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Pharmagigant Roche erwacht aus Tiefschlaf

Die Aktionäre des Pharmagiganten Roche (WKN: 855167) haben aktuell wahrlich keinen Grund zur Feierlaune. Der Aktienkurs des renommierten Pharma- und Biotechnologieunternehmens entwickelt sich schleppend bis gar nicht. Doch aktuell, so scheint es, gibt es Grund zur Freude.

Für Feierlaune sorgen sogenannte MRE (Multi-Resistente Erreger) oder auch gerne Krankenhauskeime genannt. Diese werden in der modernen Medizin immer mehr zum lebensbedrohenden Problem. Die Roche-Tochter Genentech hat es geschafft, ein Mittel gegen Multiresistenzen zu entwickeln.

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Wer lange forscht, findet die Lösung

In Kooperation mit dem US-Breitbandantibiotikahersteller RQx Pharmaceuticals konnte man eine Lösung erarbeiten, die die bisher undurchdringbare Barriere von MRE-Keimen aushebelt. Wenn man sich die Keime bildlich vorstellen möchte, muss man sich einfach ein doppeltes Schutzschild vorstellen, das die Keime vor Antibiotika-Antikörpern schützt. Doch mit dem neu entwickelten Molekül G0775 schafften es die Forscher, diese Barriere zu durchdringen und die Keime zu vernichten.

Bisher wurde dieser revolutionäre Durchbruch lediglich im Labor an Mäusen und Zellproben getestet, doch dieser Fortschritt facht die Entwicklung neuer Antibiotika wieder an. Denn dadurch könnten neue Antikörper entwickelt und mit den neuen Keimen bespickt werden, die danach die Multi-Resistenten Erreger unschädlich machen.

Vor fünf Jahren wurde eine Zusammenarbeit beschlossen und seitdem an einer Lösung für das MRE-Problem geforscht. Dies war auch wirklich notwendig, denn alleine in den Vereinigten Staaten erkranken laut Schätzungen jährlich zwei Millionen Menschen an diesen tückischen Keimen. Vor allem nach Operationen ist die Gefahr aufgrund des sterilen Raumes im Krankenhaus groß, sich daran anzustecken. Wer daran erkrankt, muss sich mehrtägigen Breitband-Antibiotikabehandlungen unterziehen. Für cirka 700.000 Menschen weltweit endet dieser Kampf mit dem Tod.

Für Roche ist dieser Durchbruch nicht nur gutes Marketing, sondern auch ein Indiz dafür, dass sich ein neues Antibiotikamedikament finanziell lohnen könnte. Nicht nur könnten Tausende Menschen gerettet werden, auch die Behandlungsdauer und die damit in Verbindung stehenden Kosten wären geringer. Laut einer Studie des Infectious Diseases Data Observatory in Oxford beläuft sich eine mehrtägige Behandlung mit Breitbandantibiotika in den USA auf weniger als zehn US-Dollar. Die Kosten bei multiresistenten Keimen hingegen lägen bei 18,60 US-Dollar. Rechnet man diese Beträge auf die USA hoch, kommen schnell Millionen zusammen.

Der Riese stockt

Auch wenn die Halbjahreszahlen äußerst positiv ausgefallen sind, scheint der Pharmariese ein wenig ins Stocken gekommen zu sein. Laut Konzernlenker Severin Schwan, seines Zeichens CEO des Schweizer Konzerns, wird sich das Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Bereich einordnen. „In den ersten sechs Monaten haben unsere beiden Sparten Pharma und Diagnostics sehr gute Resultate erzielt“, teilte Schwan mit. Erstere konnte bei konstanten Wechselkursen um 7 % zulegen – allen voran die Onkologiemedikamente. Mit der Diagnostics-Sparte wurden immerhin bei konstanten Wechselkursen 6 % mehr umgesetzt – auch dank der Immundiagnostik. „Die Nachfrage ist weiterhin stark und wird auch über das diesjährige Geschäftsjahr hinaus anhalten“, so Schwan weiter. Hier könnte ein mögliches Antibiotikamedikament weiter Geld in die Kassen spülen – vor allem, wenn man mögliche Nachahmerprodukte durch Patente für Jahre verhindern kann.

Die Aktie konnte nach den Zahlen im Juli weiter Boden gutmachen. Dennoch beläuft sich auf Jahressicht ein kleines Minus von cirka 2 %. Dass dies immer nur eine Bestandsaufnahme und als langfristig orientierter Anleger nicht weiter schlimm ist, zeigt der Zehnjahres-Chart. Hier dürfen sich Anleger über ein sattes Plus von cirka 80 % freuen, ausgeschüttete Dividendenzahlungen nicht berücksichtigt.

Hinzu kommt, dass der Pharmakonzern aktuell eine Dividendenrendite von 3,59 % ausweist. Dies versüßt einem das Warten, bis der Koloss wieder zu neuer Größe erwacht. Außerdem darf man das attraktive Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,5 in Zeiten der exzessiven Börsen nicht unter den Tisch fallen lassen.

Grund zur Freude

In Zeiten, in denen Aktienindizes fast täglich ein neues Hoch erklimmen und eine mögliche Rezession bevorsteht, schmerzt einem Anleger das Herz, wenn ein Unternehmen gegen den Markt schwimmt. Doch Roche dreht an den richtigen Schrauben und ist für die Zukunft vor allem mit dem Durchbruch bei den MRE-Keimen und der starken Onkologiesparte auf der Gewinnerseite. Ich gehe davon aus, dass die Aktie weiterhin Potenzial besitzt und geduldige Anleger auch in Zukunft belohnen wird. Vor allem, wenn es an den Börsen zu beben beginnt.

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Daniel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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