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Was Facebook mit seinem Geldberg machen könnte

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Wenn du an Unternehmen denkst, die in Bargeld schwimmen, ist Facebook (WKN:A1JWVX) vielleicht nicht das erste, das dir in den Sinn kommt.

Der Social-Media-Riese ist gerade 14 Jahre alt und hat in seiner Geschichte eine Reihe von hochkarätigen Übernahmen getätigt, darunter 19 Mrd. US-Dollar für den Messaging-Service WhatsApp im Jahr 2014. Mit riesigen Gewinnmargen hat Facebook jedoch in nur wenigen Jahren einen beachtlichen Barbestand aufgebaut. Das Unternehmen verfügt nun über Barmittel und Wertpapiere in Höhe von 42,3 Mrd. US-Dollar und nur noch über 10,9 Mrd. US-Dollar an Gesamtverbindlichkeiten. Ist es an der Zeit, dass Facebook die Geldbörse für eine weitere teure Übernahme herausholt? Werfen wir einen Blick darauf, wie der Instagram-Besitzer seinen Barbestand ausgeben könnte.

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1. Übernahmen

In seiner kurzen Geschichte hat Facebook keine Angst vor Übernahmen gehabt. Zusätzlich zu WhatsApp übernahm man die beliebte Foto-Sharing-App Instagram für 1 Mrd. US-Dollar im Jahr 2012 und Oculus, den Hersteller von Virtual Reality-Kits, für 3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2014. Instagram war eine der erfolgreichsten Übernahmen in der Geschichte des Tech-Sektors, da die App inzwischen mehr als eine Milliarde Nutzer hat, während WhatsApp und Oculus noch keine nennenswerten Gewinne erzielt haben.

Facebook hat seit langem versucht, andere Social-Media-Unternehmen zu übernehmen, was immer als der beste Weg schien, um den Wettbewerb zu eliminieren und Start-up-Plattformen wie Instagram einen Schub zu geben, da sie von den finanziellen Mitteln, der Technologieinfrastruktur und Werbeexpertise von Facebook profitieren können.

Das Unternehmen machte sogar ein Angebot für Snap (WKN:A2DLMS) und bot 2013 3 Mrd. US-Dollar, nachdem sich Facebook durch Snapchat bedroht gefühlt hatte. Nachdem das Angebot abgelehnt wurde, hat Facebook „Stories“ von Snapchat kopiert und das Feature zuerst auf Instagram und dann sowohl auf Facebook als auch auf WhatsApp gestartet, was die Bedrohung durch Snap neutralisiert hat.

Heute sieht die Social-Media-Landschaft zumindest außerhalb Chinas relativ spärlich aus. Es gibt Facebook mit seinen Tochterunternehmen; Twitter, das in diesem Jahr so etwas wie ein Comeback erlebt hat, aber unter Hater-Störungen sowie den gleichen politischen Hacking-Problemen leidet, die Facebook erlebt hat; und Snap, dessen Aktien seit dem Börsengang im vergangenen Jahr auf ein Allzeittief gefallen sind, da das Nutzerwachstum gebremst wurde. Das Interesse von Facebook an Snap hat wahrscheinlich nachgelassen, nachdem das Unternehmen Stories auf den eigenen Plattformen veröffentlicht hat.

Eine mögliche Übernahme könnte Match Group (WKN:A1424N) sein, das Mutterunternehmen von Tinder und ein führendes Unternehmen in der Online-Dating-Branche, dessen Wert auf 16 Mrd. US-Dollar gestiegen ist. Facebook sagte Anfang des Jahres, dass das Unternehmen sein eigenes Dating-Produkt auf den Markt bringen würde, aber die Übernahme von Match wäre ein einfacherer Weg, seine Macht in der Branche zu behaupten.

Die beiden Unternehmen haben eine natürliche Überschneidung, und das Wissen im Bereich Online-Werbung von Facebook könnte den werbebasierten Produkten des Unternehmens zugutekommen. Unternehmen wie Match könnten jedoch zögern, an Facebook zu verkaufen, nach einem Jahr der Skandale, die das Image und das Nutzervertrauen von Facebook beschädigt haben. Angesichts der enormen Marktmacht des Unternehmens könnten die Regulierungsbehörden auch zögern, weitere Übernahmen zu genehmigen. Eine Match-Übernahme durch Facebook könnte auch Online-Dating-Kunden abschrecken, die Facebook ihre persönlichen Daten nicht anvertrauen wollen und einen weiteren Einbruch des Social-Media-Riesen in ihr Leben lieber vermeiden möchten.

Der Grund dafür, dass Facebook seit mehr als vier Jahren keine größere Übernahme mehr getätigt hat, während sich die liquiden Mittel und marktgängigen Wertpapiere mehr als vervierfacht haben, könnte einfach darin liegen, dass das Unternehmen keinen Wertzuwachs sieht, insbesondere nach der Übernahme von WhatsApp und Oculus, die Facebook noch nicht vollständig monetarisiert hat.

2. Dividenden

Facebook hat noch nie eine Dividende gezahlt, und Dividenden gelten in der Tech-Welt oft als Gräuel. Der Apple-Visionär Steve Jobs weigerte sich bekanntlich, eine Dividende zu zahlen, trotzt Apples riesiger Barposition, und auch das Mutterunternehmen von Google, Alphabet, hat nie eine Dividende gezahlt, obwohl das Unternehmen in der Bilanz mehr als 100 Mrd. US-Dollar in bar und Investitionen hätte. In der Technologiebranche wird die Zahlung von Quartalsdividenden als Zeichen dafür angesehen, dass die Wachstumsphase des Unternehmens vorbei ist und dass es sich lediglich damit begnügt, sein Dasein als Geldautomat zu fristen.

Trotz dieses Stigma ist Facebook jedoch ein vernünftiger Kandidat, um zum Dividendenzahler zu werden. Das Unternehmen generiert Bargeld wie nur wenige andere Unternehmen, mit einem Nettogewinn von 19,1 Mrd. US-Dollar und einem freien Cashflow von 17,6 Mrd. US-Dollar in den letzten vier Quartalen. Das Unternehmen erzielte im letzten Quartal eine hervorragende operative Marge von 44 %. Nachdem das KGV des Unternehmens auf nur noch 25 gesunken ist, könnte es eine angemessene Dividendenrendite bieten, wenn es sich dafür entscheidet, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.

Das Unternehmen hat jedoch wiederholt Dividendenzahlungen abgelehnt und gesagt, dass es besser ist, in Wachstumsmöglichkeiten zu investieren. Bei einem Umsatzwachstum von 42 % im Vergleich zum letzten Quartal scheint, dass ein vernünftiges Argument zu sein. Obwohl die Bewertung des Unternehmens etwas anderes vermuten lässt, ist Facebook nach wie vor ein Wachstumsunternehmen.

3. Aktienrückkäufe

Aktienrückkäufe sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, da CEOs wie Warren Buffett Übernahmen für zu teuer befunden haben und Unternehmen weniger Wachstumschancen sehen. Immerhin dauert die Hausse nun schon zehn Jahre.

Obwohl Facebook sich gegen Dividendenzahlungen gewehrt hat, hat das Unternehmen es mit Aktienrückkäufen versucht. Facebook kündigte 2016 das erste Rückkaufprogramm an, das 6 Mrd. US-Dollar für Aktienrückkäufe genehmigte, und hat seitdem kontinuierlich Rückkäufe durchgeführt. Im letzten Quartal kaufte das Unternehmen Aktien im Wert von 3,35 Mrd. US-Dollar zurück, ein Rekord für das Unternehmen, obwohl die Aktienanzahl im Vergleich zum letzten Jahr nur um 0,7 % reduziert wurde, was zum Teil auf die Verwendung von aktienbasierten Vergütungen durch das Unternehmen zurückzuführen ist.

Mit einem moderaten Rückgang der Aktie und einem KGV auf einem historischen Tiefststand von nur 25, was im Wesentlichen identisch mit dem des S&P 500 von 25,3 ist, ist die Aktie jedoch billiger als je zuvor und angesichts des Marktdurchschnitts sehr preiswert.

Der Rückkauf von Aktien würde dem Unternehmen helfen, die Vorteile des angeschlagenen Aktienkurses zu nutzen und das Ergebnis je Aktie durch eine Reduzierung der Anzahl der ausstehenden Aktien zu steigern. Es würde auch ein Signal an den Markt senden, dass das Unternehmen glaubt, dass die Aktien billig wären.

Obwohl Aktienrückkäufe riskant sein können, da Unternehmen oft für ihre eigenen Aktien zu viel bezahlen und Bargeld ausgeben, das sie später benötigen könnten, sieht es wie die beste Option für Facebook aus, besonders wenn die Aktie angesichts des wachsenden Barbestandes billig aussieht. Das Unternehmen wird in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 20 Mrd. US-Dollar an Gewinnen erwirtschaften, und die Gewinne des Unternehmens dürften in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Eine logische Option

Es scheinen keine vernünftigen Übernahmen für Facebook verfügbar zu sein, und die Regulierungsbehörden oder das potenzielle Übernahmeziel könnten sich ihre eigenen Gedanken machen, insbesondere angesichts der jüngsten Skandalreihe von Facebook und der beträchtlichen Marktmacht des Unternehmens. Dividenden scheinen an dieser Stelle auch eine unwahrscheinliche Option zu sein, da Facebook immer noch schnell wächst, so dass das Management wahrscheinlich zögern würde.

Damit sind Aktienrückkäufe die beste Option für das Unternehmen. Der Rückkauf von Aktien würde den Aktionären Kapital zurückgeben, die Vorteile der niedrigen Bewertung nutzen und das Ergebnis pro Aktie steigern. Am wichtigsten ist, dass man damit den schnell wachsenden Barbestand gut nutzen würde.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Apple, Facebook und Twitter. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt Match Group.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook.

Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und am 30.09.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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