte, dass Aphria im Wesentlichen „Salomon spielt“, indem das Unternehmen selbst bestimmt, welche Provinzen welche Produkte erhalten. Er gab zu, dass „das keine gute Ausgangslage ist“, da das Unternehmen nicht so viel liefert, wie es gerne würde.

Auf die Frage, welche Provinzen für den großen Tag am besten vorbereitet seien, zögerte Neufeld zunächst und sagte, dass es sich um eine „Fangfrage“ handele. Er erklärte jedoch, dass es „eine oder zwei Provinzen“ gebe, die in besserer Verfassung seien als andere. Er nannte Quebec als „die wahrscheinlich am besten positionierte“ Provinz.

Aphria sollte ein ziemlich gutes Gefühl dafür haben, wie bereit die Provinzen sind. Das Unternehmen hat Lieferverträge für den Freizeitmarihuana-Markt mit allen 10 kanadischen Provinzen sowie dem Yukon-Territorium abgeschlossen.

Ein Teil der Herausforderung besteht darin, dass niemand – weder die Provinzen noch die lizenzierten Anbauer – weiß, welche Art von Produkten die Kunden bevorzugen werden. Neufeld sagte, dass mehr Kunden-Profiling erforderlich ist, um „einen besseren Überblick über die Gestaltung der Lieferkette zu erhalten“.

Ein großes Problem – oder eine riesige Chance?

Obwohl sich Vic Neufeld beunruhigt angehört hat, ist er in der Tat nicht pessimistisch. Er ist der Meinung, dass die Herausforderungen in der Lieferkette voraussichtlich innerhalb von zwei bis drei Monaten gelöst werden. Er sieht den 17. Oktober immer noch als „einen historischen Meilenstein“, der „enorme Chancen“ für Aphria und den Rest der Cannabisindustrie eröffnen wird.

Die bedrohlichste Warnung von Neufeld war jedoch, dass, wenn die Probleme nicht bis Januar behoben sind, „das ganze Programm in Schwierigkeiten ist“. Vielleicht hat er seine Kommentare nur gebracht, um eine Warnung an einige Provinzen zu senden. Die Investoren, die darauf hoffen, dass Marihuana-Aktien ab dem 17. Oktober durch die Decke gehen, könnten für ihr eigenes böses Erwachen sorgen, wenn man bis weit ins Jahr 2019 noch mit den anfänglichen Problemen beschäftigt ist.

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The Motley Fool besitzt keiner der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und wurde am 14.10.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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