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Beiersdorf ist ein großer Profiteur des diesjährigen Rekordsommers

Foto: Getty Images

Damit ein Unternehmen erfolgreich wird und es auch bleibt, braucht es einen Burggraben, wie Warren Buffett es immer so schön erwähnt. Der Hamburger Konsumgüterkonzern und DAX-Mitglied Beiersdorf (WKN: 520000) kann sich auf einen solchen Burggraben verlassen. Er hat sich mit seiner Marke Nivea und der unverkennbaren blauen Blechdosenverpackung quasi unsterblich gemacht. Durch den diesjährigen Jahrhundertsommer strahlen die Halbjahreszahlen in einem neuen Licht.

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Beiersdorf konnte mit seiner umfangreichen Produktpalette maßgeblich von dem wunderschönen Sommer profitieren. Andere Konzerne mussten den heißen Tagen mit Gewinnwarnungen und Umsatzeinbrüchen Tribut zollen. Der Hamburger Konsumgüterkonzern hingegen blickt mit einem lächelnden Auge auf die warmen Tage zurück. Die Geschäfte mit Sonnencreme, Deodorants und Luxuskosmetik laufen prächtig. Alleine in Deutschland stieg der Umsatz mit Sonnenschutzmitteln branchenweit um 20 bis 30 Prozent, erklärte Stefan F. Heidenreich, CEO von Beiersdorf, der Nachrichtenseite Finanzen.net.

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Im Konsumbereich konnte der Umsatz im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr organisch um satte 7 % wachsen. Alleine die Luxusmarke La Prairie, die unter anderem Cremes mit Kaviarextrakt vertreibt, konnte beim Umsatz einen Sprung von 55,9 % vorweisen.

Auch die etablierte Marke Nivea konnte beim Umsatz um 3,5 % zulegen. Der scheidende CEO Heidenreich erklärte diese positive Entwicklung dadurch, dass die einzelnen Marken unabhängig voneinander agieren können.

Die Nachfrage nach Klebstoffen der Tochter Tesa verlieh dem Unternehmen zusätzlichen Schub. Hier konnte der Konzern beim organischen Umsatz zweistellig wachsen.

Ein blendendes Jahr mit Veränderungen

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung konnte die Umsatzprognose für das diesjährige Jahr angehoben werden. Man erwarte nun ein Umsatzwachstum von etwa 5 %. Ein kleiner, aber dennoch bitterer Beigeschmack bleibt jedoch, denn beim Ergebnis gab man sich dann doch nicht so euphorisch. Die Marge soll sich unverändert auf Vorjahresniveau halten.

Gründe dafür fanden sich schnell: Die geopolitischen Risiken, Währungsturbulenzen und steigende Rohstoffpreise wurden genannt – Probleme, mit denen aktuell einige Konsumgüterproduzenten zu kämpfen haben. „Wir bleiben vorsichtig und behalten die Füße auf dem Boden, sagte Heidenreich.

Womöglich kann der neue Chef, Stefan De Loecker, der möglicherweise schon in diesem Dezember den amtierenden CEO Stefan Heidenreich ablösen wird, das ändern. Der Belgier hat das Wachstumsthema als oberste Priorität gekennzeichnet.

Er hat den Aufsichtsräten schon einmal erste Ideen präsentiert, und der Öffentlichkeit soll die neue Marschroute zur Vorweihnachtszeit serviert werden. Ich könnte mir vorstellen, dass womöglich eine Übernahme im Raum steht. Immerhin befinden sich in der Kriegskasse rund 4,2 Mrd. Euro.

Selbst wenn man weiter auf die eigenen Produktinnovationen setzt, sehen die Aussichten rosig aus. Die Produkte werden von den Menschen als qualitativ hochwertig angesehen und genießen einen hohen Stellenwert. Dadurch lassen sich auch Preiserhöhungen leichter durchbringen. Denn für Qualität zahlt man gerne ein paar Cent mehr, und das wissen die Hamburger.

Gemächlich nährt sich der blaue Riese

Als Foolisher Investor neigt man dazu, seine Anlagen lange zu halten und an dem Wachstum des Unternehmens langfristig mitzuverdienen. Das Auf und Ab bekommt man beiläufig mit und freut sich über langfristig höhere Kurse. Trotzdem gibt es Marktphasen, da läuft es einfach nicht rund.

Diese kleinen Dellen in der langen Phase bekommt man am Ende gar nicht mehr mit. Wer sich Beiersdorf vor zehn Jahren in das Depot gelegt und es bis heute durchgehalten hat, sieht ein Plus von 142,34 % (Stand 09.10.2018 – maßgeblich für die weiteren Kursangaben) auf seinem Depotauszug stehen. Der DAX hingegen konnte in diesem Zeitraum ein Plus von gerundet 145,08 % ausweisen, wobei Beiersdorf inklusive Dividenden die Nase vorn hatte. Man kann es nicht oft genug erwähnen: Geduld und eine ordentliche Portion Sitzfleisch lohnen sich!

Für die Zukunft gewappnet

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Beiersdorf hat gerade erst bekannt gegeben, dass man eine neue E-Commerce-Tochter gegründet hat. Die sogenannten Wingman-Studios sollen den Produktverkauf über E-Commerce-Kanäle vorantreiben. Außerdem will man digitale Geschäftsmodelle und neue Marken entwickeln.

Ein kluger Schachzug, denn immer mehr Leute bestellen Waren aller Art über das Internet. Ich bin ein großer Fan von Beiersdorf-Produkten und vom Unternehmen selbst auch. Ich mag die Entwicklung, die das Unternehmen vollzieht, und auch die neuesten Zahlen sehen gut aus und machen weiter Mut.

Warum ich aber trotzdem zögerlich bin? Nun, die Bewertung mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von gerundet 27,66 ist nicht gerade niedrig. Okay, das Unternehmen bietet wahrlich gute Wachstumsaussichten und das Geschäftsmodell ist auch in Ordnung. Wenn dann wenigstens die Dividendenrendite passen würde. Hier knausert mir der Konzern zu sehr. Nur läppische 0,74 % werden geboten.

Da offeriert mir zum Beispiel der britische Konsumgüterproduzent Reckitt Benckiser (WKN: A0M1W6) oder das amerikanische Pendant Procter & Gamble (WKN: 852062) deutlich mehr. Bei Ersteren bekommt man aktuell 2,51 % und bei Letzterem immerhin satte 3,40 % geboten. Sollte es an den Märkten einmal rauer zur Sache gehen und die Kurse anfangen zu bröckeln, könnte ich es mir aber überlegen, bei Beiersdorf zuzugreifen.

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Daniel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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