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Wird das Rennen um das autonome Fahren als Remis enden?

Foto: Getty Images.

Unerwarteter Schritt: BMW (WKN:519000) lädt die Konkurrenten von überall auf der Welt ein, sich dem Projekt autonomes Fahren anzuschließen.

Das Unternehmen hat bereits eine Allianz mit mehreren Riesen der Automobilindustrie und Tech-Unternehmen geschlossen, die darauf abzielt, bis 2021 eine neue Plattform für die selbstfahrende Technologie auf den Weltmarkt zu bringen – und ihr Forschungs-Chef will, dass andere Autohersteller wissen, dass es noch nicht zu spät ist, dem gemeinsamen Projekt beizutreten.

BMW arbeitet bereits mit Wettbewerbern zusammen und freut sich über weitere

Klaus Fröhlich, BMWs Forschungs- und Entwicklungschef, sagte in einem Interview in dieser Woche gegenüber Automotive News Europe, dass viele Konkurrenten des Unternehmens nun mit der Schwierigkeit konfrontiert sind, ein komplett selbstfahrendes System von Grund auf zu entwickeln. Seine Botschaft an diese Wettbewerber: Es ist noch nicht zu spät, sich BMW anzuschließen.

BMW, der Chip-Gigant Intel (WKN:855681) sowie der Spezialist für Fahrzeugtechnik Mobileye (gehört jetzt zu Intel) gaben ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung eines selbstfahrenden Systems erstmals im Juli 2016 bekannt.

Die Partner wollen bis 2021 eine skalierbare Technologieplattform bereitstellen, die verschiedene Stufen der Fahrzeugautomation ermöglicht, von einem fortschrittlichen Fahrerassistenzsystem bis hin zu – so hoffen sie – vollwertigem automatisiertem Fahren der Stufe 5 ohne menschliches Eingreifen.

Seitdem haben sich mehrere weitere große Namen angeschlossen:

  • Der riesige Automobilzulieferer Delphi Automotive, der bereits in einer separaten Partnerschaft mit Intel und Mobileye zusammenarbeitete, unterzeichnete im Mai 2017 eine Vereinbarung, die die Systemintegration des Projekts anführt. (Delphi teilte sich Ende letzten Jahres in zwei Unternehmen auf; eines dieser beiden, Aptiv (WKN:A1JPLB), setzt die Zusammenarbeit fort.)
  • Fiat Chrysler Automobiles (WKN:A12CBU), einer der wenigen großen Automobilhersteller ohne eigenes Forschungsprojekt zum autonomen Fahren, trat der Partnerschaft im August 2017 bei.
  • Der Delphi-Rivale Magna International (WKN:868610) unterzeichnete im Oktober letzten Jahres eine Vereinbarung und wollte den Automobilherstellern helfen, das von der Partnerschaft entwickelte Fahrsteuerungssystem zu „industrialisieren und anzupassen“.

BMW will das System auf dem kommenden Modell iNext, einem elektrischen Crossover-SUV, einführen. Der Wagen ist als technologisches Flaggschiff gedacht und soll 2021 auf den Markt kommen. Andere Automobilhersteller können das System für den Einsatz in ihren eigenen Fahrzeugen dann ab diesem Zeitpunkt erwerben.

Fröhlich sagte, BMW werde weiterhin konkurrierende Automobilhersteller in der Zusammenarbeit begrüßen. Aber er stellte fest, dass es für Neuankömmlinge zu spät sein könnte, sich an der Entwicklung der ersten Generation zu beteiligen, welche 2021 ansteht. Die Gruppe plant bereits eine Plattform der zweiten Generation für die Auslieferung im Jahr 2024, und alle Automobilhersteller seien eingeladen, sich dieser Initiative jetzt anzuschließen.

Wo steht BMW im Rennen ums autonome Fahren?

Der Wettlauf um den Einsatz autonom fahrender Fahrzeuge nimmt Gestalt an. Im Moment scheint es, dass die Tochtergesellschaft Waymo von Alphabet (WKN:A14Y6F) souverän an der Spitze steht, dahinter kommt dann General Motors (WKN:A1C9CM).

Waymo und GM tragen gewaltige Stärken in den Kampf – Dinge, über die die meisten anderen potenziellen Konkurrenten in naher Zukunft nicht verfügen werden. Und das macht es für die Gruppe, die hinter GM her ist, nicht leicht. Eben jene Gruppe, die aus BMW samt Partnerschaft sowie Projekten von Volkswagen (WKN:766403), Ford (WKN:502391), Apple und mehreren anderen Automobilherstellern und Technologieunternehmen besteht.

BMW hat gute Partner (Mobileye ist ein sehr wichtiger Akteur in diesem Bereich) und reichlich finanzielle Mittel – aber auch VW, Ford und Apple müssen als ernsthafte Konkurrenten betrachtet werden. Angesichts der nun bekannten Zeitpläne ist es jedoch möglich, dass der dritte Platz in diesem Rennen an „alle anderen“ geht, wobei es mehreren Projekten gelingt, Level-4-Systeme Anfang nächsten Jahrzehnts auf den Markt zu bringen.

Lange Rede, kurzer Sinn: BMW scheint in einer guten Position zu sein. Aber hinter Waymo und GM ist das „Rennen“ um das autonome Fahren dann vielleicht gar kein Rennen mehr.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet und Apple und empfiehlt Aktien von BMW und Ford. John Rosevear besitzt Anteile an Apple, Ford und General Motors. Dieser Artikel von Jon Rosevear erschien am 26.9.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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